Ulla Schmidt
SPD
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Frage von Jvysevrq Fgrvavpxr an Ulla Schmidt bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 06. Sep. 2009 - 13:53

"Der vdää sieht in den jetzt bekannt gewordenen Kopfgeldern für einweisende Ärzte ein Symptom für die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens, wie sie von der Politik seit Jahren vorangetrieben wird", meint, sehr geehrte Frau Schmidt, der Vorsitzender des Vereins Demokratischer Ärztinnen und Ärzte, Prof. Dr. Wulf Dietrich.
Meine Frage dazu:
Hat er recht mit seiner Ansicht und wenn ja, läßt sich der eingeschlagene Weg der Kommerzialisierung im Gesundheitswesen korrigieren, damit wieder die Krankheit des Patienten und nicht sein Warencharakter Diagnosen und Überweisungen bestimmen?

Hochachtungsvoll
Wilfried Steinicke

Von: Jvysevrq Fgrvavpxr

Antwort von Ulla Schmidt (SPD)

Sehr geehrte Steinicke,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Es gibt keine Entschuldigung für Korruption und Betrug. Anstatt die Frage aufzuwerfen, ob die aktuellen Korruptionsvorwürfe Anzeichen einer möglichen Kommerzialisierung des Gesundheitswesens sind, sollten die Verantwortlichen in Ärzteschaft und gesetzlichen Krankenkassen alles daran setzen, die Vorwürfe so schnell wie möglich aufzuklären. Korruption im Gesundheitswesen ist keine Bagatelle, sondern eine erhebliche Straftat. Sie schadet nicht nur den unmittelbar betroffenen Patientinnen und Patienten, die möglicherweise nicht optimal versorgt werden, sondern auch allen Beitragszahlern. Der Patient und die Patientin müssen sich darauf verlassen können, vom behandelnden Arzt in das Krankenhaus eingewiesen zu werden, das für die notwendige Behandlung am besten geeignet ist. Nur so kann die bestmögliche und damit effiziente Behandlung gewährleistet werden. Und die Krankenhäuser erhalten von den Krankenkassen die Fallpauschalen im Übrigen für die medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten - nicht für rechtswidrige Zahlungen. Somit schadet Korruption und Bestechung allen Beitragszahlern.

Im Übrigen sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die niedergelassenen die Ärztinnen und Ärzte von der Honorarreform, die seit Anfang dieses Jahres gilt, insgesamt profitieren. Für viele Ärzte steigen die Honorare deutlich. Ich erwarte daher, dass es gute Qualität und guten Service für die Versicherten gibt. Insbesondere erwarte ich, dass mit der erheblich verbesserten Honorierung eine Bevorzugung von Privatpatienten aufhört und der "Zwei-Klassen-Service" beendet wird.

Meine Partei, die SPD, steht dafür, dass Gesundheit keine Luxusprodukt werden darf. Menschen stehen für Menschen - die Krankenversicherung muss weiterhin solidarisch finanziert werden. Die SPD will die Bürgerversicherung einführen, in die alle solidarisch nach ihrer Leistungsfähigkeit einzahlen. So können wir die beste medizinische Versorgung für alle finanzieren.

Mit freundlichen Grüßen
Ulla Schmidt