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Frage von Gabriele D. •

Frage an Monika Herz von Gabriele D. bezüglich Bildung und Erziehung

Liebe Monika Herz,

vielen herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Leider bleibe ich neugierig in Bezug auf den rituellen Schwertkampf. Vielleicht könnten Sie doch noch erläutern, was damit gemeint war…??
Einen wunderschönen Tag noch und viel, viel Erfolg!

Herzlichst
Gabriele Drungowski

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Liebe Gabriele Drungowski,

so, jetzt haben Sie mich erwischt und ich bin selber gespannt, was ich jetzt eigentlich antworte. Meine verschmitzte Forderung nach Einführung des rituellen Schwertkampfkunst zur Veranschlaulichung von Bundestags-Debatten gehört in die Kategorie "künstlerische Freiheit" (Artikel 5, Abs.3: Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei...).

Die Idee ist mir während eines Workshops zur Einführung in die Kunst mit dem Schwert gekommen. Das Schwert steht in vielen Kulturen das Symbol für Weisheit und für die Kraft, Entscheidungen zu treffen. Selbst das Wort Ent-Scheidung erinnert noch daran, das Schwert aus der Scheide zu ziehen, sich zu ent-scheiden.

Bedauerlicherweise habe ich nicht in der Eindruck, dass im Bundestag Entscheidungen getroffen werden, die von Weisheit geprägt sind. Vielmehr geht es vorwiegend um Machterhalt, um Fraktionszwänge oder um vorherrschende Wirtschaftsinteressen.

Ich wünsche mir dagegen Politiker und Politikerinnen, die sich von wirklicher Weisheit leiten lassen. Deshalb halte ich auch die Etablierung eines echten und unanbhängigen "Weisenrates", so wie ihn schon Erich Fromm in seinem Buch "Haben oder Sein" formuliert hat, für dringend notwendig.

Im tibetischen Buddhismus gibt es zum Beispiel eine Meditationsgottheit, die hält in der einen Hand ein Schwert und in der anderen Hand ein Herz als Symbol für tiefes Mitgefühl. Die Verinnerlichung dieser Werte, die wünsche ich uns allen, ganz besonders aber unseren Politikern, die die Weichen für unser kollektives Schicksal stellen. Ja. Genau das steht hinter der Forderung nach der Einführung des rituellen Schwertkampfes im Bundestag. Die Forderung ist also im Grunde sehr ernst gemeint.

Eine gute alte Freundin von mir hat sich deshalb bereit erklärt, mich bei meinem Einzug ins Parlament als berittene Bogenschützin zu begleiten. Die Symbolik ist die Gleiche. Wir wissen nur noch nicht, wie wir für das Pferd die Erlaubnis für den Zutritt ins Parlament erwirken können ;-)

mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank für Ihre guten Wünsche
Monika Herz