Kerstin Schnelle
DIE GRÜNEN
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Frage von Urvqv Fnny an Kerstin Schnelle bezüglich Umweltpolitik

# Umweltpolitik 21. Juli. 2009 - 13:53

Wo sehen Sie im Landkreis Sömmerda noch Potenzial im Bereich der erneuerbaren Energien? Welche konkreten Projekte würden Sie in diesem Bereich angehen wollen?

Von: Urvqv Fnny

Antwort von Kerstin Schnelle (GRÜNE) 24. Juli. 2009 - 14:15
Dauer bis zur Antwort: 3 Tage 21 Minuten

Sehr geehrte Frau Saal,

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN wollen bis 2050 eine Energiewende in Thüringen herbeiführen. Zur Erreichung dieses Ziels kann auch der landwirtschaftlich stark geprägte Landkreis Sömmerda beitragen. Neben den bereits bestehenden Photovoltaik- und Solaranlagen im Landkreis gibt es noch ausreichend Ausbaupotenzial auf:

- den Dächern öffentlicher Gebäude (Schulen, Kindergärten, Verwaltung etc.)
- den Dächern städtischer Gesellschaften
- Firmendächern
- Dächer von Privateigentümern
- Brachflächen und
- Ackerland

Beim Neubau oder der Sanierung öffentlicher Gebäude setzen sich BÜNDNIS90/ Die Grünen für innovatives und energiesparendes Bauen ein. Ab 2010 soll für alle neuen öffentlichen Gebäude der Passivhausstandard, bei der Sanierung der Niedrigenergiestandard gelten. In der Landwirtschaft wollen wir durch die Förderung neuer Verfahren vor allem landwirtschaftliche Reststoffe wie Verschnitt, Stroh, Biomüll nutzen. Dabei setzen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vor allem auf Technologien wie Pflanzenkraftstoffe und Kraft-Wärme-Kopplung. Grundvoraussetzungen dafür sind das Nachhaltigkeitsprinzip und der gentechnikfreie Anbau von Energiepflanzen. Des Weiteren sollen Energiepflanzen gefördert werden, die die Äcker nicht belasten und möglichst ohne Dünger und Pestizide auskommen. Jeder Landwirt im Landkreis soll die Möglichkeit einer kostenfreien Bioenergieberatung erhalten. Die nachhaltige Energieversorgung aus regionalen Rohstoffen bietet dem Landkreis nicht nur neue Entwicklungspotenziale sondern auch zusätzliche Arbeitsplätze. Wir wollen Initiativen von Gemeinden oder Verwaltungsgemeinschaften unterstützen, die sich zu einer energieautarken Kommune entwickeln wollen, d.h. die sich komplett und unabhängig von Öl, Gas und Kohle aus erneuerbaren Energien mit Schwerpunkt Biomasse versorgen wollen. Außerdem wollen wir Bürgerinnen und Bürgern in Zusammenarbeit mit der Thüringer Aufbaubank und der KfW Bankengruppe bessere Kreditkonditionen und Zuschüsse anbieten, falls sie sich für die Sanierung von Häusern mit Niedrigenergiestandard, den Neubau von Passiv-, Nullenergie- und Plusenergiehäusern oder die Umstellung der Energieversorgung ihres Wohneigentums entscheiden. Um diese Maßnahmen umzusetzen, wollen wir gemeinsam mit dem Landkreis ein Klimaschutzkonzept entwickeln sowie die Möglichkeiten der Einrichtung einer Energieberatungsstelle, in der sich die Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises kostenlos beraten lassen können, prüfen.

Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Schnelle