Monika Gärtner-Engel
AUF
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Frage von Treq Cbfpuznaa an Monika Gärtner-Engel bezüglich Finanzen

# Finanzen 16. Aug. 2009 - 19:54

Im Kommunalen Wahlbündnis Wir in Mülheim wurde auch Groß versprochen das alle Gelder die die Stadträte erhalten Wir zugute Kommen,nicht einzelnen Personen!Dies war Leider nicht der Fall einer hat sich Jahre lange Gelder in die Eigene Tasche getan,schlimm genug aber noch Schlimmer ist das die anderen solange Geschlafen haben! Wie wollen Sie das Verhindert das Ihnen das nicht auch Passiert? Mein Misstrauen kommt von Meiner Arbeit her ich muß Jeden Tag mit Jemanden zusammen Arbeiten den ich bei den Betriebswahlen gewählt,und für den ich auch noch Werbung gemacht habe!Heute ist er Arrogant, Abgehoben,eine ganz Abgezockter Linker Kerl! Der Offen Zuggibt das Menschen nicht so wichtig sind wen es der Sache Dient muß man Menschen Opfern!!Den Sozialismus den er mir seit Jahren mir Vorspielt den Will ich nicht! Wie wollen Sie verhindern das Menschen nicht abheben?

Von: Treq Cbfpuznaa

Antwort von Monika Gärtner-Engel (MLPD) 20. Aug. 2009 - 08:17
Dauer bis zur Antwort: 3 Tage 12 Stunden

Hallo Gerd P,

vielen Dank für deine Frage.
Vorneweg: Zu den Erfahrungen in Mülheim kann ich natürlich nichts sagen, das musst du mit den Kollegen dort klären! Doch grundsätzlich sprichst du eine sehr wichtige Frage und Erfahrung an: Wie oft hat man erlebt, dass ein Kollege solidarisch und kämpferisch war – und kaum sitzt er zwei Jahre im Betriebsrat, womöglich freigestellt – und schon ist er wie umgedreht: Egoistisch, auf sein Pöstchen und nur noch auf Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung aus! Daraus resultiert die berechtigte und für gesellschaftsverändernde Bewegungen fundamentale Frage: Wie kann man verhindern, dass Menschen, die sich zunächst ehrlich für z.B. AUF oder im Betriebsrat eingesetzt haben, später von den Problemen der Bevölkerung abheben, in die eigene Tasche wirtschaften, ihre Ansprüche, mit denen sie angetreten sind, verraten. Im Wahlkampf verweisen uns viele auf die Entwicklung der Grünen, die mit sozialen und ökologischen Ansprüchen ihre Posten im Parlament angetreten haben, wovon heute nur bei wenigen noch was übrig ist. Das zeigt, wie veränderlich die Denkweise ist! Es gibt in dieser Gesellschaft ein ganzes System der kleinbürgerlichen Denkweise, um die Leute negativ zu beeinflussen mit Egoismus und Selbstsucht mit dem Ziel, dass man bestechlich und korrumpierbar wird. Uneigennützigkeit, Kampfgeist und Solidarität wird damit zerstört. Von dieser gesellschaftlichen Macht wird zunächst jeder beeinflusst – die Frage ist, wie man damit fertig wird. Wir von AUF Gelsenkirchen haben uns das Problem seit unserer Gründung bewusst gemacht und Methoden gefunden, wie wir damit fertig werden können. Die wichtigste Methode waren die Grundsätze von AUF Gelsenkirchen und die Kandidatengrundsätze – ihre Verwirklichung sowie eine aktive, kritische, solidarische und zugleich wachsame Mitgliedschaft. Unsere Kandidaten legen sich z.B. fest, „keinerlei Zuwendungen in Geld- oder Sachspenden für eigene Vorteile anzunehmen“. So werden Sitzungsgelder und persönliche Zuwendungen gespendet und in den letzten 4 Jahren sind über 113.000 Euro an Spenden zusammen gekommen, die für die Arbeit von AUF und sinnvolle Projekte verwendet werden. Die Rolle der Mitglieder hat einen hohen Stellenwert. In den Grundsätzen ist z.B. festgelegt, dass bei gravierenden Verstößen gegen die Grundsätze, die Mandatsträger „durch die Mitgliederversammlung mit 2/3 Mehrheit wieder abgewählt werden können“. Es gibt eine regelmäßige Rechenschaftslegung und lebendige Kontrolle dieser Regelungen, damit negative Entwicklungen rechtzeitig erkannt und darauf reagiert werden kann. Auch wir haben schon Rückschläge bekommen und ein Mitglied musste deshalb aus AUF ausgeschlossen werden, weil wir zu lange zugeschaut und zeitweilig Verstöße gegen die gemeinsam festgelegten Spielregeln toleriert haben. Manchmal ist das auch gar nicht auf den ersten Blick so einfach zu entscheiden: Soll die strikte Selbstverpflichtung für die Spenden auch für Hartz IV Empfänger gelten, die so wenig Geld haben? Wir haben uns entschieden: Ja! Dafür können aus den Spenden alle AUF-Mitglieder (und nicht nur die Mandatsträger!) ihre Unkosten gleichermaßen abrechnen. So ist die politische Arbeit nicht vom Geldbeutel abhängig. Diese Auseinandersetzungen haben uns vor allem bestärkt, unsere Grundsätze konsequent zu vertreten und dazu noch mehr Überzeugungsarbeit zu machen. Und die positiven Ergebnisse sprechen für sich und entwickeln eine große Anziehungskraft. Was wir hier im Kleinen machen, hat natürlich eine gesellschaftspolitische Dimension. In diese Richtung müssen auch Lehren gezogen werden aus der Zerstörung hoffnungsvoller Ansätze für den Sozialismus. Er wurde nicht von außen, sondern von innen zerstört – durch die Veränderung der Denkweise führender Funktionäre. Daraus können und müssen positive Lehren gezogen werden und Fehler, die gemacht wurden, müssen nicht wiederholt werden, wenn sie gründlich verarbeitet sind.
Auch dafür ist deine Frage von großer Bedeutung.

Herzliche Grüße

Monika Gärtner-Engel

Ergänzung von Monika Gärtner-Engel (MLPD) 20. Aug. 2009 - 08:17
Dauer bis zur Antwort: 3 Tage 12 Stunden

Hallo Gerd P,

vielen Dank für deine Frage.

Vorneweg: Zu den Erfahrungen in Mülheim kann ich natürlich nichts sagen, das musst du mit den Kollegen dort klären!

Doch grundsätzlich sprichst du eine sehr wichtige Frage und Erfahrung an: Wie oft hat man erlebt, dass ein Kollege solidarisch und kämpferisch war – und kaum sitzt er zwei Jahre im Betriebsrat, womöglich freigestellt – und schon ist er wie umgedreht: Egoistisch, auf sein Pöstchen und nur noch auf Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung aus!

Daraus resultiert die berechtigte und für gesellschaftsverändernde Bewegungen fundamentale Frage: Wie kann man verhindern, dass Menschen, die sich zunächst ehrlich für z.B. AUF oder im Betriebsrat eingesetzt haben, später von den Problemen der Bevölkerung abheben, in die eigene Tasche wirtschaften, ihre Ansprüche, mit denen sie angetreten sind,
verraten.

Im Wahlkampf verweisen uns viele auf die Entwicklung der Grünen, die mit sozialen und ökologischen Ansprüchen ihre Posten im Parlament angetreten haben, wovon heute nur bei wenigen noch was übrig ist.

Das zeigt, wie veränderlich die Denkweise ist! Es gibt in dieser Gesellschaft ein ganzes System der kleinbürgerlichen Denkweise, um die Leute negativ zu beeinflussen mit Egoismus und Selbstsucht mit dem Ziel, dass man bestechlich und korrumpierbar wird. Uneigennützigkeit, Kampfgeist und Solidarität wird damit zerstört. Von dieser gesellschaftlichen Macht wird zunächst jeder beeinflusst – die Frage ist, wie man damit fertig wird.

Wir von AUF Gelsenkirchen haben uns das Problem seit unserer Gründung bewusst gemacht und Methoden gefunden, wie wir damit fertig werden können. Die wichtigste Methode waren die Grundsätze von AUF Gelsenkirchen und die Kandidatengrundsätze – ihre Verwirklichung sowie eine aktive, kritische, solidarische und zugleich wachsame Mitgliedschaft. Unsere Kandidaten legen sich z.B. fest, „keinerlei Zuwendungen in Geld- oder Sachspenden für eigene Vorteile anzunehmen“. So werden Sitzungsgelder und persönliche Zuwendungen gespendet und in den letzten 4 Jahren sind über 113.000 Euro an Spenden zusammen gekommen, die für die Arbeit von AUF und sinnvolle Projekte verwendet werden.

Die Rolle der Mitglieder hat einen hohen Stellenwert. In den Grundsätzen ist z.B. festgelegt, dass bei gravierenden Verstößen gegen die Grundsätze, die Mandatsträger „/durch die Mitgliederversammlung mit 2/3 Mehrheit wieder abgewählt werden können“/.

Es gibt eine regelmäßige Rechenschaftslegung und lebendige Kontrolle dieser Regelungen, damit negative Entwicklungen rechtzeitig erkannt und darauf reagiert werden kann.

Auch wir haben schon Rückschläge bekommen und ein Mitglied musste deshalb aus AUF ausgeschlossen werden, weil wir zu lange zugeschaut und zeitweilig Verstöße gegen die gemeinsam festgelegten Spielregeln toleriert haben. Manchmal ist das auch gar nicht auf den ersten Blick so einfach zu entscheiden: Soll die strikte Selbstverpflichtung für die Spenden auch für Hartz IV Empfänger gelten, die so wenig Geld haben? Wir haben uns entschieden: Ja! Dafür können aus den Spenden alle AUF-Mitglieder (und nicht nur die Mandatsträger!) ihre Unkosten gleichermaßen abrechnen. So ist die politische Arbeit nicht vom Geldbeutel abhängig.

Diese Auseinandersetzungen haben uns vor allem bestärkt, unsere
Grundsätze konsequent zu vertreten und dazu noch mehr Überzeugungsarbeit
zu machen. Und die positiven Ergebnisse sprechen für sich und entwickeln
eine große Anziehungskraft.

Was wir hier im Kleinen machen, hat natürlich eine gesellschaftspolitische Dimension. In diese Richtung müssen auch Lehren gezogen werden aus der Zerstörung hoffnungsvoller Ansätze für den Sozialismus. Er wurde nicht von außen, sondern von innen zerstört – durch die Veränderung der Denkweise führender Funktionäre. Daraus können und müssen positive Lehren gezogen werden und Fehler, die gemacht wurden, müssen nicht wiederholt werden, wenn sie gründlich verarbeitet sind.

Auch dafür ist deine Frage von großer Bedeutung.

Herzliche Grüße

Monika Gärtner-Engel