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Kornelia Möller
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Frage von Peter M. •

Frage an Kornelia Möller von Peter M. bezüglich Arbeit und Beschäftigung

Sehr geehrte Frau Möller,

mir sind gerade Zahlen bekannt geworden, dass ein deutscher Pensionär (also ein ehemaliger Beamter) 2.185 Euro Pension erhält. Dabei gibt es auch sicherlich viele Beamte die deutlich schlechtere Pensionen erhalten.
Ein durchschnittlicher Rentner erhält 813 Euro Rente.
Ich möchte keine Neiddebatte zwischen Pensionären und Rentnern anstacheln, aber hat der Rentner, die Rentnerin wirklich nicht einmal die Hälfte geleistet wie ein Pensionär?
Hinzu kommt noch, dass ArbeitnehmerINNEN meist eine wesentlich kürzere Lebenserwartung haben als die Bezieher von Pensionen.
Sollte hier nicht wenigstens die Lebensarbeitszeit besser berücksichtigt werden. Dass zum Beispiel mit 45 Berufsjahren sofort und ohne Abschläge in Rente gehen darf?

Vielen Dank für die Beantwortung in diesem Forum und schöne Grüße
Peter Maier

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Antwort von
DIE LINKE

Sehr geehrter Herr Maier,

auch aus meiner Sicht stellt sich die Differenz zwischen Beamtenpensionen und "Normalrenten" als zu groß dar, obwohl seit einigen Jahren die Entwicklung der Pensionen an die der Renten gekoppelt ist. Entscheidend dabei ist jedoch die Ausgangssituation.

Deshalb kann ich Ihren Überlegungen nur zustimmen. Dabei geht es nicht um eine Neiddebatte, sondern um soziale Gerechtigkeit.

Ihre und auch meine Beobachtung bezüglich der sozialen Situation von ehemaligen Beamten wird durch eine Studie des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) von Olaf Groh-Samberg erhärtet. Dort wird nachgewiesen, dass in Deutschland zur Gruppe der "sorgenfreien Reichen" (das sind 1% der Gesamtbevölkerung) ein hoher Anteil von Beamten und Beschäftigten im öffentlichen Dienst gehört.

Der Autor schreibt im Fazit seiner Studie: "In Deutschland ist nur eine sehr kleine Gruppe von etwa einem Prozent der Bevölkerung sorgenfrei reich: Diese Menschen haben dauerhaft mindestens das Doppelte des Durchschnittseinkommens zur Verfügung, sie haben ein sechs- bis siebenfach höheres Vermögen als der Durchschnitt der Bevölkerung, und sie geben mindestens fünf Jahre hintereinander an, dass sie sich keine wirtschaftlichen Sorgen machen. Auffällig sind der geringe Anteil von Personen mit Kindern im Haushalt und der hohe Anteil von Beamten unter den sorglosen Reichen, aber auch unter den nichtreichen Sorgenfreien. Die zunehmende Gruppe der besorgten Reichen spiegelt die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit, erzeugt aber sicherlich keinen sozialpolitischen Handlungsbedarf. Demgegenüber erweisen sich die sorglosen Reichen, wie zu erwarten ist, als eine kleine Gruppe, die für Schwankungen der Konjunktur nicht anfällig sind. Sie werden aller Voraussicht nach auch die aktuelle Krise im Großen und Ganzen „unbesorgt“ überstehen – nicht zuletzt dank der Privilegien, die der Beamtenstatus ihnen verleiht."

Mit freundlichen Grüßen

Kornelia Möller