Norbert Hense
FÜR VOLKSENTSCHEIDE
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Frage von Oehab Xöuyre an Norbert Hense bezüglich Bildung, Kultur, Forschung und Technologie

Sehr geehrter Herr Hense,

ich bin seit 10 Jahren im Bereich Jungenförderung engagiert. Deshalb aus diesem Bereich meine Fragen an Sie:

1. Jungen haben heute schlechtere Bildungserfolge und schlechtere Zukunftsperspektiven als Mädchen. Trotzdem wird dieser Thematik in der politischen Praxis noch zu wenig Bedeutung beigemessen. Ist Ihrer Meinung nach die gezielte Förderung von Jungen im Bildungswesen für Europa ein wichtiges Thema und wenn ja, wie werden Sie sich dafür einsetzen?

2. In fast allen europäischen Staaten wurden die Pflichtdienste für Männer (Wehrpflicht, Zivildienst) ausgesetzt oder abgeschafft. In Deutschland ist man dazu noch nicht bereit. Sind Sie für den Beibehalt oder für die Abschaffung dieser Pflichtdienste?

3. Soll in Deutschland - so wie europaweit Standard - das gemeinsame Sorgerecht auch für nicht miteinander verheiratete Eltern ab Geburt ihres Kindes bzw. ab Vaterschaftsanerkennung eingeführt werden und sollten Kinder ein grundgesetzlich verankertes Recht auf Erziehung durch ihre beiden Eltern erhalten?

Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bruno Köhler

Von: Oehab Xöuyre

Antwort von Norbert Hense (GRÜNE)

Sehr geehrter Herr Dr. Köhler,

ich beantworte Ihre 3 Fragen etappenweise:

1.
Zu ersteinmal möchte ich sagen, dass es wichtig ist, alle Kinder gleichberechtigt individuell zu fördern. Trotzdem sehe auch ich, auch durch meine eigene Schullaufbahn, dass Jungen ungerecht im Vergleich zu Mädchen behandelt werden. Eine kleine Schulhofrauferei, wie auch wir sie früher geführt hatten, sorgt heute dafür, dass Jungen als verhaltensauffällig abgestempelt und zum Gespräch mit Lehrern und Psychologen geschickt werden. In der Grundschule lernt man im Werken-Unterricht wie man häkelt, näht und strickt, aber nicht wie man mit Hammer, Säge und Schraubendreher umgeht.
Wenn Mädchen Selbstverteidigungskurse annehmen werden diese hoch gelobt, während Jungen für den Vorschlag, man könne im Sportunterricht auch Judo, Boxen und andere Kampfsportarten durchnehmen als aggresiv dargstellt werden.
Weiteres Problem ist, dass gerade in den Grundschulen, zu viele Frauen Lehrer sind. Wenngleich es gute Pädagoginnen sein mögen, ist es doch so, dass den Jungen ein männlicher Ansprechpartner fehlt.

Wie Sie sehen ist mir die Problematik durchaus bekannt und hier ist dringender Handlungsbedarf gefragt, allerdings ist Bildung Sache der Bundesländer auf die ich als Europaabgeordneter nur wenig Einfluss hätte, trotzdem würde ich mich für eine jungenfreundlichere Bildungskultur in Deutschland und Europa einsetzen.

2.
Die Wehrpflicht selbst halte ich für überholt, allerdings würde ich den Wehrdienst als freiwilliges Angebot beibehalten. So können interessierte Menschen trotzdem ein Jahr überbrücken. In etwa so wie es jetzt auch bei den Frauen üblich ist. Sie können, müssen aber nicht. Ich denke das ist der einzig richtige Weg, der beiden Geschlechtern fair gegenüber ist.

3.
Ich denke schon das ein gemeinsames Sorgerecht Sinn macht. Mütter werden vor Gericht im Streitfall oft bevorzugt und an die Kinder wird zu selten gedacht. Kinder brauchen Vater wie Mutter. Auch sollte man öfter die Kinder mitreden lassen, bei wem sie leben möchten, wenn sich die Eltern trennen.

Ich denke schon, dass es Sinn macht dieses Grundrecht der Kinder zu verankern halte aber das die Kinderrechte eher für das richtige Werk als das Grundgesetz.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meinen Antworten weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen
Norbert Hense

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