Richard Pitterle
DIE LINKE
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Frage von Yhgm Eäofpu an Richard Pitterle bezüglich Umwelt

# Umwelt 16. Nov. 2016 - 17:52

Sehr geehrter Herr Pitterle,

auch ich bin von einem Mitglied der LINKEN schwer enttäuscht, welches sich gegen ein Wildtierverbot im Zirkus ausspricht! Nur weil es so etwas (perverses) schon immer gegeben hat, muss das ja nicht auf ewig so bleiben. In dunklen Vorzeiten hat man auch "schon immer" "Hexen" verbrannt. Haben Sie überhaupt kein Mitgefühl mit Tieren, die - wie jedes Lebewesen - frei leben wollen, anstatt zur Unterhaltung einer anderen Spezies fragwürdige Kunststücke aufzuführen?

Von: Yhgm Eäofpu

Antwort von Richard Pitterle (LINKE) 21. Nov. 2016 - 18:02
Dauer bis zur Antwort: 5 Tage 10 Minuten

Sehr geehrter Herr Räbsch,

vielen Dank für Ihre Frage. Mit meiner Bemerkung, dass Wildtiere schon immer zum Zirkus gehört haben, wollte ich keinesfalls sämtliche Formen der Tierhaltung in Zirkussen rechtfertigen. Sie haben natürlich Recht, dass es kein zufriedenstellendes Argument ist, etwas ohne sachliches Hinterfragen nur deshalb weiterhin auf eine bestimmte Art und Weise zu tun, bloß weil man es schon immer so gemacht hat. Das ist eher die Haltung einer bestimmten bayrischen Regionalpartei. Ich wollte vielmehr darauf hinweisen, dass das Zirkusgewerbe eine lange Geschichte hat und dass man sich dementsprechend auch mit den Argumenten der Befürworter einer Wildtierhaltung in Zirkussen auseinandersetzen muss.

Wie Sie gelesen haben, habe ich auch geschrieben, dass es darauf ankommt, ob die Tiere artgerecht behandelt werden. Dazu stehe ich auch weiterhin. Im Ergebnis dürfte die Voraussetzung, dass Tiere artgerecht gehalten werden müssen nämlich dazu führen, dass das Gros der bisher in Zirkussen gehaltenen Wildtiere fortan nicht mehr dort gehalten werden kann, da eine artgerechte Haltung beispielsweise eines Elefanten oder Bären sicher nicht im Zirkus möglich ist. Da ich schlichten, absoluten Verbotsnormen ohne jegliche Möglichkeit einen Einzelfall zu bewerten aber grundsätzlich skeptisch gegenüberstehe, habe ich mich zu diesem differenzierten Stimmverhalten entschlossen.

Mit freundlichen Grüßen,
Richard Pitterle