Raffaela Bubendorfer
FDP
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Frage von Elke H. •

Frage an Raffaela Bubendorfer von Elke H. bezüglich Gesundheit

Sehr geehrte Frau Bubendorfer!

Im Zusammenhang mit der “Schweinegrippe”-Hysterie war Anfang Mai 2009 in der PNP zu lesen, daß Gesundheitsstaatssekretär Klaus-Theo Schröder eine Pflichtimpfung für alle deutschen Bürger angedacht hat.
Was werden Sie unternehmen, um solche Angriffe auf die Persönlichkeitsrechte und die Menschenwürde des einzelnen zu unterbinden (das bezieht sich auch auf die subtilen Druckmittel, mit denen junge Eltern dazu gebracht werden sollen, ihre Kinder impfen zu lassen)?
Werden Sie die persönliche Entscheidung des einzelnen für oder gegen eine Impfung respektieren?
Werden Sie sich für eine Freiwilligkeit der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern einsetzen, oder stehen auch Sie hinter den unverhältnismäßigen Zwangsmaßnahmen, mit denen bei kritischen Tierhaltern diese zweifelhafte Impfung durchgesetzt werden soll?
Werden Sie veranlassen, daß Milch und Fleisch der geimpften Tiere ergebnisoffen und unabhängig auf Veränderungen und Rückstände untersucht werden?

Mit freundlichen Grüßen

Elke Hochreiter

Antwort von
FDP

Sehr geehrte Frau Hochreiter,

herzlichen Dank für ihre Anfrage. Ich sehe die Anordnung von Zwangsimpfungen als einen sehr großen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der einzelnen Menschen. Dies ist nur sehr selten und aufgrund einer ausführlichen Risikoabwägung zu tolerieren. Man muss betrachten wie schädlich der Impfstoff sein kann und dem die Auswirkungen des Nicht-Impfens für die Gesellschaft gegenüberstellen. Dies ist meiner Meinung nach bei der Schweinegrippe wie folgt zu betrachten: Wenn Personen nicht geimpft werden und sich deshalb mit dem SG-Virus infizieren und weitere Menschen anstecken, steigt das Risiko für Mutation des SG-Virus enorm an. Momentan sind die Verläufe der Erkrankungen sehr leicht, entsprechen etwa dem Verlauf einer „normalen“ Grippe und sind deshalb medizinisch „leicht“ behandelbar. Sobald der Virus mutiert würde sich das schlagartig ändern. Und dieser Virus würde eine große Gefahr für die Gesellschaft darstellen, da er kaum behandelbar wäre. Die Gefahr von Mutationen ist bei SG-Virus bei weitere Verbreitung relativ hoch. Zudem muss man betrachten wie „schädlich“ oder gefährlich der Impfstoff für die einzelnen Personen ist. Da der SG-Impfstoff erst in der Entwicklung ist, kann man dies noch nicht mit Sicherheit sagen. Experten prognostizieren jedoch einen sehr harmlosen Impfstoff. Aufgrund der Abwägung, dass man mit dieser Impfung nicht mehr behandelbare Mutationen und somit eine Pandemie verhindern kann und dass der Impfstoff für die einzelnen Personen harmlos sein wird, bin ich für eine Impfpflicht gegen die SG. Dies darf man jedoch auf keinen Fall pauschalisieren. Man muss dies von Krankheit zu Krankheit sorgfältig abwägen. Zum Beispiel würde mein Urteil bei der Impfung des Menschen gegen Tollwut, einer ebenfalls sehr gefährlichen Krankheit, anders ausfallen. Da der Impfstoff weitaus weniger harmlos ist und man keine so große Angst vor Mutationen und Epidemien haben muss, wäre ich in diesem Fall gegen eine Zwangsimpfung.

Ich bin kein Befürworter von solchen Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen, sehe jedoch, wie in dem Fall der SG, dass es manchmal kaum Auswege gibt um solche Gefahren für die gesamte Bevölkerung zu verhindern. Dies dürfen jedoch nur Einzelfallentscheidungen, wie hier für die Impfung mit dem SG-Impfstoff sein.

Mit freundlichen Grüßen

Raffaela Bubendorfer