Thomas Jarzombek
CDU
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Frage von Fnaqen Pbearyvhf an Thomas Jarzombek bezüglich Frauen

# Frauen 23. Aug. 2017 - 11:44

Sehr geehrter Herr Jarzombek,

seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Prostitution, der Gesetzeslage in Deutschland und den Auswirkungen dieser. Es macht mich seit langer Zeit sprachlos, wie grundlegende Menschenrechte von Frauen verletzt und Frauen als Verkaufsgut gesehen und beworben werden. Die Thematik ist für mich daher ein besonderes Anliegen und ausschlaggebend für meine Wahlentscheidung.

Eine im Europaparlament verabschiedete Resolution von 2014 beinhaltet die Empfehlung des Nordischen Modells, welches die Kriminalisierung von Freiern und Profiteuren der Prostitution vorsieht, während Prostituierte entkriminalisiert sind und Ausstiegshilfen erhalten.

Können die Vertreter und Vertreterinnen des Nordischen Modells mit Ihrer Unterstützung rechnen, wenn Sie Mitglied des Bundestages werden?

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Vielen Dank und freundliche Grüße
Fnaqen Pbearyvhf

Von: Fnaqen Pbearyvhf

Antwort von Thomas Jarzombek (CDU)

Sehr geehrte Frau Pbearyvhf,

die CDU/CSU-Fraktion setzt sich umfassend mit möglichen Lösungswegen zum Schutz der Menschenrechte von Frauen auseinander.

Ihre genannten Punkte der im Europaparlament verabschiedeten Resolution hat die CDU/CSU-Fraktion 2014 in Eckpunkten bereits festgehalten. Mit dem im Juli 2016 im Deutschen Bundestag verabschiedeten Prostitutionsschutzgesetz konnte die CDU/CSU-Fraktion mehr Schutz und Sicherheit für die Frauen im Prostitutionsmilieu durchsetzen und das Recht von Prosituierten auf Selbstbestimmung stärken.

Demnach haben Prostituierte unter 21 Jahren die Verpflichtung, sich jährlich zur Beratung und zu Unterstützungsangeboten anzumelden und sich alle sechs Monate gesundheitlich beraten zu lassen. Alle Prostituierten stehen unter einer Anmeldepflicht und regelmäßiger gesundheitlicher Beratung. Die Pflicht zur Beratung soll dem Schutz der fremdbestimmten Prostituierten dienen. Der garantierte Kontakt der Prostituierten außerhalb ihres Milieus und die geleisteten Beratungsangebote helfen ihnen, den Ausstieg zu meistern.

Vor allem war uns auch wichtig, der Polizei, den Gesundheitsbehörden und den sozialen Beratungseinrichtungen umfassende Überwachungsbefugnisse zu erteilen, um die Sicherheit der Prostituierten zu erhöhen und hygienische, gesundheitliche und sicherheitsbezogene Standards effektiver kontrollieren zu können.

Ich unterstütze die starke Kontrolle im Prostitutionsmilieu. Menschenunwürdige Geschäftsmodelle müssen strikt untersagt werden. Hierfür werde ich mich auch weiterhin in meiner parlamentarischen Arbeit im Bundestag einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Jarzombek

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