Thomas Seerig
FDP
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Frage von Ynhen Oyhz an Thomas Seerig bezüglich Verkehr und Stadtplanung

# Verkehr und Stadtplanung 02. Sep. 2011 - 15:22

Sehr geehrter Herr Seerig,

warum gibt es an der Schloßstraße in Berlin-Steglitz mittlerweile vier Einkaufszentren, in denen es die gleichen Geschäfte gibt? Warum wird so etwas genehmigt?

Viele Grüße
Laura Blum, 22 Jahre

Die Frage wurde gestellt im Rahmen der Aktion duhastdiemacht.de, die u.a. von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Jugendportal des Deutschen Bundestags "Mitmischen.de" und dem Förderprogramm der Europäischen Union "JUGEND IN AKTION" unterstützt wird. duhastdiemacht.de will das demokratisches Bewusstsein bei Jugendlichen fördern und ihre Bereitschaft zum Engagement stärken. Gefördert wird das Portal von der Robert Bosch-Stiftung.

Mehr Infos zum Wahljahr 2011 hier auf duhastdiemacht.de.

Von: Ynhen Oyhz

Antwort von Thomas Seerig (FDP) 03. Sep. 2011 - 16:21
Dauer bis zur Antwort: 1 Tag 59 Minuten

Sehr geehrte Frau Blum.

vielen Dank für Ihre Frage. Die Schloßstraße ist ein Anziehungspunkt weit über Steglitz hinaus. Insofern ist deren Attraktivität eine wichtige Frage für uns alle.
Zur Attraktivität gehören für mich nicht nur die Geschäfte, sondern vor allem Angebote außerhalb der Geschäftszeiten, d.h. zum Beispiel Gastronomie und Kultur. Mit dem Titania-Palast am einen Ende der Schloßstraße und dem Schloßparktheater plus Adria-Kino am anderen Ende der Schloßstraße haben wir bisher eher einen Knochen, dem es in der Mitte an "Fleisch" fehlt. Ich hoffe daher auf eine Wiederbelebung zum Beispiel des Bierpinsels als Kulturort.
Daneben ist das Angebot an Geschäften wichtig für die Attraktivität der Einkaufsstraße. Als Liberaler setze ich dabei auf die Macht von uns Verbrauchern. Denn Sie haben natürlich recht, dass viermal dieselben Läden weniger attraktiv sind und zudem vier Einkaufszentren recht viel für einen guten Kilometer sind. Wenig attraktiv für uns Verbraucher. Wenig attraktiv für die Einkaufsqualität. Aber auch wenig attraktiv für die Ladenbetreiber.

Ich denke, dass sich hier mittelfristig das Gesetz von Angebot und Nachfrage durchsetzen wird. Dies bedeutet, dass wir bald nicht mehr in jedem Center dieselben Läden finden, da sich dies nicht rechnet, denn die Nachfrage teilt sich durch vier, wovon vier Läden nicht überleben können. Zwei Läden könnten dies hingegen eher.
Dafür wird es dann neue Angebote geben, die derzeit noch fehlen und von uns Käufern nachgefragt werden und sich damit für neue Ladenbetreiber eher "rechnen".
Ich denke, dass der Mix an Geschäften nicht von einer "Genehmigungsbehörde" festgelegt werden sollte, denn eine derartige Behörde würde nicht vernünftig auf neue Wünsche eingehen, z.B. hat vor 12 Jahren niemand erwartet, dass es mehr als einen Laden für Mobiltelefone in Steglitz braucht.
Ich hoffe, dass Ihnen mit meiner Antwort gedient ist, wenn ich auch nicht Ihrem möglichen Wunsch folge, die Mieter der Einkaufszentren per Erlaubnis zu regeln statt dies der Kalkulation der Betreiber der Zentren zu überlassen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Seerig