Canan Bayram (SPD)

Canan Bayram
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
Kauffrau, Juristin
Ausgeübte Tätigkeit
Rechtsanwältin
Wohnort
-
Wahlkreis
Friedrichshain-Kreuzberg WK 5
Ergebnis
28,0%
Landeslistenplatz
5, Friedrichshain-Kreuzberg
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Persönliche Website
www.friedrichshainerin.de
Fragen an Canan Bayram
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
09.09.2006
Von:

Meine Miete wird immer teurer, meine Wohnung ist mittlerweile Eigentumswohnung, die Mietobergrenzen sind per Gericht gekippt worden, es gibt immer mehr Menschen, die in diesen Bezirk ziehen, weil es hier so alternativ ist und genau diese Menschen finedn dann in ihren luxus-sanierten Altbau-Wohnungen, dass diese Alternativen sich doch bitte etwas dezenter verhalten sollten, ihre Kneipen legal machen sollen, ab 20:00 Uhr keinen Krach mehr machen sollen, ihre Häuser, die sie vor Ewigkeiten besetzt haben und denen dieser Bezirk seinen Ruf verdankt bitte hergeben sollen, damit besser verdienende Menschen etwas "Vernünftiges" daraus machen ... unendlich fortsetzbar ... was wollen Sie tun, um diesen Menschen noch eine Möglichkeit bieten zu können, in Ihrem Bezirk zu bleiben, oder sollen sie weiterziehen und einen anderen Bezirk als alternativ deklarieren?
Antwort von Canan Bayram
bisher keineEmpfehlungen
16.09.2006
Canan Bayram
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage und Ihr Interesse. Sie machen sich Sorgen um den Kiez und auch um Ihre persönliche Zukunft. Dies kann ich gut verstehen. Tatsächlich hat sich der Bezirk verändert und dieser Prozess setzt sich weiter fort. Da dies eine Entwicklung ist, die niemand aufhalten kann, ist es wichtig und richtig, Wege zu einem gedeihlichen Miteinander zu finden.

Da ich aufgrund meines Hintergrundes weiß, wie wichtig es für das Verständnis von verschiedenen Kulturen ist, Informationen über einander auszutauschen, werde ich mich dafür einsetzen, dass die Geschichte des Bezirks mit den Alternativen dargestellt und für Neuankömmlinge verstehbar gemacht wird. Hierfür könnte in einem der Häuser eine Ausstellung über die Entwicklung des Gebiets gemacht werden. Dies würde auch jenen Menschen, die aus anderen Kulturkreisen kommen ermöglichen, die Verdienste der Alternativen um den Bezirk anzuerkennen.

Ich finde es bedauerlich, dass die Mietobergrenzen gerichtlich gekippt wurden. Ich halte die Möglichkeit den Mietzins alle 3 Jahre um 20 % zu erhöhen für falsch. Das sind jährlich etwa 7 %. In den letzten Jahren gab es kaum Lohnerhöhungen von ca. 7 % jährlich, so dass diese Erhöhungen ausgeglichen werden könnten. Insoweit bedarf es einer Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches. In unserer Zeit mit seinen wirtschaftlichen Unsicherheiten und den Preiserhöhungen bei alltäglichen Ausgaben entsteht dadurch die zusätzliche Sorge für die Menschen ihre Wohnung zu verlieren.

Ich habe innerhalb meiner Partei darauf hingewirkt, dass die Wohnungen der WBF weiterhin im städtischen Eigentum verbleiben.

Wie bereits in der ersten an Sie gerichteten Antwort erwähnt, werde ich als Abgeordnete ein Wahlkreisbüro einrichten, in das die Menschen genau mit solchen Fragen kommen können. Aufgrund meiner Ausbildung und bisherigen Erfahrung werde ich Ihnen dort kompetent zur Seite stehen und Ihre Probleme gemeinsam mit Ihnen angehen. Daher bitte Ich Sie um Ihre Unterstützung durch Ihre Erststimme. Geben Sie mir Ihren Auftrag mit.

Mit herzlichen Grüssen
Ihre Canan Bayram
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Frage zum Thema Integration
14.09.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Bayram

Meine Frage zu Integration Wie soll Integration gelingen, wenn selbst Kandidaten mit dem Migrationshintergrund sich nur um MIgrantenangelegenheiten kümmern und sich selber reduzieren.?
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Canan Bayram
bisher keineEmpfehlungen
16.09.2006
Canan Bayram
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Leider ziehen Sie einen falschen Schluss: Die Befassung eines Kandidaten mit Migrationshintergrund mit Migrationspolitik muss nicht zwangsläufig einer guten Integration entgegenstehen. Ganz im Gegenteil kann dies dazu führen, dass durch die Empathie und das Know How bessere Integrationsmodelle entwickelt und bei deren Umsetzung gut begleitet werden können.

Interessant finde ich schon, dass Sie gerade mir diese Frage stellen. Ich bin in keinem Migrantenverein bzw. -verband organisiert und meine Schwerpunkte sind Arbeitsmarkt- und Familienpolitik sowie Innen- und Rechtspolitik. Ich trete im Osten der Stadt an, wo der Anteil der Migranten an der Bevölkerung eher gering ist. Friedrichshain-Ost ist mein Lebensmittelpunkt: Hier arbeite und wohne ich. Hier habe ich meine Tochter zur Welt gebracht. Hier bin ich seit Jahren politisch aktiv. Meine Partei, d.h. meine Abteilung und der Kreis hat mich auf meinen Wunsch und meine Vorstellung hin zur Kandidatin gewählt und mich im Wahlkampf sehr unterstützt.

In Kreuzberg im Wahlkreis I haben wir ebenfalls eine Kandidatin mit Migrationshintergrund. Sie versteht sich ebenfalls als eine Kandidatin für die Bevölkerung des gesamten Wahlkreises. Wir reduzieren uns nicht und insoweit stehen wir der Integration keinesfalls entgegen. Da kann ich Sie bestimmt beruhigen.

Bei unserer Wahl spielte auch keine Quote eine Rolle. Diese wäre übrigens bei 2 Kandidatinnen von 5 insgesamt eine von 40 %. Solche Vorgaben gibt es in der SPD nicht.

Lieber Herr , Sie können mich getrost wählen, ohne Sorge haben zu müssen, dass ich nur Migrationspolitik mache oder die Integration behindere oder gar mich reduziere. Nur zu!!!

Herzliche Grüße

Ihre Canan Bayram
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Frage zum Thema Integration
14.09.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Bayram,

aus Ihrem Wahlkreis bittet in der Sendung "Die RadioFritzen am Nachmittag" auf Radio Fritz um Stellungnahme zu folgender Frage:

  • Was tun Sie, um die Ghettoisierung von Ausländern zu verhindern?

Hintergrund: Wenn es um das Thema Integration und Miteinander geht, dann denken viele an Türken und Araber in Kreuzberg. Nur selten kommt die große Gruppe von Polen und Russlanddeutschen, die in den östlichen Bezirken leben, zu Wort.

Original-Beitrag auf Radio Fritz

Mit freundlichen Grüßen
Radio Fritz (i. A. von )
Antwort von Canan Bayram
1Empfehlung
16.09.2006
Canan Bayram
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Russlanddeutsche sind keine Ausländer, sondern Deutsche, die aufgrund verschiedener Umstände außerhalb Deutschlands gelebt haben.

Der Umstand, dass Menschen aus ähnlichen Verhältnissen die Nähe voneinander suchen, ist in vielen Bereichen vorhanden. Dies bietet Chancen, eine Sicherheit im Umgang zu erhalten und einander aufgrund des Verständnisses füreinander zu unterstützen. Gleichzeitig bestehen dadurch die Risiken, dass eine Ausgrenzung gegenüber Anderen stattfindet und somit die Voraussetzungen für die Integration in die Gesellschaft erschwert werden. Hier gilt es in erster Linie über diese Chancen und Risiken aufzuklären und diese unbewußten Vorgänge den Menschen bewußt zu machen, damit diese eine Entscheidung treffen können,ob sie den Umstand annehmen oder ändern wollen.

Dies bedeutet eben auch, dass es den Menschen frei gestellt ist, wie sie als mündige Bürger ihr Leben gestalten wollen. Das Grundgesetz und insbesondere die Grundrechte garantieren den Menschen die frei Selbstentfaltung und Selbstbestimmung. Der Versuch die Menschen zwangsweise an einem Zuzug, z.B. in Gebiete mit einem hohen Russlanddeutschenanteil, zu begrenzen stellt einen Verstoß gegen die von Art. 11 des Grundgesetzes garantierte Freizügigkeit von Deutschen im gesamten Bundesgebiet dar.

Die in der letzten Zeit zunehmend geforderten Verschärfungen der Bestimmungen im Zusammenhang mit Migranten halte ich für gefährlich und falsch. Es ist sachlich ungerechtfertigt und mithin ungerecht, bei einem Teil der Bevölkerung die Rechte auf Selbstbestimmung einzuschränken und sich hierbei auf religiöse und kulturelle Besonderheiten zu beziehen.

Soweit Sie auf die polnischen Menschen verweisen, ist zu beachten, dass es sich um EU-Bürger mit besonderen Rechten handelt. Hier gilt das oben gesagte entsprechend. Ergänzend will ich lediglich darauf hinweisen, dass es manchmal auch wirtschaftliche Umstände sind, die Menschen aus bestimmten Herkunftsländern in bestimmte Wohnquartiere zieht.

Sie sprechen von Gettoisierung und drücken damit aus, dass sie es als negativ bewerten, dass Menschen aus ähnlichen Kulturkreisen die Nähe von einander suchen. Dabei sollten wir mehr Energie darauf verwenden, uns Konzepte zu überlegen, die die positiven Effekte und die Unterstützung der Menschen zur Richtschnur haben.

Mit freundlichen Grüssen
Ihre Canan Bayram
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Frage zum Thema Verkehr
16.09.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Bayram,
ich finde Ihre Aussage, dass Sie grundsätzlich für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs seien, durchaus löblich. Andererseits habe ich den Eindruck, dass, wenn Sie sich tatsächlich für eine Nichteinstellung der Straßenbahnlinie 21 einsetzen, nicht wirklich mit der Materie auskennen. Als direkter Anwohner dieser Linie und BVG-Jahreskartenbesitzer halte ich sie in ihrer aktuellen Form zumindest im Südteil ab Frankfurter Tor für vollkommen überflüssig. Es ist wirklich fragwürdig, mit einem hohen Kapitaleinsatz eine offensichtlich nicht nachgefragten Strecke (wenn mal 10 Leute in der Bahn sitzen, erschreckt man sich, wie voll es ist) zu betreiben.
Hätte es in den letzten 10 Jahren eine vernünftige SPD-Verkehrspolitik in Berlin gegeben - das wollen wir ja nicht vergessen, wer den Senator gestellt hat - dann wären die Linien 21 und damals 23 gemeinsam in die Grünberger Straße verlegt worden und mit einer Führung zum Ostbahnhof hätte man sich auf dem Streckenteil die Buslinie 240 sparen können. Stattdessen fahren ineffizient in drei Parallelstraßen BVG-Verkehrsmittel, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Es scheint noch niemandem aufgefallen zu sein, dass auch am Wochenende Fahrgastpotential gerade für die Linie 240 da ist. Aber es wird unbekümmert mit überfüllten Bussen im 20-Minuten-Takt gefahren.
Gerade an diesen vielen Details zeigt sich das Desinteresse der Berliner Verantwortlichen an einem guten UND effizienten Nahverkehr jenseits von Prestigebauten.
Gab es zum Beispiel (ich denke, bei so einem Thema könnten Sie sogar etwas beeinflussen) von Ihnen oder Ihrer Partei jemals eine Initiative, die BVG dazu zu bringen, nächtliche Anschlüsse zwischen der U1 und der M10 tatsächlich sicherzustellen? Oder die Fußgängerampelphasen zur Straßenbahnhaltestelle am U-Bahnhof Warschauer Straße so einzurichten, dass sich nicht laufend Leute in den Verkehr stürzen müssen, um ihren Anschluss zu bekommen?

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
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