Ole von Beust
CDU
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Frage von Envare Fpuhznpure an Ole von Beust bezüglich Finanzen

# Finanzen 18. Feb. 2008 - 12:33

Guten Tag Herr von Beust,

in Anbetracht der immer wieder auftretenden Steuerbetrügereien stellt sich mir folgende Frage:

Was spricht eigentlich gegen ein einfaches, für jeden Bürger verständliches Steuersystem mit einem niedrigen, aber einheitlichen Steuersatz, der ausnahmslos von allen zu zahlen ist?

Wir alle leben in einem Staatswesen, dessen Infrastruktur (im weitesten Sinne) wir alle nutzen und zu dessen Unterhalt wir alle selbstverständlich verpflichtet sind.
Dementsprechend müsste jeder Bürger mit einem einheitlichen festen Prozentsatz seines Einkommens (z.B. 15%) dazu beitragen. Diese Leistung ist dann aber ausnahmslos von allen zu erbringen und darf nicht durch Ausnahmen umgangen werden.
Schließlich ist in absoluten Zahlen z.B. 15% von einem kleinen Einkommen eine geringe Summe, von einem Millionen-Einkommen dagegen eine entsprechend große.
Gutgemeinte Einzelfallgerechtigkeit hat unser Steuersystem zu einem (auch von Spezialisten) nicht mehr durchschaubaren Dickicht wuchern lassen, der geradezu zum Missbrauch einlädt.

Ich denke, es ist an der Zeit, dass die Politik (und damit auch Sie) dieses Problem löst.
Was ist Ihr Beitrag in dieser Frage?

Beste Grüße von Rainer Schumacher

Von: Envare Fpuhznpure

Antwort von Ole von Beust (CDU) 21. Feb. 2008 - 08:42
Dauer bis zur Antwort: 2 Tage 20 Stunden

Sehr geehrter Herr Schumacher,

Sie haben völlig Recht. Das derzeitige Steuersystem in Deutschland ist sehr komplex und dadurch kompliziert. Deswegen setzt sich die CDU seit langem für eine massive Vereinfachung des Steuersystems ein. So hat z. B. mein derzeitiger Senatskollege Gunnar Uldall 1996 im Bundestag eine Reform der Einkommensteuer gefordert, die ein dreifstufiges Steuersystem mit deutlich niedrigeren Steuersätzen als heute eingeführt und gleichzeitig auf den Großteil an Steuerbefreiungen und -ermäßigungen verzichtet hätte. Leider fand sich hierfür - wie auch 2004 für den populären "Bierdeckelvorschlag" zur Steuerberechnung von Herrn Friedrich Merz - keine Mehrheit im Bundestag. So sehr ich Ihren Wunsch nach einem verständlicheren Steuersystem nachvollziehen kann, sehe ich zu Zeiten einer großen Koalition auf Bundesebene derzeit keine entsprechenden Mehrheiten, leider.

Mit freundlichen Grüßen

Ole von Beust