Barbara Lochbihler (GRÜNE)
Abgeordnete EU

Grunddaten
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Finanzbeamtin
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Bayern
Bundeslistenplatz
5
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(...) Die einzigartige Beziehung zu Israel und die Verpflichtung gegenüber seinem Recht auf Sicherheit sind Eckpfeiler deutscher Außenpolitik. Das deutsch-israelische Verhältnis ist durch die Verfolgung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden durch das nationalsozialistische Deutschland geprägt. Die Verantwortung aus unserer Geschichte besteht dauerhaft und kann nicht durch einen Schlussstrich beendet werden. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Umwelt
18.11.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Lochbihler,

mit viel Interesse habe ich Ihre Aktivitäten im Kampf für die Menschenrechte verfolgt und bin nachhaltig von Ihrem Engagement beeindruckt. Zuletzt habe ich Sie bei "hart aber fair" gesehen, wo Ihr Auftritt, der beste der Runde war.

Meine Frage ist nun, wie viel Sie bedingt durch Ihre Arbeit eigentlich fliegen, und ob sie planen so wie Ska Keller ihre Flüge publik zu machen? Als Grüne sind Sie doch bestimmt daran interessiert so wenig wie möglich zu fliegen.

Es grüsst herzlich,

Antwort von Barbara Lochbihler
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19.11.2012
Barbara Lochbihler
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Interesse und die netten Worte. Ich versuche in der Tat, möglichst viel mit dem Zug zu reisen. Allerdings ist das allzu häufig allein aus zeitlichen Gründen recht schwierig. Nicht selten muss ich nämlich als Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses längere Strecken überbrücken - in diesem Jahr war ich unter anderem bereits in China, dem Jemen, in Libyen und in Burma - oder mehrere Termine in kurzer Zeit an verschiedenen Orten wahrnehmen.

Ganz so detailliert wie Ska veröffentliche ich meine Flüge bislang nicht. Aber auf der Startseite meiner Webseite www.barbara-lochbihler.de findet sich ein Zertifikat von ATMOSFAIR, das aufweist, wie viele Kilometer ich im verganenen Jahr habe fliegen müssen, wie viele Tonnen CO2 dabei ausgestoßen wurden, und wie viel ich zum Ausgleich in klimaschonende Projekte investiert habe.

Mit freundlichen Grüßen,
Barbara Lochbihler
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Frage zum Thema Internationales
20.11.2012
Von:

Ethnische Vertreibung in den C-Gebieten der Westbank?

Sehr geehrte Frau Lochbihler,

vielen Dank für Ihre Antwort, leider umgehen Sie eine Antwort mit einer unhaltbaren Behauptung.

Ich nenne eine Quelle, die im Internet zugänglich ist, als Beleg für meine Feststellung: ( www.openisbn.com Seite 2)

Dort finden Sie allgemeine Definitionen des Begriff "ethnic cleansing", wie er von der UNO und dem Haager Gerichtshof benutzt wird. Ich unterstelle eine Definition, wie sie 1993 von einer Expertengruppe der UNO in einem Bericht für den Sicherheitsrat formuliert wurde: ".... die gezielte und geplante Entfernung einer spezifischen ethnischen Gruppe aus einem bestimmten Gebiet mittels Gewalt oder Einschüchterung zu dem Zweck, dieses Gebiet ethnisch homogen zu gestalten" (Übersetzung HS).

Wenn Sie mit Ihrer Behauptung meinen sollten, es gäbe noch keine international einheitliche Definition und Rechtsprechung zu "ethnical cleansing", dann haben Sie recht. Da es diesen Begriff im Völkerrecht erst seit der Jugoslawienkrise gibt, kann es auch kaum anders sein. Für die Rechtsentwicklung ist das eine sehr kurze Zeit.

Für den Fall, dass Sie trotzdem auf Ihrer Meinung beharren, formuliere ich die Frage wie folgt um: Sind Sie der Meinung, dass die Vorgänge in der Area C den Tatbestand der ethnischen Vertreibung erfüllen, im Sinne der Verwendung dieses Begriffs bei UNO und Haager Gerichtshof nach 1990?

Ihren Aussagen im Übrigen (insb. zu Antisemitismus) stimme ich ausdrücklich zu. Für die hier gestellte Frage sollten jedoch - wie ich meine - ausschließlich die Verhältnisse in den C-Gebieten der Westbank relevant sein.

Es geht um die Frage, ob die vielen, seit 1967 andauernden Völker- und Menschenrechtsverletzungen der israelischen Regierungen in den Palästinensergebieten, sich inzwischen zu einer neuen völkerrechtlichen Qualität (ethnische Vertreibung) addiert haben.

Mit freundlichen Grüßen,

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.12.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Lochbihler,

gestern habe ich mit Freunden in größerer Runde darüber diskutiert, ob Handel mit nicht-demokratischen Regimes, welche die Menschenrechte nicht achten, von der Politik unterstützt oder unterbunden werden sollte. Dabei haben wir festgestellt, dass dieses Thema eine sehr wichtige Frage der kommenden Wahl für uns ist.
Gerade im Hinblick auf die kommende Wahl wäre es für uns interessant, Ihre Meinung hierzu zu kennen. Ihre Antwort könnte unter Umständen entscheiden, wo wir unser Kreuz setzen werden.
Ich würde mich über eine ausführliche Antwort freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Barbara Lochbihler
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14.12.2012
Barbara Lochbihler
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie ist ja zunächst einmal sehr generell gehalten. Ich will mal an einem konkreten Beispiel aufzeigen, welche Aspekte man beim Thema "Sanktionen gegen nicht-demokratische Regime" beachten muss.

Am 23. Januar d.J. beschloss der EU-Außenministerrat weitreichende Sanktionen gegen den Iran. Neue Verträge über den Import von Öl und verwandten Produkten in die EU wurden umgehend verboten, die laufenden Verträge sollen ab Juli 2011 aufgehoben werden. Alle Guthaben der iranischen Zentralbank auf europäischem Boden wurden eingefroren. Die Hoffnung der Minister: den Iran im Atomstreit wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Dieses Ziel kann ich nur unterstützen, denn eine militärische Konfrontation sollte unter allen Umständen vermieden werden. Experten verschiedenster politischer Überzeugung, vor allem aber iranische Oppositionsmitglieder äußern allerdings vehemente Kritik am harten Vorgehen der EU. Dem Ölsektor entspringen 80 Prozent der iranischen Wirtschaftseinnahmen. Ein breites Embargo der EU trifft somit, im Gegensatz zu zielgerichteten smart sanctions, in erster Linie die ohnehin wirtschaftlich und politisch gebeutelte iranische Bevölkerung, nicht die autokratische Regierung in Teheran. Zudem bietet ein solcher Eingriff durch die EU den Machthabern in Teheran eine willkommene Ausrede, die katastrophalen Auswirkungen ihrer eigenen Misswirtschaft auf den sogenannten Westen zu schieben.

Die undifferenzierte Herangehensweise der EU könnte außerdem zu einer Stärkung der iranischen Abschottungspolitik führen. Seit Jahren nutzt die Regierung in Teheran die Tatsache, dass die EU Atomwaffen in anderen Ländern stillschweigend akzeptiert, den Iran aber unter Druck setzt, um die Rückzugspolitik gegenüber dem "Westen" zu rechtfertigen. Tatsächlich verfügen Länder wie Pakistan oder Israel über nukleare Sprengköpfe, haben im Gegensatz zum Iran aber nicht einmal den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben. Dem häufig geäußerten Vorwurf, die EU messe in ihrer Außenpolitik mit zweierlei Maß, kann zumindest in dem Bereich nur stattgegeben werden.

Ob ein Öl-Embargo die iranischen Diplomaten und Atomexperten davon überzeugen wird, zu verhandeln, ist fraglich. Es droht sogar das Gegenteil: eine Trotzreaktion, eine weitere Flucht in die üblichen ideologisch aufgeladenen Muster, im schlimmsten Fall sogar eine militärische Eskalation.

Es ist schwer zu sagen, wer letztlich Recht behalten wird. Auch innerhalb der GRÜNEN Europafraktion gab es angeregte Diskussionen und unterschiedliche Meinungen. Ich schließe mich der GRÜNEN Vorsitzenden der Iran-Delegation Tarja Cronberg sowie jenen Experten und iranischen Oppositionellen an, die solche Sanktionen kritisch sehen. Gleichzeitig ist zu hoffen, dass die Maßnahmen doch zu einer beidseitigen Verhandlungsbereitschaft führen werden. Denn letztlich wird der Atomstreit mit dem Iran wie so viele andere außenpolitische Konflikte nur an einem Ort zu lösen sein: am Verhandlungstisch.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Barbara Lochbihler
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Frage zum Thema Europaweite Regeln für Onlinegeschäfte
10.02.2013
Von:

Wie verteidigen Sie mein Grundrecht auf Datenschutz?
Antwort von Barbara Lochbihler
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13.02.2013
Barbara Lochbihler
Sehr geehrter Herr ,

Im Ausschuss für Menschenrechte, welcher dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten untersteht, arbeiten wir leider kaum zum Thema Datenschutz. Jedoch kümmert sich die Grüne Fraktion federführend um die Novellierung des Datenschutzes in Europa. Insbesondere mein Kollege Jan Philipp Albrecht setzt sich als Berichterstatter und damit Verhandlungsführer im Europaparlament für einheitliche Regeln und starke Nutzerrechte ein.

Bis zu den nächsten Wahlen im Frühjahr 2014 wollen wir einen europäischen Datenschutz durchsetzen. Das ist das größte Gesetzesvorhaben in der Geschichte der EU - und über 20 Jahre nach dem Inkrafttreten der alten Rahmenrichtlinie sowie angesichts der Herausforderungen durch die globale Digitalisierung ist es auch höchste Zeit.

Wir Grünen fordern vor allem für einheitliche Standards, welche Datenmissbräuche durch große Unternehmen wie Google, Facebook & Co. härter bestrafen und den Nutzer_innen stärkere Rechte einräumen. Zu den zentralen Forderungen gehören unter anderem, dass Nutzer_innen immer auf unkomplizierte und verständliche Weise gefragt werden müssen, ob ihre Daten überhaupt verarbeitet werden dürfen, dass sie ein Recht auf vollständige Löschung, Auskunft oder Korrektur ihrer Daten haben, dass Verstöße sanktioniert werden, dass Daten nur zweckgebunden erhoben werden dürfen und die Möglichkeit zu Pseudonymen besteht. Darüber hinaus wollen wir, dass ein institutioneller Rahmen geschaffen wird, der einen starken Datenschutz ermöglicht. Das bedeutet zum einen die Ernennung von Datenschutzbeauftragen im Verhältnis zur Datenverarbeitungsmenge und zum anderen feste Ansprechpartner für ganz Europa, welche eingehende Beschwerden bearbeiten.

Bis zum 27. Februar 2013 können noch Änderungsanträge zum Kommissionsvorschlag über die neue Datenschutzrichtlinie gestellt werden, Ende April wird es eine Abstimmung im Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres, kurz LIBE, geben. Je nach Verhandlungsstand im Rat beginnt schließlich ab Mai ein sogenannter "Trilog" zwischen Europaparlament, Rat und Kommission.

Mehr Informationen zur neuen Datenschutzrichtlinie finden Sie auf der Homepage von Jan Philipp Albrecht: www.janalbrecht.eu . Die zentralen Forderungen der Grünen finden Sie insbesondere hier aufgelistet: www.janalbrecht.eu .

Beste Grüße,

Barbara Lochbihler
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.02.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Lochbihler,

wie ich der Internetseiten "LobbyPlag" und "netzpolitik.org", sowie dem "gutjahrs blog" entnommen habe, wird zur Zeit im Europäischen Parlament an einer sogenannte Datenschutzreform gearbeitet: "General Data Protection Regulation (GDPR)".

Wie ich den oben genannten Quellen entnommen habe, nehmen scheinbar verschiedene Unternehmen und Interessenverbände dabei großen Einfluss auf die Ausgestaltung der Gesetzestexte. Genauer, Textvorlagen werden von MitarbeiterInnen dieser Unternehmen und Interessenverbänden verfasst und scheinbar in unterschiedlichem Umfang von einigen Abgeordneten in deren Gesetzestextvorschläge übernommen. Schließlich werden die Vorschläge dann zur Abstimmung im Parlament eingereicht.

In diesem Zusammenhang habe ich folgende Fragen an Sie:

1. Wie stehen Sie zum Thema "Einflussnahme auf die Politik durch LobbyvertretterInnen"?

2. Wie ist Ihre Position bzgl. der oben genannten Datenschutzreform?

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Barbara Lochbihler
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13.02.2013
Barbara Lochbihler
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Generell finde ich Interessensvertretung legitim, solange sie transparent ist und sich in einem angemessenen Rahmen bewegt, also solange kein Geld fließt oder andere fragwürdige bis illegale Methoden angewandt werden.

In meiner alltäglichen Arbeit erlebe ich häufig, dass Interessensvertreter_innen auf mich zukommen und so Einfluss in die Politik suchen. Meistens handelt es sich dabei um Botschafter_innen, Regierungsvertreter_innen oder NGOs. Für ein ausgewogenes Meinungsbild und um gute Lösungen für alle Beteiligten zu finden, lege ich Wert darauf, sowohl die staatliche als auch nichtstaatliche Seite anzuhören.

Jedoch bin ich bei weitem nicht so betroffen von der Art Lobbyismus, die auf Ihren angegebenen Internetseiten benannt wird. Im Menschenrechtsbereich arbeite ich nicht an Gesetzen mit und kopiere dementsprechend keine Änderungsanträge aus Lobbyisten-Anfragen. Ich nehme in erster Linie repräsentative und diplomatische Aufgaben wahr und interveniere bei akuten Menschenrechtsverbrechen.

Zu Ihrer zweiten Frage, nämlich meiner Position zur Datenschutzreform, arbeiten mein Büro und ich nicht gesondert. Ich stehe jedoch hinter der Linie der Grünen Fraktion, in welcher sich vor allem mein Kollege Jan Philipp Albrecht federführend engagiert. Er fordert härtere Sanktionen gegen Datenschutzmissbrauch und starke Rechte für Nutzerinnen und Nutzer. Seine zentralen Forderungen können Sie hier übersichtlich zusammengefasst nachlesen: www.janalbrecht.eu . Ein umfassenderes Dossier finden Sie hier:
www.janalbrecht.eu .
Übrigens hat, um zur ersten Frage zurück zu kommen, selbiger Kollege kürzlich interessante Statistiken zu Lobbyismus in der EU Datenschutzreform veröffentlicht: www.janalbrecht.eu

Ich hoffe, Ihnen durch meine Antworten weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Barbara Lochbihler
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