Monika Gärtner-Engel
AUF
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Frage von Sryvk Fgnengfpurx an Monika Gärtner-Engel bezüglich Umwelt

# Umwelt 18. Jul. 2009 - 15:30

Sehr geehrte Frau Gärtner Engel!

Ich habe gehört, sie setzen sich für Kryo- Recycling ein? Was ist den Kryo und warum muss das recycelt werden? Kann man nicht mit Müllverbrennung preiswert Energie gewinnen und die Umwelt von Abgasen fossiler Energie entlasten?

MfG. Felix Staratschek

Von: Sryvk Fgnengfpurx

Antwort von Monika Gärtner-Engel (MLPD) 20. Jul. 2009 - 14:53
Dauer bis zur Antwort: 1 Tag 23 Stunden

Lieber Felix Staratschek,

vielen Dank für ihre Anfrage über „abgeordnetenwatch“! Ihre Frage ist aus umwelt- und arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten äußerst bedeutend.

Beim Kryo-Recycling-Verfahren werden Kunststoffe mit einer innovativen Kühltechnik tiefstgekühlt. Die Kunststoffe werden dadurch spröde und können gemahlen werden. Das Ergebnis ist feines Granulat, das weitgehend sortenrein getrennt und wieder der Produktion zugeführt werden kann. Mit dieser Technik könnte die Verbrennung von Kunststoffen also weitestgehend ersetzt werden.

Und das ist dringend notwendig. Durch Müllverbrennung wird eine chronische Volksvergiftung betrieben. In den Rauchgasen und Filterrückständen entstehen eine Vielzahl giftiger krebserregender Stoffe wie Dioxine oder Furane. Die massive Zunahme von vielen Krebserkrankungen ist eine Folge davon. Mit angeblich „billigen Strom“ und „günstiger Fernwärme“ sollen wir dies in Kauf nehmen und wird dies schöngeredet.

Neben dem Umwelt- und Gesundheitsschutz ist das Kryo-Recycling-Verfahren auch eine äußerst arbeitsplatzschaffende Technik. Eine Anlage pro 50.000 Einwohner bräuchte mindestens 80 Anlagenbauer, 20 Betriebs- und 4-Logistikarbeitsplätze. Für eine Bergbaustadt wie Gelsenkirchen daher auch eine Möglichkeit, gleichwertige Ersatzarbeitsplätze, insbesondere für die Kumpel im Revier, zu schaffen.

Unsere Initiative für eine Pilotanlage in Gelsenkirchen lief zunächst auch gut an und es entwickelte sich eine Sympathie für unseren Vorschlag bis in CDU-Kreise hinein. Dies wurde dann aber – ausgehend von der SPD und nachfolgend allen anderen Parteien im Rat – abgewürgt. Stattdessen unterwerfen sie sich jetzt zusammen mit der Stadtspitze den Forderungen von BP/EON mit der Norderweiterung von EON oder dem Biomassepark auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Hugo.

AUF-Gelsenkirchen wirft die Frage des konsequenten Umweltschutzes immer wieder auf und fordert Z.B.: „AUF-Stand gegen Klimakiller!“

Für weitere Informationen kann ich Ihnen auch die Homepage http://www.total-recycling.org und natürlich unsere eigene Homepage http://www.auf-gelsenkirchen.de empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen, Monika Gärtner-Engel