Sonja Steffen
SPD
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Frage von Ovetvg Qrgre an Sonja Steffen bezüglich Land- und Forstwirtschaft

# Land- und Forstwirtschaft 21. Dez. 2018 - 21:58

Sehr geehrte Frau Steffen,

mit Fassungslosigkeit habe ich gerade gelesen, dass Sie auch für die Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration gestimmt haben. Das ist ein Skandal. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass auch die SPD eine Tierquäler-Partei ist. Das ging schon mit dem Koalitionsvertrag los, indem sich die SPD gemeinsam mit CDU/CSU darauf geeinigt hat, Tierschützer, die in Ställe „einbrechen“ (um Missstände aufzudecken!), härter bestrafen zu wollen. Im September hat die SPD zusammen mit CDU/CSU zwei verschiedene Anträge von FDP und Grünen zu Verschärfungen bei Tiertransporten abgelehnt. Und nun diese unselige Fristverlängerung!

Genau dieses "Weiter-So-für-die-Wirtschaft-koste-es-was-es-wolle" ist der Grund dafür, dass der SPD die Wähler in Scharen weglaufen.

Bitte erläutern Sie mir Ihre ganz persönlichen Beweggründe, warum Sie dafür gestimmt haben, dieses qualvolle Prozedere beibehalten zu wollen.

Und kommen Sie mir nicht mit einer vorformulierten Textwüste von Ihrem SPD-Kollegen Rainer Spiering. Und auch nicht mit dem Totschlagargument Arbeitsplätze (ich weiß, eine makabre Wortwahl in Zusammenhang mit dem sensiblen Thema Tierschutz). Wenn Geschäftsgrundlagen ethisch nicht vertretbar sind und zu gesundheitlichen Gefahren von Mensch, Tier und Umwelt führen, dürfen Arbeitsplätze kein Argument mehr sein.

Mich interessiert wirklich, ob Sie als Politikerin noch Empathiefähigkeit für andere Lebewesen haben, und wie Sie persönlich zum Thema Tierschutz stehen.

Mit freundlichen Grüßen,
Ovetvg Qrgre

Von: Ovetvg Qrgre

Antwort von Sonja Steffen (SPD) 27. Juni. 2019 - 12:07
Dauer bis zur Antwort: 6 Monate 1 Woche

Liebe Frau Deter,

leider beantworte ich Ihre Frage erst jetzt. Irgendwie ist sie im
Büroalltag untergegangen.
Die SPD ist sicher keine Tierquäler-Partei, wie Sie geschrieben haben. Ursächlich für die Entscheidung zur Ferkelkastration war vor allem die jahrelange Untätigkeit des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Klar war, dass es eine Neuregelung braucht und das zuständige Ministerium hat dazu nicht frühzeitig gehandelt. Die Verlängerung war der Kompromiss mit der CDU/CSU und ist ja zeitlich befristet. Mir wäre es lieber gewesen, es
hätte keine Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration gegeben und ein weiteres Mal werde ich auch nicht dafür stimmen.

Mit freundlichen Grüßen
Sonja Steffen