Ursula Schmidt
SPD
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Frage von Qe. Oehab Xöuyre an Ursula Schmidt bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 11. Sep. 2005 - 20:26

Sehr geehrte Frau Schmidt,

in meine Frage nach einer Männergesundheitsdatenbank haben Sie dargelegt, es gäbe noch andere Fachdatenbanken neben der Frauengesundheitsdatenbank. Dies beantwortet aber nicht meine Frage, weshalb Sie keine Männergesundheitsdatenbank führen. Gerade wenn Sie, wie Sie behaupten, dass bei zukünftigen Gesundheitsberichten geschlechterspezifische Aspekte betrachtet werden sollen, können Sie dies nicht, wenn Ihnen die Daten dazu fehlen. Deshalb nochmals meine Frage:

Weshalb ist Männergesundheit für Sie nur nachrangig von Interesse? Weshalb führen Sie keine Männergesundheitsdatenbank?

Von: Qe. Oehab Xöuyre

Antwort von Ulla Schmidt (SPD) 13. Sep. 2005 - 16:22
Dauer bis zur Antwort: 1 Tag 19 Stunden

Sehr geehrter Herr Köhler,

Männergesundheit ist nicht von nachrangigem Interesse, sondern Gesundheit des Menschen allgemein ist Gegenstand der Aufgaben meines Ministeriums. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich aber zunehmend herausgestellt, dass speziell die Frauengesundheit bis dahin unzureichend untersucht worden war. Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) formulierte in der Wiener Erklärung "Women´s Health counts" von 1994 erstmals Grundsätze zur Weiterentwicklung der weiblichen Gesundheit in der europäischen Region und forderte alle Mitgliedsstaaten auf, nationale Frauengesundheitsberichte zu erstellen. Dem trug das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Rechnung als es 1996 den Frauengesundheitsbericht in Auftrag gab, der 2001 erschien.

Aus ähnlichen Gründen wurde auch die Fachdatenbank "Frauengesundheit und Gesundheitsförderung" bei der BZgA im Sommer 2003 eingerichtet. Es hatte sich gezeigt, dass die Frauengesundheitsforschung im Vergleich zur allgemeinen Gesundheitsforschung, die sich bislang vorrangig mit der Gesundheit allgemein, orientiert an der Gesundheit der Männer, beschäftigt hatte, noch verstärkt werden musste. Die Fachdatenbank "Frauengesundheit und Gesundheitsförderung" diente und dient als Orientierungshilfe und orientiert sich an dem Indikatorenkatalog der WHO für die Gesundheitsberichterstattung für Frauen.

Damit wird lediglich dem bestehenden Defizit im Bereich Frauengesundheit Rechnung getragen. Für die Einrichtung einer Männergesundheitsdatenbank bestand nicht die Notwendigkeit, da hier keine Defizite festgestellt werden konnten.

Mit freundlichen Grüßen

Ulla Schmidt