Margarete Bause
DIE GRÜNEN
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Frage von Puevfgbcu Ertare an Margarete Bause bezüglich Energie

# Energie 19. Sep. 2008 - 13:46

Sehr geehrte Frau Bause,

die CSU wirbt für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken und will daraus resultierende Gewinne zur Senkung des Strompreises nutzen.
Wie stehen Sie dazu und glauben Sie, dass die Stromindustrie dazu gebracht werden kann, diese Gewinne durch niedrigere Strompreise an den Verbraucher weiter zu geben?
Wie viel Atommüll würde durch eine Laufzeitverlängerung zusätzlich entstehen?
Müssten wir dann mit einem Atommüllendlager in Bayern rechnen?

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Regner

Von: Puevfgbcu Ertare

Antwort von Margarete Bause (GRÜNE) 22. Sep. 2008 - 11:52
Dauer bis zur Antwort: 2 Tage 22 Stunden

Sehr geehrter Herr Regner,

vielen Dank für Ihre Frage. Wir Grüne kämpfen seit unserer Gründung für den Ausstieg aus der Atomenergie, weil wir die Risiken für unverantwortbar halten und es bessere und wirklich zukunftsfähige Alternativen gibt. Deshalb sind wir auch vehement gegen eine Verlängerung der Laufzeiten. Der CSU-Vorsitzende Huber spricht sogar von bis zu 60 Jahren. Damit ginge das letzte AKW 2049, also zu Hubers 103. Geburtstag, von Netz. Mit ihrer Forderung nach einer Verlängerung der Laufzeiten der AKWs macht sich die CSU zum willfährigen Büttel der Atomlobby und schreckt dabei auch vor Falschinformationen nicht zurück. So ist das Versprechen, auf diese Weise die Strompreise zu senken, nur leere Propaganda. Denn wie will die CSU die Konzerne zwingen die Gewinne an die Kunden weiterzugeben? Die machen das heute schon nicht und werden mit Sicherheit nicht auf dieses profitable Geschäft verzichten. Auch der von der CSU ins Gespräch gebrachte 40-Milliarden-Euro-Fonds würde die Kilowattstunde nur um 0,25 Cent verbilligen. Aufs Jahr gerechnet wären dies pro Haushalt gerade mal 8,75 Euro. Diese Summe lässt sich allein durch den Kauf einer einzigen Energiesparlampe einsparen. Eine weitere Atomlüge ist die Behauptung der CSU, die Entsorgung des hochgiftigen Atommülls sei gesichert. Weltweit gibt es kein sicheres Endlager, die skandalösen Verhältnisse im Salzbergwerk Asse machen die ganze unerträgliche Schlamperei deutlich. Eine Laufzeitverlängerung von 8 Jahren würde die Menge der abgebrannten Brennstäbe um 31% erhöhen. Hubers Restlaufzeiten sogar um 110%! Auch die Haltung der CSU, sich um die Endlagerfrage nicht zu kümmern und den Dreck den Nachbarn in Niedersachsen in den Hinterhof zu kippen, zeigt die Doppelmoral der Atombefürworter. Wer Atommüll produziert ist auch verantwortlich für die sichere Endlagerung. Wenn uns also ein Endlager in Bayern drohen sollte - verantwortlich dafür ist die falsche und gefährliche Energiepolitik der CSU, der wir schnellstens ein Ende setzen sollten.

Mit den besten Wünschen,

Margarete Bause, MdL
Fraktionsvorsitzende