Wolfgang Kubicki
FDP
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Frage von Uryzhg Reo an Wolfgang Kubicki bezüglich Energieversorgung

# Energieversorgung 03. Mai. 2012 - 07:18

Sehr geehrter Herr Kubicki,

in der gestrigen Live-Diskussion im NDR haben Sie festgestellt, daß man bedenkenlos in Windkraft investieren kann, weil man sein Geld nach dem EEG auch bekommt, wenn man keinen Strom produziert.

20 Millionen EURO haben Schleswig-Holsteins Stromkunden im letzten Jahr für nicht erzeugten Windstrom bezahlt, und Sie erwarten bis 2015 einen Anstieg auf 200 Millionen EURO.

Das haben Sie als fatal bezeichnet und als ökonomischen Wahnsinn.
Ich teile Ihre Bewertung.

Nun drängt sich die Frage auf, warum die FDP trotzdem an den bisherigen Planungen zum Ausbau der Windkraft festhält. Warum haben Sie nicht den Mut, den ökonomischen Wahnsinn zu beenden? Warum setzen Sie sich nicht für ein Moratorium ein? Warum besinnen Sie sich nicht auf marktwirtschaftliche Prinzipien, statt Planwirtschaft zu fördern?
Warum suchen Sie die Lösung ausgerechnet darin, Rechte zu beschneiden? Ist das die neue liberale Partei?

Ich fürchte, Sie haben die letzte Gelegenheit zur energischen Kursänderung verpaßt.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Erb.

Von: Uryzhg Reo

Antwort von Wolfgang Kubicki (FDP)

Sehr geehrter Herr Erb,

die Windenergie ist eine große Chance für unser Land. Wir haben die Möglichkeit, zum größten Stromexporteur Deutschlands zu werden und langfristig viele Arbeitsplätze im Land zu sichern. Deshalb spricht sich die FDP auch weiterhin für den Ausbau der Windenergie in Schleswig-Holstein aus. Damit es in Zukunft nicht zu weiteren Zwangsabschaltungen der Windkraftanlagen kommt, bedarf es keiner Änderung der EEG-Vergütung, sondern vielmehr eines Ausbaus der Stromnetze. Es wird wichtig sein, den Strom von der Westküste Schleswig-Holsteins in Richtung Süden über weitere Hochspannungstrassen abzuleiten, um die Zahl der Zwangsabschaltungen zu reduzieren. Eine Stromversorgung über konventionelle Kraftwerke bzw. Kernenergie stellt für uns keine Alternative da.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Kubicki