Birgit Rydlewski (Piratenpartei)
Abgeordnete Landtag NRW

Grunddaten
Birgit Rydlewski
Geburtstag
16.01.1970
Berufliche Qualifikation
Studienrätin
Ausgeübte Tätigkeit
MdL
Wohnort
Dortmund
Wahlkreis
Dortmund II
Landeslistenplatz
9, über Liste eingezogen
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(...) Es würde mir ehrlich gestanden komisch vorkommen, wenn ich mein Twitterverhalten vor und nach der Wahl großartig geändert hätte. Ich sehe immer noch Filtersouveränität im Netz als eine sinnvolle Möglichkeit an, zu lesen, was man lesen möchte und den Rest zu blocken. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Schulen
04.09.2012
Von:

Hallo Frau Rydlewski,

als Vertreterin der Piratenpartei sind Sie die erste Ansprechpartnerin für Fragen zur Veränderung der Schule in NRW. Neue Wahl - neue Schulform--- wieder gibt es keine Verbesserung zu dieser unsäglichen Methode in NRW. Gemeinschaftsschule, Gesamtschule, Sekundarschule, Real-Haupt etc. etc. Niemand hat mehr einen Überblick. In meiner Heimatstadt mit knapp über 30000 Einwohnern gibt es 5 verschiedene Schulformen der Sek I. Ich bin seit vielen Jahren im Übergang Schule und Beruf tätig. Frustrierte, kaputte Schüler sind das Ergebnis unserer Bildungspolitik. Die Piraten hatten dort einen anderen Ansatz--- eine Schulform, kein sitzenbleiben--- Geist entfachen und nicht vollmüllen. Wann wird etwas von den Gedanken angedacht/umgesetzt oder zumindest öffentlich gemacht. Wann beginnt ihr zu entern? Ich bin einigermaßen enttäuscht ob der Stille in der ihr eure Politik macht.
Seid laut und unbequem!!
Ich bin 50 Jahre und konservativer Wähler.... bis mit den Piraten ein neuer Geist erschien. Macht weiter!!!!!!!! Wenn ihr zu unserem tollen Schulsystem Expertenmeinungen braucht-- scheut nicht mich zu fragen. Ich bin einer, und das vor allem weil ich kein Lehrer bin.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Birgit Rydlewski
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05.09.2012
Birgit Rydlewski
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anregungen und Worte, die uns hoffentlich Mut machen. Es ist nun allerdings so, dass wir keinen sehr großen Anteil am Parlament haben. Ich kann daher noch nicht abschätzen, wie viel Einfluss wir überhaupt haben im Landtag. Die Ausschuss-Sitzungen gehen jetzt nach der Sommerpause wieder los. Wir werden dann dort vor allem sehen, wie sich die Diskussion bezüglich der Schulpolitik weiterentwickelt. Ich hoffe, wir können dort zumindest Teile unserer Vorstellungen von besserer Bildungspolitik einbringen.

Mit besten Grüßen

Birgit Rydlewski
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
10.09.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Rydlewski,

ich würde gerne eine Frage zur Bildungspolitik stellen, aber leider sind Sie als \"unsere\" Abgeordnete seit Beginn der Wahlperiode vor allem dadurch aufgefallen, dass Sie Privates öffentlich gemacht und die Kritik daran wahlweise als verkappte gesellschaftliche Verlogenheit oder frauenfeindlichen Disziplinierungsversuch gewertet haben.

Dass Sie selbst einen Fehler gemacht haben könnten, geht bislang aus keiner Ihrer Stellungnahmen hervor. Ich erwarte als Dortmunderin, dass Sie für die Themen kämpfen, für die Sie gewählt worden sind, und nicht weiterhin glauben, der Gesellschaft über ihr Sexleben Auskunft geben zu müssen, weil das doch so transparent und menschlich ist. Was kommt als nächstes: Tweets von der Toilette? Weil auch Politiker aufs Klo müssen? Sollte es Ihnen nicht gelingen, in dieser Wahlperiode auch einmal mit positiven politischen Schlagzeilen Aufmerksamkeit zu erregen, sind Sie leider nicht mehr wählbar.

Mit freundlichen, aber enttäuschten Grüßen

G.
Antwort von Birgit Rydlewski
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10.09.2012
Birgit Rydlewski
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Mail. Leider stellen Sie die im ersten Satz in Aussicht gestellte Frage zur Bildungspolitik nicht.

Was den angeblichen "Skandal" angeht: Ich habe kein Interesse daran, mit derlei in den Medien zu erscheinen. Allerdings ist es so, dass gerade die Sensationspresse sowas offensichtlich gerne herausgreift, lieber zumindest als unsere Beschäftigung mit Themen.

Es würde mir ehrlich gestanden komisch vorkommen, wenn ich mein Twitterverhalten vor und nach der Wahl großartig geändert hätte. Ich sehe immer noch Filtersouveränität im Netz als eine sinnvolle Möglichkeit an, zu lesen, was man lesen möchte und den Rest zu blocken. Dies geht gerade bei Twitter recht simpel.

Bei dem Tweet, der als Auslöser genommen wurde, ging es um einen HIV-Test. Den halte ich für sinnvoll. Immer noch. Und ich halte auch das Reden darüber für sinnvoll und zwar nicht mit moralischem Zeigefinger von oben.

Ich vermute, dass die Ansichten darüber sehr unterschiedlich sind. Es gibt Menschen, die das gut finden und Menschen, die das verstört. Die Reaktionen waren entsprechend auch sehr unterschiedlich. Vielleicht ist es unüblich, dass Politiker auch ganz menschliche Probleme haben (und auch noch darüber reden). Auf der anderen Seite wünschen viele Bürger Politiker, die nicht mehr aalglatt und ohne private Aspekte sind. Ich weiß nicht, welchen Weg unsere Gesellschaft nehmen wird, aber ich hoffe immer noch, dass man die Veränderung leben kann, die man der Welt wünscht. Und die beinhaltet für mich, dass Menschen mit all ihren Facetten und Fehlern und Problemen akzeptiert werden.

Mit vielen Grüßen

Birgit Rydlewski
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
04.03.2013
Von:

Die Piraten sind mit dem innovativsten und umfangreichsten schul- und bildungspolitischen Wahlprogramm aller Parteien in den Wahlkampf gegangen. Als bildungspolitische Sprecherin Ihrer Fraktion frage ich Sie: Was haben Sie bislang unternommen, um den Konzepten der "Fließenden Schullaufbahn", des Zertifikatsystems und dergleichen endlich die gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen? Welche Anstrengungen haben Sie unternommen, um die ideologischen Fronten endlich aufzubrechen im lähmenden Systemkrieg zwischen den Lobbies von Gesamtschule und dreigliedrigem Schulsystem, der weder Schüler noch Lehrer weiterbringt?
Antwort von Birgit Rydlewski
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05.03.2013
Birgit Rydlewski
Sehr geehrter Herr ,

in 2011 wurde in NRW der sogenannte "Schulfrieden" beschlossen. Dies zementiert das gegliederte Schulsystem für viele Jahre.

Zudem sind wir im Parlament eine recht kleine Gruppe. Das ist mitunter frustrierend, weil wir natürlich, wie Sie es erwähnen, ganz andere Vorstellungen haben, wie Schule aussehen könnte und wie man das Lernen für SchülerInnen und LehrerInnen angenehmer gestalten könnte.

Im Rahmen der aktuellen Diskussionen um eventuelles Abschaffen von Sitzenbleiben und auch bei der Ausgestaltung von Inklusion haben wir im Schulausschuss darauf hingewiesen, dass wir wirkliches individuelles Lernen benötigen. Zumindest muss Schulen die Möglichkeit für innovative Konzepte eingeräumt werden. (Ich habe da beispielsweise das Berufskolleg in Bünde vor Augen, was ich im letzten Jahr besucht habe, oder natürlich die Laborschule in Bielefeld.) Ich würde mir wünschen, dass mehr Schulen zu solchen Versuchen aufbrechen.

Auf der anderen Seite habe ich auch die Befürchtung, dass ich 150 Jahre tot sein werde, bis das Schulsystem wirklich reformiert wurde. Die Beharrungskräfte sind in dem Bereuch wirklich groß.

Wir bleiben aber dran! Ich hoffe zunächst mal auf kleine Erfolge, zum Beispiel auf unseren Antrag zu freiem Lernmaterial, zu dem es in der kommenden Woche eine Anhörung gibt.

Beste Grüße

Birgit Rydlewski
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
09.03.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Rydlewski,

vielen Dank für Ihre zeitnahe Reaktion. Allerdngs zögere ich, von einer "Antwort" zu sprechen ;-) Ich bin selbst Lehrer und erkenne Ausreden, wenn ich sie sehe. Dass eine Kleinpartei in der Opposition nicht "durchregieren" kann, stand ebenso von vornherein fest wie dass die Anderen nichts von Ihren Gedanke annehmen würden. Erwartet auch niemand.

Die Piraten können über den Landtag aber der Öffentlichkeit ihre überzeugende politische Vision bekannt machen und so Druck aufbauen. Zugleich haben sie im Landtag Zugang zu Informationenund und könnten Transparenz darüber herstellen, wie dort bildungspolitische Entscheidungen zustande kommen (was dann wieder zu öffentlichem Druck führen würde). So hatte ich den ursprünglichen Plan verstanden.

Und Ihre Vision geht im Bildungsbereich doch weit über "Computer" hinaus! Die nutzlosen Noten und das sinnlose Sitzenbleiben abschaffen! Selbstständige Schule und all das!

Ich hatte im Studium Gelegenheit, die Laborschule Bielefeld kennen zu lernen und war danach durch die Ausbildung geschwebt in der festen Überzeugung: So sieht die Zukunft aus! So kann ich später arbeiten, an einer normalen Regelschule! Zwanzig Jahre später hat sich nichts getan und ich bin frustriert, weil ich hier, moderne Technik hin oder her, von der Denke her immer noch arbeiten muss wie in den 50ern. Die Schüler haben teils ähnliche Probleme wie in meiner Schulzeit! Nicht zuletzt wegen der nach wie vor gleichen Lehrerausbildung! Und natürlich allfälliger "Reförmchen", die nichts bringen als Profilierung für die Ministerin.

Nach wie vor gelten die Prinzipien dessen, was Ihre Partei "fließende Schullaufbahn" nennt, in Deutschland als exotische, realitätsferne Träumerei, während es anderswo längst Alltag ist, mit besseren PISA Ergebnissen, und weniger sozialer Selektion durch Schule!

Und vor dem Hintergrund muss ich noch einmal fragen: Was haben die Piraten im Landtag bisher unternommen, um ihre Ideen bekannt zu machen?
Antwort von Birgit Rydlewski
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09.03.2013
Birgit Rydlewski
Sehr geehrter Herr ,

verzeihen Sie, wenn ich mit einer Frage antworte?

Wie stellt man Öffentlichkeit her?

Ich blogge darüber, ich spreche auf Podiumsdiskussionen darüber (zum Beispiel letztens auf der Didacta in Köln), ich rede mit Journalisten, ich fahre zu Veranstaltungen usw.

Und es frustriert mich ebenso wie Sie, dass es schwierig ist, in der Öffentlichkeit damit weiterzukommen.

Wenn Sie tolle Ideen haben, können Sie sich gerne bei mir melden (rydlewski@gmx.net).

Gunter Dueck schrieb mal sinngemäß, dass man Geduld haben müsse und gedanklich die mitnehmen müsse, die noch nicht so weit sind. (Geduld gehört leider nicht so sehr zu meinen Stärken...)

Vielleicht übersehe ich aber wirklich Möglichkeiten der Öffentlichkeit, die Sie noch sehen.

Danke für Ihre Anregungen und beste Grüße

Birgit Rydlewski
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.05.2013
Von:
Jim

Sehr geehrte Frau Rydlewski

wie stehen Sie und die Piratenpartei zum Linkisextremismus?
Warum gibt es keine "Runden Tische gegen Linksextremismus"?

Wie kommt es das ihre Partei so viele "linke" Positionen vertritt? Ihre Partei fordert "Mehr Europa", aber das tun SPD/CDU/FDP/Grüne/Linke auch; macht das die Piratenpartei nicht überflüssig? Immerhin haben wir schon 5 Parteien im Bundestag und in jedem Landtag die sich für "Mehr Europa" einsetzen, da brauchen wir Bürger doch nicht noch eine sechste, oder? Ein Bundes- oder Landtag in dem alle Parteien sich für dasselbe einsetzen und jede Euro- und EU-Kritische Stimme unterdrückt wird; ist das noch demokratisch? Die JF berichtete heute folgendes: "Der Parteitag beschloß am 11. Mai in Neumarkt einen Unvereinbarkeitsbeschluß mit der Alternative für Deutschland (AfD)." Warum? Was ist so falsch an den Positionen der AfD? Und: Wollte die Piratenpartei nicht "Basisdemokratisch" mit allen anderen Parteien zusammenarbeiten? Ist es nicht berechtigt von der AfD sich für Deutschland einzusetzen? Das sollte doch der Sinn und Zweck von Politikern sein; das Wohl der Menschen, oder irre ich mich? Also: Was sagen Sie dazu?
Antwort von Birgit Rydlewski
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24.05.2013
Birgit Rydlewski
Sehr geehrter Herr ,

Sie haben die Frage auch an den von mir sehr geschätzten Kollegen Martin Delius aus Berlin gestellt. Seinen Ausführungen zu Ihrer Frage kann ich mich anschließen und verweise in diesem Fall auf seine Antwort.

Mit freundlichem Gruß

B. Rydlewski
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