Nicole Gohlke
DIE LINKE
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Frage von xynhf Nzraq an Nicole Gohlke bezüglich Bildung und Kultur

# Bildung und Kultur 09. Sep. 2009 - 14:21

Hallo Frau Gohlke,

wie stehen Sie zu Aus und Weiterbildung für Langzeitarbeitslose, es gibt da bei der Caritas Werkstätte "Am Westpark" Ortlerstr. 12, 81373 München
www.caritas-werkstaette-muenchen.de die Möglichkeit eine Ausbildung als Schreiner zu machen. Man bekommt weiterhin Harz 4 plus 1,25€ / Std. Verdrängt aber keinen anderen Arbeitsplätze!
Viele Grüße

Von: xynhf Nzraq

Antwort von Nicole Gohlke (LINKE) 24. Sep. 2009 - 10:20

Hallo Herr Amend,

vielen Dank für ihre Anfrage!

Die LINKE unterstützt ausdrücklich die Möglichkeit zur Aus- und Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen. In unserem Wahlprogramm finden Sie folgende Forderungen zur Aus- und Weiterbildung:
- Gute Ausbildung sichern: Ausbildungsumlage im dualen System einführen: alle Betriebe, die nicht ausbilden, zahlen in einen Fonds ein. Wer ausbildet, erhält hieraus Unterstützung.
Ausbildungsentgelte grundsätzlich tariflich vereinbaren, außer- und
überbetriebliche Ausbildungen mit betrieblichen gleichstellen.
- Klare gesetzliche Abgrenzung von Arbeits- und Lernverhältnissen:
Berufseinstieg über reguläre Arbeitsverträge sichern; Praktika mit
mindestens 300 € im Monat vergüten.
- Für ältere Beschäftigte durch Weiterbildung, gesundheitliche
Prävention und altersgerechte Arbeitsbedingungen bessere
Möglichkeiten schaffen, bis zum Eintritt in die Rente
versicherungspflichtig tätig zu sein.
- Weiterbildung als öffentliche Aufgabe verankern: mit einem Weiterbildungsgesetz den Rechtsanspruch, die Finanzierung und Qualität von Weiterbildung sichern; Unternehmen in die Verantwortung nehmen und Branchenfonds bilden; Gesetze von Bund und Ländern zu einer Erwachsenenbildungsförderung ausbauen und allen Menschen - unabhängig vom Geldbeutel - lebenslanges Lernen ermöglichen. Über eine so geschaffene Erwachsenenbildungsförderung lassen sich auch viele weitere Ausbildungsplätze für Langzeitarbeitslose finanzieren.

So sehr das Engagement derjenigen gelobt werden muss, die Langzeitarbeitslosen eine Perspektive für eine berufliche Zukunft bieten wollen und ohne den von Ihnen beschriebenen Betrieb näher zu kennen, meine ich, dass eine Ausbildung unter 1-€-Job-Bedingungen kritisch zu betrachten ist. Einerseits wegen des Zwangscharakters solcher Maßnahmen. Aber auch, weil für eine Ausbildung ein Ausbildungsvertrag und eine Ausbildungsvergütung maßgeblich sind. Und drittens weil die Schaffung von 1-€-Jobs wohl nie ohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt ist.

DIE LINKE fordert, alle 1-€-Jobs in tariflich bezahlte Arbeitsplätze
umzuwandeln.

Viele Grüße,
Nicole Gohlke.