Arnold Vaatz (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Arnold Vaatz
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Mathematiker
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Dresden II - Meißen I
Ergebnis
35,2%
Landeslistenplatz
1, Sachsen
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Frage zum Thema Arbeit
12.08.2005
Von:

Hallo Herr Vaatz,

ich habe 2 Fragen:

Frage 1: Was gedenken Sie zu tun, damit es in Deutschland nicht nur wieder mehr Nachwuchs gibt, sondern daß dieser auch zu einem gesellschaftsfähigen, dem Staat nutzenden Wesen heranwachsen kann, das genügend Kraft besitzt, sich um sich selbst sowie um wirklich Schwache (wie Kranke, kleine Kinder, Alte usw.) zu kümmern, und nicht zu einem psychopathischen Extrem-Individualisten mit Dollarscheinen in den Augen, der sich ausschließlich um sich selbst schert?

Frage 2: Was halten Sie davon, bundesweit zinsfreies, umlaufgesichertes Geld einzuführen, so wie es im Buch "DER RUBEL MUSS ROLLEN" von Lanoo (Christian Anders) vorgestellt und in Sachsen-Anhalt vorreitermäßig schon eingesetzt wird (siehe: www.urstromtaler.de )?

Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.
MfG aus Hamburg
Antwort von Arnold Vaatz
bisher keineEmpfehlungen
06.09.2005
Sehr geehrte Frau ,

gern möchte ich Ihre Fragen beantworten:

*Frage 1: Was gedenken Sie zu tun, damit es in Deutschland nicht nur wieder mehr Nachwuchs gibt, sondern daß dieser auch zu einem gesellschaftsfähigen, dem Staat nutzenden Wesen heranwachsen kann, das genügend Kraft besitzt, sich um sich selbst sowie um wirklich Schwache (wie Kranke, kleine Kinder, Alte usw.) zu kümmern, und nicht zu einem psychopathischen Extrem-Individualisten mit Dollarscheinen in den Augen, der sich ausschließlich um sich selbst schert?*

Wir müssen für erstklassige Bildung und Erziehung sorgen. Es ist Aufgabe der Familien und der Schulen, eine klare Werteorientierung zu vermitteln.

Deshalb halten wir an der Regelung unserer Verfassung fest, dass der Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach zu erteilen ist. Es ist unsere Aufgabe, anschaulich und in verständlicher Sprache zu vermitteln, dass verantwortliche und dem Menschen verpflichtete Politik ihre feste Grundlage in den christlichen Werten hat. Nächstenliebe und Solidarität mit den Schwachen, Anstand und Anständigkeit im Umgang miteinander, Streben nach Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit sowie Schutz allen menschlichen Lebens, Heimatliebe gesundes Nationalbewusstsein, das sind Werte, die christlichen Grundüberzeugungen entspringen.

Sprache ist der Schlüssel zu Bildung. Deshalb setzen CDU und CSU in den dafür zuständigen unionsgeführten Bundesländern auf vorschulische Sprachförderung für alle Kinder und auf bedarfsorientierte Ganztagsangebote. Darüber hinaus hat der Gesprächskreis Kultur der CDU Deutschlands in seinen Thesen zur kulturellen Bildung ausgeführt, dass kulturelle Bildung die Schlüsselkompetenz zur Persönlichkeitsentwicklung darstellt. Kulturelle Bildung muss in der Familie beginnen und darf mit der Schule nicht aufhören. Zugleich ist kulturelle Bildung ein unverzichtbarer Bestandteil des öffentlich verantworteten oder geförderten Bildungssystems.


Frage 2: Was halten Sie davon, bundesweit zinsfreies, umlaufgesichertes Geld einzuführen, so wie es im Buch "DER RUBEL MUSS ROLLEN" von Lanoo (Christian Anders) vorgestellt und in Sachsen-Anhalt vorreitermäßig schon eingesetzt wird (siehe: www.urstromtaler.de)?


Der Staat ist kein Finanzier. Kredite werden von der Kreditwirtschaft im Wettbewerb vergeben und hängen von der Kreditfähigkeit des Kreditnehmers ab. Grundsätzlich wird niemand Kapital zur Verfügung stellen, wenn er dafür nicht einen Preis – hier den Zins – erhält. Selbst wenn wie z. B. im islamischen Bereich Zinsen verboten sind, wird dies über Mieten, Gewinnbeteiligungen an Handelsgeschäften, Gebühren o. ä. abgedeckt. Die hiesigen Marktzinsen sind im Übrigen derzeit sehr gering. Der Bund hat lediglich die Möglichkeit, im Rahmen bestimmter Förderzwecke wie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau zinsverbindliche Kredite zur Verfügung zu stellen.

Regionale Initiativen sind im Rahmen der gesetzlichen Gegebenheiten – insbesondere das Umsatzsteuergesetz gilt auch bei Tauschgeschäften - jederzeit zu begrüßen.

Mit freundlichem Gruß


Arnold Vaatz
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Frage zum Thema Aufbau Ost
15.08.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Vaatz,

meine Frage bezieht sich auf den oft geäußerten Wunsch, in grenznahen Regionen Ostdeutschlands, Sonderwirtschaftszonen einzurichten. Was halten Sie von diesem Vorschlag und auf welche "gesetzlichen" Bereiche sollten sich diese Maßnahmen beziehen? Ich könnte mir z.B. vorstellen, den Gewerbesteuersatz aushandeln zu lassen, um Investoren für diese Gebiete zu gewinnen.

Vielen Dank für Ihre Mühe

Antwort von Arnold Vaatz
1Empfehlung
25.08.2005
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Gern möchte ich hierauf antworten.

Ihr Vorschlag hat sich meines Erachtens überlebt. Mit dem Beitritt unserer osteuropäischen Nachbarländer zur Europäischen Union hat sich der - gemeinsamen Regeln unterworfene - Binnenmarkt der EU erweitert. Damit gilt für Investoren Dienstleistungsfreiheit und für Unternehmen Niederlassungsfreiheit. Auch wenn eine ostdeutsche Gemeinde in einer strukturschwachen Region komplett auf die Gewerbesteuereinnahmen verzichten würde, bliebe das - für Investoren und Unternehmen attraktive - Preis-/Lohngefälle zu den Beitrittskandidaten erhalten. Wenn man mit Investoren spricht, erfährt man, dass die finanziellen Anreize für eine Unternehmensansiedlung zwar wichtig, in der Regel aber nicht allein entscheidend sind. Es spielen auch das Arbeitskräftepotenzial der Region, Lage zu den Verkehrswegen und zu möglichen Geschäftspartnern, Aufgeschlossenheit und unkomplizierte Herangehensweise der örtlichen Behörden sowie die Lebensqualität für das Führungspersonal (kurz: "Klima vor Ort") eine Rolle. Die Union setzt sich daher für eine kluge und gezielte Förderung ein, nicht aber für eine Förderpolitik "gegen den Markt".

Mit freundlichem Gruß

Arnold Vaatz
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