Andreas Stoch (SPD)
Abgeordneter Baden-Württemberg

Angaben zur Person
Geburtstag
10.10.1969
Berufliche Qualifikation
Studium der Rechtswissenschaften
Ausgeübte Tätigkeit
MdL, Rechtsanwalt
Wohnort
Heidenheim
Wahlkreis
Heidenheim
(...) Für eine bundeseinheitliche Kürzung der Feriendauer von 75 Werktagen dürfte aus derzeitiger Sicht bundesweit keine Übereinstimmung erzielbar sein. Zudem ist eine erhebliche politische Diskussion mit Blick auf das Thema Lehrerarbeitszeit zu erwarten, da die Länder - auch Baden-Württemberg - bei der Festsetzung der Deputate und der dabei zu berücksichtigenden Urlaubszeit/unterrichtsfreien Zeit von 75 Werktagen ausgehen. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
08.07.2015
Von:

Sehr geehrter Herr Stoch,

wie kann es sein, dass die SPD den Einfluss auf Bildung (zusammenarbeit mit religiösen Gruppen, Einführung des Islamunterrichts) fördert. Obwohl religiöses Denken Wissenschaft und Arbeiterschaft unterdrückt. Hier sollte sich die SPD doch an ihre historischen Wurzeln erinnern und sich der Ethik und Würde des Menschen annehmen. Ferner ist an Schulen Religion ab dem Kindergarten allgegenwärtig und Kirchen wehren sich gegen Wissenschaft in Kindergärten. So können Schüler zwar die Schöpfungsgeschichte ehrfürchtig vor Gott (einem Geist vergleichbar mit einer Elfe) wiedergeben aber die Evolutionstheorie wird bestenfalls als Theorie das der Mensch vom Affen abstammt abgetan.
Hier die Frage wann erhält in Schulen Wissenschaftlichkeit Vorrang vor mystischem Denken? Wieso wird der Gottesbezug nicht endlich abgeschaft? Religion mag zwar das einzige ordentliche Schulfach sein, Bildung ist das aber nicht. Hinweis: hpd.de

Gruß
Antwort von Andreas Stoch
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13.07.2015
Andreas Stoch
Sehr geehrter Herr ,

Das Grundgesetz garantiert in Art. 7 Abs. 3 den bekenntnisorientierten Religionsunterricht. Dort heißt es wörtlich:
Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. (...)
Diese Garantie wird durch die baden-württembergische Landesverfassung (Art. 18) und das Schulgesetz (§ 96) bestätigt und weiter präzisiert.
Die Landesregierung hat darüber hinaus immer wieder betont, dass sie den bekenntnisorientierten Religionsunterricht auch deshalb für unverzichtbar hält, weil Kinder und Jugendliche auf diesem Wege den eigenen Glauben vertieft kennenlernen und reflektieren, ihre persönliche Identität stärken und sprechfähig werden für den Dialog mit anderen Glaubensrichtungen. Ebenso wichtig ist es, dass Schülerinnen und Schüler verschiedener Religionen und Weltanschauungen im Schulalltag und in allen übrigen Fächern über Sinn- und Wertfragen ins Gespräch kommen, Kenntnisse über die je anderen Religionen oder Weltanschauungen erwerben und den respektvollen Umgang miteinander lernen, um das Zusammenleben in einer offenen und demokratischen Gesellschaft einzuüben. Dies trägt unserer Auffassung nach wesentlich dazu bei, junge Menschen davor zu bewahren, aufgrund von "religiösem Analphabetismus" auf die Angebote von Extremisten hereinzufallen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Stoch MdL
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
13.07.2015
Von:

Sehr geehrter Herr Stoch,

erst einmal Danke für Ihre Antwort.
Aber den Artikel 7 und die Stellen im Grundgesetzt kenne ich. Wäre es nicht an der Zeit z.B. in Geschichte über die Entstehung des Gottesglauben und den Machenschaften der Religionen aufzuklären? Wäre es nicht Zeit in Gemeinschaftskunde und Sozialkunde über die Machtausübung der Kirchen zu informieren? Wäre es nicht an der Zeit Wissenschaft ab dem Kindergarten näher zu bringen?
Zum Schutz vor Bauernfänger oder Menschenfischer hilft nicht mehr von abrahamitischem Gedankengut, sondern wie Manipulation und Indoktrination funktioniert. Es hilft nicht Religion verklärend darzustellen. Es ist an der Zeit aufzuklären! Es ist aus meiner Sicht auch Zeit sich für die Änderung der Gesetzgebung stark zu machen.
Wären die Religionen so friedlich und friedenssuchend wie sie es versuchen glauben zu machen, konnten die doch gemeinsam unterrichten. Wenn auch Religionsunterricht an Schulen stattfinden muss, muss das der Staat nicht auch noch zahlen. Den glauben reflektieren -wie Sie es nennen- kann doch erst in einem Unterricht aus einem nicht konfessionellen Standpunkt sein. Was ist an religiösen Analphabetismus so schlimm? Ist wissenschaftlicher Analphabetismus nicht schlimmer?
Ich komme aus einer Generation, bei der die RAF eine gewisse Bedeutung hatte. Wichtige Mitglieder dieser Organisation waren religiös erzogen! Aus dem Geschichtsunterricht weiß ich, dass in unserer deutschen Geschichte religiöse Kräfte bei der Machtergreifung beteiligt waren. Ich nehme auch an, Sie kennen die konstantinische Schenkung. Vermutlich kennen Sie auch die übrigen Taten der Kirche. Wieso also nicht langsam humanistische, demokratische, der Aufklärung und Wissenschat verpflichteten Bildungsvorrang vor phantastischen Erzählungen zu geben. Mit freundlichen Grüßen


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Frage zum Thema Bildung und Forschung
24.07.2015
Von:

Sehr geehrter Herr Stoch,

wir Lehrbeauftragten werden in Baden-Württemberg als wichtiger Bestandteil der akademischen Ausbildung angesehen. Wieso spiegelt sich dieser Tatbestand nicht in der Bezahlung wider?

Ein einfaches Rechenbeispiel: Anfahrt zur Hochschule 15 Minuten: die meisten Lehrbeauftragten wohnen allerdings weiter weg. Anwesenheit vor Beginn der Vorlesung 15 Minuten (Aufbau und Test Technik, Ansprache Studierende, Besorgung Präsentationsmedien usw.. Vorlesung 2x 45 Minuten = 90 Minuten. Anwesenheit nach Vorlesung 15 Minuten, für Abbau Technik, Anfragen Studierenden usw. Rückfahrt Hochschule 15 Minuten (meist mehr) Inhaltliche / methodische Vorbereitung 45 Minuten (Recherche, Didaktische Reduktion, Gestaltung Lehrmedien usw.). Onlinebetreuung Studierende (Anfragen Referate, Inhalte, usw.) und Pflege Onlineplattform 20 Minuten. Der Zeitaufwand ist höher einzuschätzen, da Anspruch der Studierenden steigt, sowie für moderne Lehrveranstaltung unerlässlich. Summe 215 Minuten. Bezahlung für eine 2 stündige Lehrveranstaltung 60 € (manchmal 70 €). Mir nicht, trotz akademischer Ausbildung und langjähriger Berufserfahrung. 60 €: 215 Min.= ca. 0,28 € je Minute, ergibt einen Stundensatz von ca. 16,8 €. Hiervon sind die Kosten (allg. Bürokosten, Büromiete, Fahrzeug) für Selbständige abzuziehen. Vom Restbetrag sind dann die üblichen Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge zu bezahlen. Rein netto bleiben ca. 9 €. ---- 9 € / Std. für eine akademische Fachkraft mit Berufserfahrung, die als tragende Säule in der Bildungslandschaft angesehen wird. Wollen Sie damit in den Wettbewerb um die besten Köpfe Baden-Württembergs treten bzw. die privatwirtschaftliche Konkurrenz ausstechen? Über eine ehrliche Antwort würde ich mich freuen. Bitte nehmen Sie nicht den mathematischen Holzweg die Zahlen anzuzweifeln, da diese sowieso schon für Sie günstig angesetzt sind.

Liebe Grüße

G.

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