Martina Lennartz
DKP
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Frage von Puevfgbcu Täoyre an Martina Lennartz bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 10. Mai. 2019 - 23:14

Sehr geehrte Frau Lennartz,
die Umweltpolitik der EU beruht auf den Grundsätzen der Vorsorge und Vorbeugung und Schutz der menschlichen Gesundheit (Artikel 191 des geltenden EU-Vertrags. https://dejure.org/gesetze/AEUV/191.html). Demnach sind die EU-Bürger, anders als im US-Recht, grundsätzlich vor Produkten zu schützen, deren Unbedenklichkeit nicht erwiesen ist. Die Unbedenklichkeit von 5G und anderen Mobilfunkstrahlen ist nicht erwiesen (https://www.gaebler.info/2019/05/weiner-mobilfunk/).

Was werden Sie im EU-Parlament unternehmen, um sicherzustellen, dass die Gesundheit der Menschen vor Mobilfunkstrahlen geschützt wird?

Mit freundlichen Grüßen
Puevfgbcu Täoyre

Von: Puevfgbcu Täoyre

Antwort von Martina Lennartz (DKP) 14. Mai. 2019 - 14:07

Sehr geehrter Herr Täoyre

ich finde die Frage nicht wirklich einfach, aber berechtigt.  

Die möglichen gesundheitlichen Folgen der für den Mobilfunk verwendeten Strahlung sind wissenschaftlich umstritten. In Deutschland und den meisten Ländern wird behauptet, es gäbe nur sogenannte thermische Effekte dieser Strahlung, also die Erwärmung durch die absorbierte Energie. Danach richten sich die Grenzwerte: Die Erwärmung darf an keinem Körperteil mehr als 1 Grad betragen. Es ist aber bekannt, dass es strahlensensible Personen gibt, die schon bei viel geringeren Werten unter allen möglichen Beschwerden leiden. Es gibt auch Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass auch geringe Dosen das Krebsrisiko erhöhen, die werden aber von den zuständigen Stellen nicht anerkannt. Der Vergleich mit den Röntgenstrahlen ist aber auch interessant, denn Röntgenstrahlen wirken ionisierend und laden auch Moleküle und Atome auf, das kann zu Genmutationen und damit auch zu Krebs führen. Diese sind ganz sicher gefährlicher. Mikrowellen, wie bei der Handystrahlung, können das nicht. Das Krebsrisiko müsste also in der thermischen Aufwärmung begründet liegen...  Inzwischen ist diese Technik ja so verbreitet, dass niemand etwas von evtl. Risiken hören will. Im Prinzip scheint das Ganze ein riesiger Langzeitversuch zu sein. Bei der kommenden 5G-Technik wird es noch problematischer. Bei den dann verwendeten Frequenzen ist die Reichweite geringer, deswegen müssen die Sender dichter stehen und die Energie erhöht werden. Es gibt einige Länder, in denen die Grenzwerte viel niedriger liegen - dadurch wird natürlich die Empfangsqualität schlechter. Im EU-Parlament wäre es vielleicht möglich, die Übernahme niedriger Grenzwerte und mehr Forschung auf diesem Gebiet zu beantragen.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort geholfen zu haben und stehe gerne für Rückfragen zur Verfügung 

Freundliche Grüße 
Martina Lennartz