Wolfgang Buttner
ÖDP
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Frage von Znahryn Sbefgre an Wolfgang Buttner bezüglich Klimaschutz und Energieversorgung

# Klimaschutz und Energieversorgung 01. Juni. 2009 - 15:49

Sehr geehrter Herr Buttner,

die ödp spricht in ihrem Wahlprogramm von dem Ausbau der regenerativen Energieversorgung und Energieeinsparung.
Als Energieberater und Energiereferent haben Sie sicherlich gute Konzepte erarbeitet, wie eine Kommune hier vorbildlich agieren kann. Wie sehen Sie hier die Chance auf europäischer Ebene von der Atomkraft endgültig wegzukommen. Geht dies tatsächlich ohne Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und wie bewerten Sie die ungelöste Endlagerung des Atommülls?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Manuela Forster

Von: Znahryn Sbefgre

Antwort von Wolfgang Buttner (ÖDP) 03. Juni. 2009 - 21:50
Dauer bis zur Antwort: 2 Tage 6 Stunden

Sehr geehrte Frau Forster,

vielen Dank für Ihre Fragen. Diese kann ich hier aufgrund der Komplexität des Themas nicht bis in die allerletzten Tiefen beantworten.-
Zur Frage nach der Kernenergie möchte ich nur anmerken, dass diese mit etwa 2,5% am weltweiten Endenergieverbrauch noch nie eine bedeutende Rolle gespielt hat und wohl auch nicht mehr spielen wird. Dafür gibt es vielfältige Gründe, die Sie etwa auf den Seiten der Ludwig-Bölköw-Systemtechnologie sehr gut nachlesen können. In Europa wird sich hoffentlich die Frage nach der Kernenergie weder in weiteren Neubauten niederschlagen (vgl. Situation in den USA nach dem Unfall von „Three Mile Island“), noch zu Laufzeitverlängerungen. Die Risiken für einen Gau sind einfach zu hoch. Auch ohne GAU weiß wirklich niemand wohin mit der radioaktiven „Asche“. Gorleben und Schacht Konrad sind schon heute das totale Desaster, um nicht zu sagen der Offenbarungseid der Nuklearindustrie. Absolut niemand wird jemals belegen können, dass es gelingen könnte diese Stoffe für eine Million Jahre aus der Ökosphäre heraus zu halten. Stromkonzerne haben dafür zwar sog. Rücklagen gebildet aber es ist mir noch nie erklärt worden, wo man denn bitte dieses Geld sicher für so lange Zeit anlegen soll. So wie der Konzern GM in die Pleite abrutschte mit veralteten Technologien, so könnte dies RWE und Co. ebenfalls geschehen. Danach soll dann wieder der Steuerzahler (i.e. die künftigen Generationen) ein weiteres Mal für die Bewachung bezahlen.
Der Weiterbetrieb dieser Reaktoren ist absolut unverantwortlich allen künftigen Generationen gegenüber. -
Allein im Bereich der elektrischen Beleuchtung sind die Einsparpotentiale weltweit höher als wir überhaupt an nuklearem Strom erzeugen. Ich bin zuversichtlich, dass die EU nicht nur durch das sog. Glühlampenverbot, sondern durch Entzug des CE-Zeichens für weitere ineffiziente Leuchtmittel (wie HQL) und Vorschaltgeräte hier den richtigen Weg eingeschlagen hat. Wir haben bereits heute genügend gute Technologien um 50% unseres Stromaufkommens wirtschaftlich wegrationalisieren zu können. Faktor 5 halte ich für machbar und selbst Faktor 10 als wahre Effizienzrevolution durchaus für denkbar. Hier gilt es Utopien zu entwickeln und das Ziel mit mindestens dem Aufwand anzustreben den wir im Augenblick für die notleidende Finanzwelt übrig haben.

Weitere Hinweise finden Sie auch unter:
http://www.oedp-landsberg.de/Wiki/pmwiki.php?n=Themen.Energie

mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Buttner