Lothar Binding
SPD
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Frage von Avpbynf Onegryf an Lothar Binding bezüglich Verkehr und Infrastruktur

# Verkehr und Infrastruktur 10. Aug. 2019 - 15:04

Sehr geehrter Herr Binding,

in Zeiten von Klimabewegungen wie "Fridays for Future", "Ende Gelände" und "Extinction Rebellion" entsteht ein gesteigertes Interesse an klimaverträglichem Verhalten. Inbesondere in einem studentisch geprägten Wahlkreis wie Heidelberg wird das Thema ausgiebig diskutiert. Hier sollten auch Politiker mit gutem Bespiel vorangehen, weswegen sich für mich folgende Fragen stellen:
1. Benutzen Sie oder ihre Mitarbeiter Inlandsflüge?
2. Wenn ja, wie oft?

Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße
Avpbynf Onegryf

Von: Avpbynf Onegryf

Antwort von Lothar Binding (SPD)

Sehr geehrter Herr Onegryf,

vielen Dank für Ihre Frage. Eigentlich ist es ein wenig schade, das sich erst "in Zeiten von Klimabewegungen wie "Fridays for Future", "Ende Gelände" und "Extinction Rebellion" … ein gesteigertes Interesse an klimaverträglichem Verhalten" einstellt. Da sich der Klimawandel, unser Klimaproblem, ja nicht auf einen Parameter – Flugreise – reduzieren lässt, ergänze ich meine Antworten ein wenig durch Hinweise auf mein allgemeines Mobilitätsverhalten. Dabei lasse ich andere wichtige Faktoren, auf die wir zu achten hätten, wie z.B. unsere Ernährung (Fleisch), Energieversorgung, Heizung und Verhalten (auch Rauchen wäre ein Beispiel) weg.

Privat nehme ich keine Inlandsflüge und auch grenzüberschreitend fliegen meine Frau und ich extrem selten. Seit wahrscheinlich mehr als 15 Jahren unternehmen wir in unserem Sommerurlaub zweiwöchige Radtouren. Im Winter fahren wir mit dem Auto eine Woche in die Alpen.
Dienstlich fahre ich im Regelfall mit dem Nachtzug 23:33 Uhr (bis vor kurzem den CNL, inzwischen den NJ) nach Berlin und mit dem ICE 17:37 oder 17:28 oder kurz nach 18 Uhr von Berlin nach Heidelberg zurück. Es gibt terminliche Zwänge, in denen meine Mitarbeiter*innen einen Flug zwischen Mannheim und Berlin vorschlagen müssen oder die Bahn hat keine Plätze im Nachtzug mehr frei. Das ist allerdings recht selten. Ich bin auch schon über Frankfurt geflogen – die Reisezeit (nicht die Flugzeit) ist fast so lang wie mit dem Zug, man wartet ständig auf Abfertigungen, kann nicht arbeiten und mit etwas Pech ist man sein Taschenmesser los. Der einzige Grund zu fliegen: ein Zeitfenster liegt so günstig, dass man andernfalls einen Termin absagen müsste – was die Bürger*innen regelmäßig sehr übel nehmen.

Seit Anfang des Jahres 2019 habe für Reisen von und nach Berlin sechsmal das Flugzeug genutzt, 20mal den Nachtzug und etwa 30mal den ICE. Für alle weiteren Termine in ganz Deutschland habe ich die Bahn gewählt.

Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit einer Ausnahme nur in Heidelberg oder nur in Berlin. Falls Reisen notwendig sind, wird im Regelfall der ICE benutzt.

Soweit möglich, nehme ich im Wahlkreis das Fahrrad. Schon als ich noch wie Sie in Eppelheim wohnte, bin ich mit dem Rad in die Uni gefahren. Da sich mein Wahlkreis bis nach Laudenbach und Ilvesheim erstreckt, nehme ich auch das Auto, insbesondere wenn ich Material (Infostand, Infomaterial) zu transportieren habe. Auch Anzug und Regenwetter sind manchmal Anlass das Auto zu nehmen. Gleichwohl kostet mich das Rad eine Anzughose pro Jahr extra – weniger als ich Benzin spare.

Einige Jahre vor meinem Mandat hatten wir kein eigenes Auto, wir sind 1992 in der Gründungsphase dem Projekt "TeilAuto" also dem CarSharing System in der Rhein-Neckar-Region beigetreten.

Hoffentlich hilft Ihnen meine Antwort ein Stück weiter.

Viele Grüße, Ihr Lothar Binding

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