Sonja Amalie Steffen
SPD
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Frage von Nyserq Fpuzvqg an Sonja Amalie Steffen bezüglich Wirtschaft

# Wirtschaft 12. Mai. 2012 - 12:27

Sehr geehrte Frau Steffen,

vielen Dank für Ihre Antwort am 11.05.2012.

Ofengesagt war ich etwas verwundert über Ihre Aussage dass Sie in dem genannten Gesetzesentwurf Frauen- und Männerquoten einführen wollen. Ich will Ihnen nichts unterstellen, aber könnten Sie mir die Passage nennen?

Sie schreiben dass Sie nicht in einer bestimmten Branche Quoten einführen wollen, aber meines Wissens könnten die 15 DAX-Unternehmen, bzw. nur deren Aufsichtsräte als Branche bezeichnet werden oder wie sehen Sie das? Zu diesem Thema gibt es eine Mckinsey-Studie, werden diese Ergebnisse in irgendeiner Form berücksichtigt?

Sie sagten das Frauen bei gleicher Qualifikation 8-12% schlechte bezahlt werden, könnten Sie mir ein Unternehmen oder Behörde nennen, das Frauen aufgrund ihres Geschlechts schlechter bezahlt. Mich würden in diesen Zusammenhang die Gründe interessieren.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Schmidt

Von: Nyserq Fpuzvqg

Antwort von Sonja Steffen (SPD) 22. Mai. 2012 - 12:55

Sehr geehrter Herr Schmidt,
gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage zu meiner Antwort vom 11. Mai 2012.

Zunächst bitten Sie um die Passage, die belegt, dass die Quote für Männer und Frauen gleichermaßen gelten soll. Der Gesetzentwurf spricht bei jeder Gelegenheit von „Frauen und Männern“ oder „beiden Geschlechtern“. So heißt es beispielsweise in der Erklärung zum Gesetzentwurf auf Seite 1 unter „B. Lösung“: „Der Gesetzentwurf sieht eine Mindestquote von 40 Prozent für Frauen und Männer in Aufsichtsräten und Vorständen ab 2015 vor. Die Quote wird stufenweise umgesetzt (…)“. Dies setzt sich so dann auch bei den konkreten Änderungsentwürfen fort. Alle Passagen zu zitieren, würde hier den Rahmen sprengen.

Diese Quotenregelung soll, wie ich Ihnen bereits schrieb, nicht in bestimmten Branchen eingeführt werden. Es geht allein um die Vorstände und Aufsichtsräte der Dax-30-Unternehmen, also der 30 größten an der Frankfurter Börse notierten deutschen Unternehmen. Diese oder deren Aufsichtsräte würde ich nicht als eine gemeinsame „Branche“ bezeichnen: Eine Branche – ein Wirtschaftszweig – zeichnet sich dadurch aus, dass die Unternehmen ähnliche Produkte herstellen, mit ähnlichen Sortimenten handeln oder ähnliche Dienstleistungen erbringen. Zu den Dax 30 gehören beispielsweise Adidas, Lufthansa, BMW, Commerzbank, Henkel, e.on und Siemens, die sehr unterschiedliche Wirtschaftszweige repräsentieren und damit nicht als eine Branche zu bezeichnen sind.

Bezüglich der unterschiedlichen Bezahlung von Frauen und Männern möchte ich Sie beispielsweise auf die OECD-Studie vom März diesen Jahres verweisen.

Weitere Anfragen zu diesem Thema richten Sie bitte direkt an sonja.steffen@bundestag.de.

Mit freundlichen Grüßen
Sonja Steffen, MdB