Alexander Alvaro (FDP)
Abgeordneter EU

Grunddaten
Jahrgang
1975
Berufliche Qualifikation
Bankkaufmann, Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Bundeslistenplatz
6
weitere Profile
(...) Die Tatsache, dass die Europäische Kommission in dem von Ihnen erwähnten Dokument Ölpalm-Plantagen Wäldern gleichsetzt scheint mir bedenklich zu sein, da dies auf der Welt zu weiteren Umwandlungen von Urwäldern in Plantagen mit katastrophalen Folgen ermutigen könnte. (...)
Parlamentarische Arbeit
Fragen an Alexander Alvaro
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema SWIFT-Abkommen II
24.11.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Alvaro,

Anfang April hatte ich in einem Artikel auf spiegel-online über die verheerenden Verstösse seitens der USA gegen das SWIFT-Abkommen gelesen. In diesem Beitrag wurden Sie auch erwähnt, als Sie forderten, diese Mängel umgehend zu beheben.

Da nun einige Zeit vergangen ist, würde ich gerne nochmal auf dieses Thema zurückkommen und wissen, wie man seitens der EU auf den Vorfall reagiert hat und welche Konsequenzen dieser hatte.

Zur Erinnerung: Die EU-Kommission räumte in einem Bericht schwere Fehler bei der Umsetzung des Swift-Abkommens ein. Die USA speicherten demnach Daten europäischer Bankkunden ohne Anlass und auf Vorrat und verschwiegen die Zahl der Zugriffe.
Dies wiederum stellt einen erheblichen Verstoss gegen die getroffenen Vereinbarungen dar.

Meine Frage lautet nun: Wurde eine Überarbeitung und damit eine Verbesserung der Anwendung zum Schutz dieser Daten vorgenommen und wie sieht diese konkret aus? Was wurde unternommen, um solche Vorgehen zukünftig zu vermeiden.

Vorab vielen Dank für Ihre Antwort.

Freundliche Grüße,
Antwort von Alexander Alvaro
bisher keineEmpfehlungen
01.12.2011
Alexander Alvaro
Sehr geehrter Herr ,

Heute vor zwei Jahren trat der Vertrag von Lissabon in Kraft und stärkte insbesondere im Bereich der europäischen Innenpolitik die Rechte des Europäischen Parlaments. Statt diese zu nutzen, positionieren sich viele Parteien bereits für den Wahlkampf. Die Verteidigung der Grundrechte bleibt dabei immer öfter auf der Strecke.

Dabei war der Anfang vielversprechend: Eine der ersten Entscheidungen des Europäischen Parlaments nach Inkrafttreten des Lissabonvertrages war die Ablehnung des sogenannten SWIFT-Abkommens, das die Übermittlung europäischer Bankdaten an die USA zum Zweck der Terrorismusbekämpfung regelt. Das Europäische Parlament hatte ein Zeichen gesetzt, dass die Abgeordneten ihre neuen Rechte selbstbewusst wahrnehmen würden.

Das seit dem 11. September 2001 immer dichter wachsende Geflecht der Sicherheitsgesetze wurde hinterfragt. Wegen Bedenken bezüglich Datenschutz und Rechtssicherheit wurde zum ersten Mal ein internationaler Vertrag zu Fall gebracht. Verantwortungsbewusst wurde wenige Monate später ein neues Abkommen, das sowohl den datenschutzrechtlichen Standards, als auch den sicherheitspolitischen Notwendigkeiten entsprach, verhandelt und mit den Amerikanern abgeschlossen.

Heute ist jedoch nicht mehr zu übersehen, dass die zuvor gesetzlich verankerten Schutzmechanismen in der Praxis wirkungslos sind, da sie schlichtweg ignoriert werden. Verbriefte Rechte auf Richtigstellung, Sperrung und Löschung der persönlichen Daten werden umgangen. Die zuvor versprochene Veröffentlichung der Zugriffszahlen auf die Bankdaten erfolgt nicht, Datenabfragen werden nicht eingegrenzt und ein neu entsandter europäischer Beamter, der jeden Datenzugriff der Amerikaner vor Ort überwachen sollte, darf dies doch nicht ungehindert tun.

Die Europäische Kommission spielt diese Rechtsbrüche herunter und missachtet ihre rechtsverbindliche Verpflichtung, einen Gesetzestext vorzulegen, der die Überweisung dieser Daten an die USA obsolet machen soll. Lediglich die Übertragung von Milliarden Daten europäischer Bürger an die USA funktioniert bis heute einwandfrei.

Konkrete Reaktionen aus dem EP bleiben jedoch seit Monaten aus. Die Zurückhaltung der CDU ist dabei wohl noch am wenigsten überraschend. Viel erstaunlicher ist da bereits, dass auch SPD, Grüne und Linke, die die Umsetzung des SWIFT-Abkommens bei jeder Möglichkeit lautstark kritisieren, sich intern konsequent jedem konkreten Vorschlag zur Behebung der Umsetzungsmängel widersetzen. So stimmte die SPD dagegen, einen Teil des Kommissionshaushalts bis zur gesetzeskonformen Umsetzung des Abkommens einzufrieren. Die Grünen haben die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses abgelehnt. Die Linke will sich nicht einmal an einem Entschließungsantrag beteiligen.

Öffentlich regen sich alle weiterhin auf, an einer Lösung scheint aus politischem Kalkül so gut wie niemand interessiert zu sein. Eine Behebung der Probleme würde schließlich die politisch erfolgversprechende Positionierung als Gegner des Abkommens zerstören. Das Parlament ist von der politischen Realität eingeholt worden. Schaufensterpolitik soll Handeln vortäuschen. Es mangelt an politischem Mut und Verantwortungsbewusstsein.

Eben jene Parteien, die jahrelang Mitsprache in der Innen- und Justizpolitik gefordert hatten, schielen nur noch auf ihre Positionierung bei den nächsten Wahlen. Solange es dafür vorteilhaft sein könnte, wird die Beschränkung von Freiheitsrechten billigend in Kauf genommen. Als Liberale werden wir diesen Weg nicht mitgehen.


Mit freundlichen Grüßen,
Alexander Alvaro
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Schulen
17.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Alvaro,

wir, die Fachoberschule des Berufskollegs Ehrenfeld Köln planen für das kommende Schuljahr 2012/13 eine Studienfahrt nach Brüssel.
Ein Höhepunkt unserer Reise wäre sicherlich ein Besuch des europäischen Parlamentes sowie ein Gespäch mit Ihnen als Abgeordneter.

Der Termin für die Fahrt wäre der 29.-31. November 2012 und wir wären drei Klassen der 12. Jahrgangsstufe, also ca. 90 Personen.

Können wir auf ein Treffen mit Ihnen hoffen?

Viele Grüße aus Köln,
Antwort von Alexander Alvaro
bisher keineEmpfehlungen
18.01.2012
Alexander Alvaro
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Bitte wenden Sie sich zur weiteren Absprache des Termins an mein Wahlkreisbüro in Düsseldorf. Mein Mitarbeiter Herr Görgens ist unterrichtet und freut sich auf Ihre Nachricht.

Kontaktdaten:
Tel.: +49 (0) 211 49554881
Fax: +49 (0) 211 49554882
Mail: europacenter@alexander-alvaro.de

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Alvaro, MdEP
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.02.2012
Von:

Guten Tag,

ohne Kopieren wäre kein Leben auf diesem Planeten denkbar. Kopieren, Transformation der Kopien und Wiedervereinigung der Kopien an sich ist eines der wichtigsten Prinzipien der Natur um Leben überhaupt zu ermöglichen. Zellen werden kopiert, verändern sich und werden z.B. bei eine Befruchtung wiedervereinigt.

Das selbe gilt auch für die Soziale Evolution. Beispielsweise "kopieren" Lehrer ihr Wissen an Schüler, diese transformieren das Gelernte und vereinigen es wiederum zu Neuem. Neues entsteht nur aus Weiterentwicklungen von bereits Kopiertem.

Meiner Meinung nach steht das heutige Copyright (und ACTA) mit dem Kopierverbot im Widerspruch mit der Natur. Eine wissenschaftliche Neuerung, ein Kunstwerk und z.B. Musik sollte immer kopiert und verbreitet werden dürfen, damit daraus Neues geschaffen werden kann. Ein Kopierverbot bremst die intellektuelle, soziale und kreative Weiterentwicklung "der Menschheit" aus und verhindert Fortschritt.

Ich bitte Sie deshalb ACTA abzulehnen und eine Urheberrechtsreform anzustreben.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Alexander Alvaro
bisher keineEmpfehlungen
13.04.2012
Alexander Alvaro
Sehr geehrter Herr ,

danke für Ihr Schreiben bezüglich des "Anti-Counterfeiting Trade Agreement" (ACTA).

Wie die anderen Fraktionen des Europäischen Parlaments auch, befindet sich die liberale Fraktion (ALDE) derzeit im Meinungsbildungsprozess. Es wurde noch keine finale Position beschlossen.

Ich verstehe die von Ihnen geäußerten Sorgen, würde Sie jedoch gerne bitten, konkret auf die Artikel des Abkommens hinzuweisen, auf die sich ihre Befürchtungen beziehen.

Ich habe mich seit mehreren Jahren mit dem Abkommen beschäftigt. Seit dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon hat das Europäische Parlament das Recht, internationale Abkommen, die durch die EU-Kommission verhandelt werden, anzunehmen oder abzulehnen.

Bereits wenige Wochen nach dem Inkrafttreten des Lissabonvertrags habe ich auf die Gefahren des ACTA-Abkommens hingewiesen und die in Ihrer Mail erwähnten Punkte angesprochen.

Um den Druck auf die Verhandlungen zu erhöhen habe ich 2010:
o mehrere Anfragen an die EU-Kommission gerichtet
§ E-0147/10: ALVARO - Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA)
www.europarl.europa.eu
§ E-010962/10: ALVARO - ACTA anti-circumvention provisions
www.europarl.europa.eu
o eine Pressekonferenz abgehalten
o mehrere Pressemitteilungen verfasst
§ ALVARO: Wird ACTA das nächste SWIFT? (24.02.2010 )
www.alexander-alvaro.de
§ ALVARO: ACTA - Another Crazy Treaty Agreed? (10.03.2010)
www.alexander-alvaro.de
§ ALVARO: Mehr Transparenz bei ACTA Verhandlungen erreicht (21.04.2010)
www.alexander-alvaro.de
§ ALVARO: Europaparlament bleibt bei ACTA wachsam (07.09.2010)
www.alexander-alvaro.de
o einen Entschließungsantrag mitverfasst
§ ALVARO: Entschließungsantrag zur Transparenz und zum Stand der Verhandlungen über das ACTA (9.3.2010)
www.europarl.europa.eu
o eine Anhörung organisiert, die auch online übertragen wurde
§ ALVARO: ALDE Hearing on ACTA (06.04.2010)
www.youtube.com
o eine Schriftliche Erklärung lanciert, die vom EP angenommen wurde und unter anderem die Kritikpunkte erhält, die Sie auch in Ihrem Schreiben erwähnen.
§ ALVARO: Schriftliche Erklärung 12/2010 zu dem intransparenten Prozess und dem möglicherweise zu beanstandenden Inhalt des Abkommens zur Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie (ACTA) (09.09.2010)
www.europarl.europa.eu

Ich war sowohl mit der Art, wie die Verhandlungen geführt wurden, als auch mit dem Inhalt des Abkommens höchst unzufrieden. In dem Vertragsentwurf waren damals die Einführung verpflichtender Internetzugangssperren ("three strikes Modell"), Dritthaftung für Internetserviceprovider, sowie die Möglichkeit der Überprüfung der Inhalte von Laptops bei internationalen Reisen enthalten. Ich hatte deshalb davor gewarnt, dass ACTA zum Akronym für "Another Crazy Treaty Agreed" wird und bezweifelt, dass mit ACTA insgesamt Verbesserungen und sinnvolle Veränderungen für die Europäische Union, ihre Bürger, Unternehmen und Künstler erzielt werden.

Ich glaube, dass ihre Kritik dem Stand meiner öffentlichen Kritik aus dem Jahre 2010 entspricht. Ich muss Ihnen jedoch mitteilen, dass es uns gelungen ist, bis zum Abschluss der Verhandlungen die EU-Kommission hinsichtlich der Gefahren der möglichen Einschränkung bürgerlicher Freiheiten zu überzeugen und die kritisierten Punkte aus dem Abkommen zu entfernen.

Ihre Sorgen stimmen mich nachdenklich, da sie den politischen Sorgen der FDP entsprechen. Die FDP war und bleibt Garant der Freiheit des Internets. Wie Sie anhand der oben erwähnten Dokumente erkennen können, haben wir die gleichen Gefahren, wie auch Sie gesehen.

Meiner Analyse nach ( www.alexander-alvaro.de ) enthält ACTA heute nur Maßnahmen zur Durchsetzung der Rechte zum Schutz des geistigen Eigentums und keine Bestimmungen, die die materiellen Rechtsvorschriften der EU über die Rechte zum Schutz des geistigen Eigentums ändern. Es erfordert keine Änderungen am gemeinschaftlichen Besitzstand. Es bietet erstmalig einen umfassenden internationalen Rahmen, der die Vertragsparteien bei ihren Bemühungen unterstützen soll, die Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums wirksam zu bekämpfen.

ACTA entspricht der aktuellen Rechtslage in Deutschland. Eine Umsetzung der deutschen Rechtslage auf internationaler Ebene ist im Interesse Deutschlands. Eine Harmonisierung im Bereich des Schutzes des geistigen Eigentums, bei der die deutsche und europäische Gesetzgebung international "exportiert" wird, ist positiv zu bewerten. Eine internationale Harmonisierung bringt mehr Sicherheit für europäische Unternehmen und Verbraucher. Die verstärkte internationale Kooperation kann dazu beitragen, unter anderem gefälschte Babynahrung, gefälschte Autobremsen oder gefälschte Medikamente zum Schutz der Verbraucher von den europäischen Märkten fernzuhalten.

Das Abkommen enthält keine Punkte mehr, die die Freiheit des Internets einschränken. Weder das Justizministerium, noch die EU-Kommission oder der juristische Dienst des Europäischen Parlaments sehen heute eine Notwendigkeit, europäische oder deutsche Gesetze aufgrund dieses Abkommens zu ändern.

Ich würde mich deshalb freuen, wenn Sie mir konkret mitteilen könnten, in welchen Artikeln Sie noch Probleme erkennen. Ich werde diese nochmals prüfen. Ich bitte Sie jedoch auch, das Abkommen ( register.consilium.europa.eu ) genau zu studieren und vorgelegten Analysen nicht unkritisch zu vertrauen (weder meiner, noch anderen). Die Freiheit des Internets ist zu wichtig, um sich nicht selbst eine Meinung aufgrund der Faktenlage zu bilden.

Mit freundlichen Grüßen,

Alexander Alvaro
Vizepräsident des Europäischen Parlaments
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Alexander Alvaro
  • Wurde Ihre Frage bereits gestellt?
    Durchsuchen Sie alle Fragen und Antworten in diesem Profil nach einem Stichwort:
  • Ihre Frage wurde bisher nicht gestellt?
    Geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten und Ihre Frage ein:
  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  
    An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen

    Die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse ist verpflichtend.
    Dies ist notwendig, um Sie über eine Antwort des Abgeordneten zu informieren oder bei Rückfragen kontaktieren zu können. Ihre E-Mail-Adresse wird weder an den Abgeordneten noch an Dritte weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist verpflichtend.
    Sie wird nicht veröffentlicht, aber an den Abgeordneten weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist optional.
    Sie wird nicht veröffentlicht und nur zur internen Verwendung bzw. für evtl. Rückfragen benötigt.

  • noch 2000 Zeichen

  • Folgende Felder wurden nicht ausgefüllt oder weisen Fehler auf:
    Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse und Wohnort

  • Ich erkläre mich mit der Veröffentlichung meiner Frage auf abgeordnetenwatch.de und mit der dauerhaften Archivierung im digitalen Wählergedächtnis einverstanden.
    Die Freischaltung von Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden.
    Ich habe den Moderations-Codex gelesen und sichergestellt, dass meine Frage nicht gegen diesen verstößt. Moderations-Codex aufrufen
    Falls meine Frage nicht freigeschaltet werden kann, werde ich darüber von einem Moderator informiert.
    Aus Gründen der Rechtssicherheit wird Ihre IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.