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Frage von Fgrsna Ervpu an Prof. Dr. Klaus Buchner bezüglich Verkehr und Infrastruktur

# Verkehr und Infrastruktur 08. März. 2019 - 10:47

Sollte man den geplanten 5G-Netzausbau im EU-Parlament nicht auch unter dem Gesichtspunkt kritisch prüfen, dass die zunehmende digitale Vernetzung eine dramatisch ansteigende Verwundbarkeit unserer Infrastrukturen durch Cyber-Attacken zur Folge hätte, einschließlich der Erpressbarkeit ganzer Nationen bezüglich Cyber-Krieg?
http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten...

Von: Fgrsna Ervpu

Antwort von Klaus Buchner (ÖDP) 12. März. 2019 - 12:40
Dauer bis zur Antwort: 4 Tage 1 Stunde

Sehr geehrter Herr Ervpu,

aus meiner kritischen Haltung zum Thema 5G habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Ich halte auch Vorträge zum Thema „Gefahren durch Mobilfunk“, die sich mit der Mobilfunktechnik im Allgemeinen und mit 5G im Besonderen beschäftigen. Unzählige wissenschaftliche Studien zeigen, dass Gesundheitsschäden wie Kopfschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Tinnitus, Herzbeschwerden und Fruchtbarkeitsstörungen bis hin zu Krebs und Erbschäden auftreten können, und zwar schon weit unterhalb der deutschen Grenzwerte. Es wird jedoch immer wieder behauptet, diese Studien seien widersprüchlich. Deshalb könne man nicht sicher sagen, ob die Strahlen wirklich gefährlich sind. Es zeigt sich aber, dass Forschungen, die von der Industrie finanziert sind, überwiegend die Ungefährlichkeit der Strahlung „beweisen“, während Tausende unabhängige Studien die Strahlenschäden eindeutig belegen.

Die „5. Generation“ des Internets 5G ist noch problematischer als ihre Vorgänger. Meistens hat man noch höhere Strahlungsintensitäten. Für die selbstfahrenden Autos sind entlang aller Straßen Funkstationen im Abstand von 100 bis einigen 100 Metern geplant, die eng gebündelte Strahlen großer Intensität senden. Dadurch wird die Strahlenbelastung erheblich ansteigen. Außerdem ist mit 5G eine weitgehende Überwachung auch der Privatsphäre möglich. Vernetzte Haushaltsgeräte verstrahlen den Wohnraum und senden persönliche Daten an Unternehmen und Datenhändler. Hinzu kommen die außen- und sicherheitspolitischen Aspekte bei der Einführung des Mobilfunkstandards 5G, wenn etwa Technik der chinesischen Firma Huawei, die unter dem Einfluss der chinesischen Regierung steht, zum Einsatz kommt. Es besteht die Gefahr, dass diese Technik für Spionageaktivitäten eingesetzt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP)