Renate Dodell
CSU
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Frage von Xynhf Tanqy an Renate Dodell bezüglich Bildung

# Bildung 25. Sep. 2008 - 20:06

Sehr geehte Frau Dodell

Sie erwähnen in einer Ihrer Antworten eine Familienbelastungsgrenze von jetzt 395 € pro Jahr usw. Stimmen Sie mir zu, dass finanzielle Hilfe allein nicht die Bildungschancen unserer Kinder erhöht? Stimmen Sie mir des weiteren zu, dass dieses ohne nachhaltiges Einbinden der Eltern nicht funktionieren kann? Viel zu oft ist festzustellen, dass gerade die Eltern "problematischer" Schulkinder, die Gelegenheit bei Elterngesprächen mit den Lehrkräften gemeinsam am schulischen Erfolg der Kinder mitzuwirken, im Sand verläuft. Wie stellen Sie sich ein Gesamtkonzept vor, bei dem meiner Meinung nach, auch die Eltern mit in die Pflicht genommen werden müssten? Denn es gibt auch Eltern, die weder von Ihrem Bildungsniveau (Desinteresse) noch vom Geldbeutel her (Hartz4) mithalten können und wollen.

Von: Xynhf Tanqy

Antwort von Renate Dodell (CSU)

Sehr geehrter Herr Gnadl,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich gerne beantworte.

Sie sprechen in der Tat ein ganz zentrales Thema an, für das wir in der nächsten Zeit Antworten und Lösungen finden müssen.

Zunächst einmal liegt die erste Erziehungsverantwortung bei den Eltern. Viele Mütter und Väter nehmen diese Aufgabe gut wahr. Allerdings gibt es auch zunehmend Eltern, die bei der Erziehung ihrer Kinder unsicher oder überfordert sind. Darum gilt es als erstes die Erziehungskompetenz in der Familie zu stärken und für diejenigen, die sich dafür interessieren, noch mehr Angebote an Elternbildung zu machen. Aber wir werden zu sog. Risikofamilien früher als bisher hingehen und erreichen müssen, dass da nichts "schief läuft".

Die Beteiligung der Eltern oder besser die Zusammenarbeit der Eltern mit Pädagogen in Kindergarten und Schule muss in der Tat verbessert werden. Ich denke da durchaus an verpflichtende Elternabende oder - gespräche. Und man wird überlegen müssen, ob man solche Verpflichtungen nicht auch mit Zahlungen des Staates an Eltern verknüpft.

Wir haben zum Beispiel jetzt in Bayern festgelegt, dass das Landeserziehungsgeld gekoppelt ist an die Wahrnehmung der ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen für die Kinder. Jeder muss das jetzt beim Eintritt in den Kindergarten schon vorlegen.

Ein Thema, das mich seit längerer Zeit beschäftigt: Viele Eltern können ihren Kindern aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr ausreichend zu Hause bei den Hausaufgaben helfen. Hier wird die Schule mehr leisten müssen, z.B. über die Ganztagsschule oder über entsprechende Mittags- und Hausaufgabenbetreuung.
Und aus finanziellen Gründen muss heute kein Kind auf den Schulbesuch verzichten.
Schon im Kindergarten übernimmt die öffentliche Hand die Gebühren für einkommensschwache Eltern. Auf dem weiteren Weg der Kinder gibt es viele Möglichkeiten der Hilfe.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage im Ansatz beantworten. Das Thema ist es jedoch wert, viel tiefer und intensiver diskutiert zu werden, weil sich aus der Qualität der Erziehung heute die Qualität der Gesellschaft von morgen ableitet.

Mit freundlichen Grüßen nach Peißenberg
Renate Dodell