Katrin Göring-Eckardt
DIE GRÜNEN
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Frage von Bggbxne Gnybt an Katrin Göring-Eckardt bezüglich Bildung und Forschung

# Bildung und Forschung 13. Juni. 2013 - 15:31

Sehr geehrte Frau Göring-Eckhardt,

besten Dank für Ihre Antwort vom 11.6.13 !

Ihre Antwort hat allerdings neue Fragen aufgeworfen:

Sie schrieben zu der Frage inwieweit Sie als abschlußlose Theologiestudentin ohne Berufserfahrung sich für qualifiziert halten ein so bedeutendes volkswirtschaftliches Problem deutlicher Änderungen des Steuersystems erfolgreich zu lösen: "Diese [steuerlichen Veränderungen] auch sachkompetent vertreten zu können, ist keine Frage von Abschlusszeugnissen bzw. dem beruflichen Hintergrund, sondern von durchdachten und durchgerechneten Konzepten".

1. Darf ich diese Antwort dahingehend verstehen, dass Sie der Meinung sind, dass eine fundierte Ausbildung und berufliche Erfahrung wertlos für das erfolgreiche Lösen volkswirtschaftliche Probleme sind und Volkswirtschaft "trivialer Plunder" ist?

2. Wie durchdenken und durchrechnen Sie Ihre Konzepte ohne Sachkenntnis und Erfahrung? Können Sie die Rechnungen einmal zeigen?

3. Wenn Berufsabschlüsse und Berufserfahrung angeblich unnötig selbst für die Lösung derart wichtiger Fragen (von denen Millionen Menschen existenziell Betroffen sind) sind, warum wollen Sie mit höheren Steuern mehr Geld in die offensichtlich nutzlose Schul- und Berufsausbildung stecken?

Mit freundlichen Grüßen,
Ottokar Talog

Von: Bggbxne Gnybt

Antwort von Katrin Göring-Eckardt (GRÜNE)

Sehr geehrter Herr Talog,

vielen Dank für ihre erneute Nachricht. Ihre Meinung, dass Volkswirtschaft trivialer Plunder ist, erscheint doch sehr weit hergeholt. Fundiert ausgebildete Arbeitskräfte bilden mit die Grundlage für unsere vielseitige Gesellschaft und sind keineswegs wertlos.
Die Entwicklung der Lösungsansätze von Bündnis90/Die Grünen für die anstehenden Probleme in unserer Gesellschaft ist eine Aufgabe der gesamten Partei. So wurden auch die von Ihnen angefragten Lösungsansätze von der Partei entwickelt und verabschiedet.
Noch ein paar Anmerkungen zum Thema Bildung aus unserer Sicht, heißt aus grüner Sicht:
Bildung entscheidet heutzutage über Teilhabe oder Ausschluss, über sozialen Zusammenhalt, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit. Bildung ist in keinster Weise nutzlos und muss in einer Zeit des demographischen Wandels umso mehr gefördert werden. Daher plädiert Bündnis90/Die Grünen auch für Modularisierung der Ausbildung in einzelne zertifizierte Ausbildungsbausteine, die aufeinander aufbauen und bundes- / europaweit und berufsübergreifend anerkannt werden. Die Einrichtung überbetrieblicher Ausbildungsstätten (ÜBS) als dritter Lernort (neben Berufsschule und Betrieb) - sollen dafür sorgen, dass man z. B. auch den teuren und unübersichtlichen "Maßnahme-Dschungel" einspart .Die Qualität der Ausbildung bleibt dadurch hoch und gesichert, dass sie am jeweiligen Berufsbild ausgerichtet bleibt. Ebenso im Bereich der Hochschule sollen unterrepräsentierte Gruppen aus einkommensarmen und hochschulfernen Elternhäusern überproportional gefördert werden und so dazu beitragen, die soziale Selektion am Hörsaaleingang deutlich zu reduzieren. Dazu müssen wir die Bildungsbeteiligung im tertiären Sektor dauerhaft steigern, indem die Potenziale und Talente von jungen Menschen aus allen Herkunftsgruppen gefördert werden. Die Studienfinanzierung muss den angemessenen Bedarf zum Lebensunterhalt während des Studiums decken.
Die Aufnahme eines Studiums darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, deshalb stehen wir Grüne für einen Hochschulzugang ohne sozialselektive Hürden. Zugleich wollen wir den Zugang für Nicht-AbiturientInnen und Berufstätige durch bundesweit einheitliche Zulassungskriterien erleichtern.
Wir wollen mit einem "Pakt für Studierende" in den nächsten vier Jahren mindestens 500.000 neue Studienplätze schaffen, um den geburtenstarken Jahrgängen ein Studium zu ermöglichen und dem AkademikerInnenmangel entgegen wirken zu können. Die neuen Studienplätze sollen zum Teil aus einem Bund-Länder-Fonds nach dem Prinzip "Geld folgt Studierenden" finanziert werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Büro Katrin Göring-Eckardt

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