Barbara Lochbihler (GRÜNE)
Abgeordnete EU

Grunddaten
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Finanzbeamtin
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Bayern
Bundeslistenplatz
5
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(...) Der Gouverneursrat, das sind die Finanzminister der ESM Mitgliedstaaten. Änderungen am EMS können nur einstimmig beschlossen werden - nichts geht gegen oder ohne Deutschland. Und es geht hauptsächlich um Garantien für Kredite, und nur wenig um direkte Kredite. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Internationales
28.09.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Lochbihler,

Ihr Kollege Bütikofer hat mich an Sie verwiesen, als ich ihn zu den antisemitscihen Zuständen und die Verfolgung von Überlebenden der Shoah durch die litauische Justiz befragte; hier noch mal - leicht verändert - die Frage, die ich u.a. an Herrn Bütikofer gerichtet hatte:

Am Samstag, dem 3. September war ich bei einer Veranstaltung des Bildungswerks für Friedensarbeit, wo Prof. Dovid Katz, aus den USA stammender und bis vor Kurzem in Vilnius lehrender Jiddisch-Professor, über die bis heute dauernde Verfolgung und Diffamierung jüdischer Überlebender aus Vilnius berichtet hat. Er verlor seine Professur in Vilnius, wel er der Gleichsetzung der Verbrechen des Stalinismus mit dem Völkermord an den Juden widersprochen hat, was in Litauen und in Ungarn unter Strafe steht. Ähnliches ereignet sich nach Angaben von Prof. Katz auch in anderen osteuropäischen Staaten, ohne dass Institutionen wie Bundestag, EU-Parlament, UNO, UNESCO oder UEFA - man bedenke, dass bald eine EM in Polen und der Ukraine stattfiden soll! - das wahrnehmen oder dagegen einschreiten würden. Auf den folgenden Seiten im Internet können Sie näheres erfahren, beim Bildungswerk für Firedensarbeit gibt es auch Links zu Artikeln aus dem ND und der"jungen Welt", die die Situation aktuell beschreiben:

www.bildungswerk-friedensarbeit.org
defendinghistory.com

Meine Fragen an Sie:
1. Ist Ihnen dieser Sachverhalt bekannt (oder haben Sie andere Informationen darüber)?
2. Was ist Ihre Meinung dazu?
3. Wenn Sie den Sachverhalt genauso sehen: was gedenken Sie dagegen zu tun?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Barbara Lochbihler
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14.10.2011
Barbara Lochbihler
Sehr geehrter Herr ,

ein Interview mit Herrn Prof Katz lesen Sie hier:
www.ag-friedensforschung.de

Was die Europäische Union bereits zum Thema Antisemitismus macht, finden Sie unter den folgenden Links:

Agentur der EU für Grundrechte
fra.europa.eu
Bearbeitet keine Fälle aber Informationen, welche Stellen weiterhelfen können. Länderspezifisch, aber auch themengeordnet.

Europarat
www.coe.int


European Commission against racism and Intolerance
www.coe.int


Report der European Commission against Racism and Intolerance über Litauen

www.coe.int


Weiterführende Links:

European network against Racism
Dachverband europäischer Rassismus NGOs
www.enar-eu.org


UNITED for Intercultural Action
www.unitedagainstracism.org

European network against nationalism, racism, fascism and in support of migrants and refugees
Zusammenschluss von 560 europäischen Organisationen


www.unitedagainstracism.org

Liste Anti Rassismus Organisationen/Institutionen in Litauen


Equinet European Network of Equality Bodies
www.equineteurope.org



Mit freundlichen Grüßen,

Barbara Lochbihler
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
02.02.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Lochbihler,

ich habe vor einigen Tagen erfahren dass ganz offensichtlich und nicht wirklich intensiv von Medien und co beachtet das "Handelsabkommen" ACTA derzeit im Ratifizierungsprozess zu sein sein scheint und wohl das EU-Parlament demnächst abstimmen müsste ob es das Abkommen annimmt oder nicht. Ich bin davon entsetzt - sowohl von dem Entstehungsprozess des Abkommens das anscheinend mehr oder weniger hinter verschlossenen Türen und an der Öffentlichkeit und entsprechenden Instiutionen vorbei entstanden ist - als auch von den Zensurmöglichkeiten des Vertrages. Ich habe das Abkommen selber gelesen und interpretiere es so dass eigentlich jeder unbescholtene Bürger dadurch mehr oder wenig ohne Vorwarnung zum Straftäter werden könnte & die Internetprovider quasi gezwungen werden den Datenstrom zu protokollieren, zu kontrollieren und mögliche Missetäter zu bestrafen.

Deswege möchte ich folgendes wissen: Was wissen sie genaues darüber? Wieso ist der gesamte Entstehungsprozess des Abkommens unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter gewaltigem Desinteresse der Medien stattgefunden? Und vor allem entscheidend: Werden sie für das Abkommen stimmen? Ja oder nein, einfache Frage. Und wenn ja: Warum?

Ich bedanke mich für eine hoffentlich baldige Antwort,

mit freundlichen Grüßen

Antwort von Barbara Lochbihler
bisher keineEmpfehlungen
06.02.2012
Barbara Lochbihler
Lieber Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage und dafür, Ihre Besorgnis über ACTA auszudrücken, die ich von ganzem Herzen teile!

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) würde in der Tat die Möglichkeiten der Inhaber von geistigen Eigentumsrechten zur privatisierten Durchsetzung ihrer Interessen stärken, während die Schutzbestimmungen für die NutzerInnen nicht in gleichem Maße berücksichtigt würden. Es würde eine freiwillige Zusammenarbeit zwischen Internet-Zugangsanbietern und Rechteinhabern einführen, mit der Gefahr, dass es zun französischen "3-strikes" Strafmaßnahmen sogar ohne faires rechtliches Verfahren kommt. Sogar der Europäische Gerichtshof hat am 24. November 2011 entschieden, dass das Blockieren oder Filtern des Internet-Zugangs keine angemessene Maßnahme für die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen darstellt. ACTA würde auch unverhältnismäßige zivile Schadensersatzansprüche einführen, die sich lediglich nach dem Verkaufswert von getauschten Dateien bemessen und nicht daran, ob diese Dateien ansonsten jemals entsprechend oft gekauft worden wären. ACTA würde auch den Zugang zu generischen Medizinprodukten für Entwicklungsländer erschweren, wenn sie durch Häfen in ACTA-Unterzeichnerstaaten verschifft werden, also etwa durch Europa oder die USA.

ACTA wurde allein deshalb initiert, weil einige Industriestaaten ihre Agenda zur Durchsetzung des geistigen Eigentums in legitimen multilateralen Institutionen wie WIPO oder WTO aufgrund wachsenden Widerstandes durch Entwicklungs- und Schwellenländer nicht mehr durchsetzen konnten. Daher sind erstere zu einer Koalition der Willigen übergegangen, die mehr als zwei Jahre lang Geheimverhandlungen führte. Die ACTA-Verhandlungsunterlagen sind bis heute nicht öffentlich, und die Entwürfe des Abkommens wurden erst auf massiven Druck des Europäischen Parlaments hin veröffentlicht.

Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament haben dieses gefährliche Abkommen über die letzten zwei Jahre bekämpft. Wir haben zwei Studien in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen auf die Grundrechte und auf den Zugang zu Medizin zu untersuchen, welche klar die großen Probleme und Gefahren von ACTA nachgewiesen haben. Wir haben eng mit der NGO- und AktivistInnen-Community zusammengearbeitet, und wir haben alle notwendigen Schritte unternommen, um zu klären, wie ACTA dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt werden kann. Alle Informationen dazu finden sich hier: en.act-on-acta.eu .

Jetzt, da die EU-Ratspräsidentschaft und einige Mitgliedsstaaten das Abkommen unterzeichnet haben, wird sich das Europäische Parlament wird sich mit der Ratifizierung von ACTA befassen. Am wichtigsten werden die Ausschüsse LIBE (Bürgerrechte), JURI (Recht) and INTA (internationaler Handel - federführend zu ACTA) sein.

Sie können sich darauf verlassen, dass ich gegen das Abkommen stimmen werde.
Wenn Sie selber aktiv helfen wollen, ACTA zu verhindern, dann rate ich Ihnen, vor allem liberale (ALDE) und sozialdemokratische (S&D) Abgeordnete in den o.g. Ausschüssen zu kontaktieren, denn es ist bisher unklar, wie diese Fraktionen sich am Ende verhalten werden. Ihre Stimme kann hier einen wichtigen Unterschied machen! Vielen Dank für die Hilfe!

Mehr Informationen finden Sie unter folgenden Links:

* Grüne/EFA Pressemitteilung zur Unterzeichnung von ACTA: www.greens-efa.eu
* Position von Europäischen Professoren zu ACTA ("Hannover-Gutachten"): www.iri.uni-hannover.de
* Studien zu ACTA im Auftrag der Fraktion Grüne/EFA:
* ACTA and Access to Medicines: rfc.act-on-acta.eu
* Compatibility ACTA with the European Convention on Human Rights & the EU Charter of Fundamental Rights: rfc.act-on-acta.eu
* Mexikanischer Senat fordert Regierung auf, ACTA nicht zu unterzeichnen: www.senado.gob.mx
* FFII blog zu ACTA: acta.ffii.org
* ACTA-Abkommenstext: trade.ec.europa.eu


Mit freundlichen Grüßen

Barbara Lochbihler
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Frage zum Thema Wirtschaft
04.05.2012
Von:

Können Sie versichern dass es durch die Produktion von Biokraftstoffen zu keinerlei negativen Einflüssen auf die Welthungersituation kommt? Und das auch wenn man die indirekte Landnutzungsänderung mit einbezieht? Dass jegliche Befürchtung dass wegen 2009/30/EG auch nur ein Mensch auf diesem Planeten aufgrund von "Tank oder Teller" mehr für sein Essen bezahlen muss, völlig haltlos ist?

mit freundlichen Grüssen


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