Michael Braun
DIE GRÜNEN
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Frage von Nyrknaqre Qvrgm an Michael Braun bezüglich Verkehr und Infrastruktur

# Verkehr und Infrastruktur 26. Aug. 2017 - 17:17

Guten Tag Herr Braun,

Befürworten Sie ein flächendeckendes ÖPNV-Angebot im ländlichen Raum durch Bedarfsverkehre nach nordhessischem Vorbild?

Sehen Sie dringenden Handlungsbedarf, Bahnbaustellen verkehrsschonend zu gestalten, um das System Schiene nicht wieder als entbehrlich und unbrauchbar erscheinen zu lassen?

Befürworten Sie die Vereinfachung der EBO auf Nebenstrecken im vertretbaren Rahmen, um Hürden für Bahnverkejr in der Fläche abzubauen?

Wie stehen Sie zum Spiekermann-Gutachten zur Wiehltalbahn? Sehen Sie es als sinnvoll an, ein neues Gutachten mit der Fragestellung, wie ein Nutzen-Kosten-Verhältnis >1 erreicht werden kann?

Befürworten Sie, daß Fernbusse den Oberbergischen Kreis anfahren, um dadurch brauchbare Verbindungen Richtung Siegerland und Hessen zu erhalten?

Wie stehen Sie zum Einsatz von Akkutriebwagen neuer Bauart auf Zweigstrecken als Alternative zur Oberleitung?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antworten.

Mit freundlichem Gruß,

Nyrknaqre Qvrgm

Von: Nyrknaqre Qvrgm

Antwort von Michael Braun (GRÜNE)

Sehr geehrter Herr Qvrgm,

vielen Dank für ihren umfangreichen Fragenkatalog, den ich gerne beantworten werde, soweit es meine Kandidatur für den Bundestag betrifft.

Bedarfsverkehre können eine sinnvolle Ergänzung zum fehlenden ÖPNV-Angebot im ländlichen Raum sein. Eine deutliche Kennzeichnung und einfache Bedienung sollten hier aber Voraussetzung sein, um gerade älteren Menschen, die ausserhalb wohnen, unkompliziert zu ermöglichen, zum Arzt, Supermarkt oder Friedhof zu kommen.

Mir ist es unbegreiflich, warum man z.B. einen Großbahnhof wie Wuppertal nicht umbauen kann, ohne zumindest ein Gleis permanent befahrbar zu halten. Hier macht sich der ÖPNV durch einen wochenlangen Totalausfall selber entbehrlich und das darf nicht passieren.

Die Vereinfachung der EBO sehe ich unter gewissen Voraussetzungen als geeignetes Instrument zum Erhalt und zur Reaktivierung von Nebenstrecken.

Dem Spiekermanngutachten stehe ich skeptisch gegenüber. Hier sind Kommunen und Kreis gefragt, Korrekturen vorzunehmen und vergessene Gesichtspunkte nachzureichen bzw. in einem neuen Gutachten zu berücksichtigen.

Fernbusse sollten den Oberbergischen Kreis nur anfahren, wenn dieses ökologisch Sinn macht. Bei einer schlechten Ausnutzung überwiegt der Schaden für Umwelt, Straßen und Lärmschutz den Nutzen. Hier ist ebenfalls der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor sinnvoll.

Da es nicht in alles Bereichen möglich ist, Bahnstrecken mit Oberleitungen zu elektrifizieren, halte ich den Einsatz von Akkutriebwagen für eine sehr gute Lösung, ebenfalls als Überbrückung bis Oberleitungen gebaut werden.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Braun

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