Ralph Lenkert
DIE LINKE
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Frage von Yhmvna Yössyre an Ralph Lenkert bezüglich Inneres und Justiz

# Inneres und Justiz 08. Feb. 2012 - 10:45

Sehr geehrter Herr Lenkert,

Ich nehme Bezug auf Ihre Antwort vom heutigen Tage an Ureea Uryzhgu .

Sie schreiben sehr ausführlich, dafür meinen Dank.

Sie erklären, dass Sie bei der jetzigen mangelhaften Umsetzung des Waffengesetzes eine Verschärfung ablehnen.
In Ihrer Antwort zuvor erwähnen Sie, dass Sie dem neuen Gesetzentwurf zugestimmt hätten.
Ich habe Mühe, diese beiden Aussagen in Einklang zu verstehen..

Sie geben an, dass Tim K. über Waffen (also mehrere) verfügte.
Bisher konnte ich „nur“ von einer Waffe lesen.

Sie schreiben von 25 Millionen legal registrierten Schusswaffen.
Diese Zahl erscheint mir bei Weitem zu hoch.

Sind Sie so freundlich und nennen mir die Quelle für Ihre Angaben?

Mit freundlichen grüßen

Luzian Löffler

Von: Yhmvna Yössyre

Antwort von Ralph Lenkert (LINKE) 19. Mär. 2012 - 21:26
Dauer zur eingetroffenen Antwort: 1 Monat 1 Woche

Sehr geehrter Herr Löffler,

entschuldigen Sie bitte die späte Antwort, Ihre Mail war in den vielen täglichen Mails untergegangen.

Zu Ihren Fragen:
- Meine Fraktion hat dem Gesetzentwurf der Grünen zugestimmt. Weiterhin schrieb ich, dass für mich eine Durchsetzung des aktuellen Waffenrechtes wichtiger ist also eine symbolhafte Verschärfung der Gesetze. Und ich stellte die Frage, ob eine Verschärfung des Gesetzes hilft, wenn schon das bestehende Gesetz nicht durchgesetzt wird.
Für mich ist die Durchsetzung des bestehenden Waffenrechts entscheidend. Das Problem in der Darstellung von Positionen sind Menschen, die nicht differenziert denken wollen oder differenziert denken können. Hätte ich den Gesetzentwurf der Grünen abgelehnt, so wäre ich als Schusswaffenlobbyist einsortiert worden - was ich nicht bin. Deshalb trug ich die Entscheidung (Zustimmung) zum Gesetzentwurf der Grünen mit, auch wenn dieser für mich eher Symbolik darstellt.

- Der Vater von Tim K. besaß 15 Waffen, in den Berichten wurde, so wie Sie schrieben, von einer Pistole Baretta 92 berichtet, danke für die Korrektur, die aber inhaltlich nichts ändert.
- Ich empfehle Ihnen die Badische Zeitung vom 11.März 2009 zu lesen.
Wie Sie wissen gibt es keine zentrale Statistik über den Waffenbesitz. Ich selbst bin der Meinung, dass weder die Waffenindustrie, noch die Behörden an genauen Zahlen interessiert sind und bisher die Statistik gemeinsam erfolgreich verhinderten. Dies ist meine persönliche Meinung, deshalb können Sie sich das Fragen nach den Quellen ersparen.
Es gibt über 3 Millionen Personen die eine Waffenbesitzkarte besitzen. Der Besitz von im Durchschnitt acht Waffen je Karte ist für mich plausibel.

Man kann inzwischen den Schießsport auch mit laserbasierten Systemen ausüben, selbst die Polizei nutzt diese Systeme schon. Dank Ihrer Nachfrage befasste ich mich nochmals mit diesem Thema und wurde auf diese interessante, ungefährliche Alternative aufmerksam. Vielleicht ändere ich doch noch meine Meinung zu einer möglichen Verschärfung der Gesetze. Denn eine Frage stellt sich mir jetzt: Wozu braucht ein Sportschütze heute noch eine Schusswaffe, wenn es doch nur um das Treffen von Scheiben geht, was simulierbar ist?

Mit freundlichen Grüßen

Ralph Lenkert