Katrin Altpeter
SPD
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Frage von Puevfgvna Ebggn an Katrin Altpeter bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 05. Mai. 2011 - 10:33

Sehr geehrte Frau altpeter,

herzlichen Glückwunsch ins neue Kabinett von Grün-Rot in Abden-Württemberg!

Meine Fragen betreffen Ihre Positionen zum Apothekenwesen:

Wie stehen Sie zu Apothekenketten?
Was halten sie von Arzneimittelabgabestellen ("Pick up-Stellen"), z.B. in Drogeriemärkten, aber auch in anderen Gewerbebetrieben, außerhalb von Apotheken?
Für welche grundsätzlichen Regelungen werden Sie sich im Bundesrat bei der anstehenden Novellierung der Apothekenbetriebsordnung einsetzen?

Auf Ihre Antworten freue ich mich.
Vielen Dank und beste Grüße

Von: Puevfgvna Ebggn

Antwort von Katrin Altpeter (SPD) 27. Mai. 2011 - 13:21
Dauer bis zur Antwort: 3 Wochen 1 Tag

Sehr geehrter Herr Rotta,

vielen Dank für Ihre Fragen, die ich gerne beantworte.

Wie stehen sie zu Apothekenketten?

Ich stehe Apothekenketten sehr kritisch gegenüber. Apotheken sind ein Teil der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Mit Ihrer gesetzlich festgelegten Pflicht zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung, sind Apotheken ein Teil der Gesundheitsversorgung in Deutschland.
Als Heilberufler sind Apothekerinnen und Apotheker dem Allgemeinwohl verpflichtet und sollen ihre Tätigkeit nicht primär nach kaufmännischen Aspekten ausüben. Auch haben Apothekerinnen und Apotheker eine sehr hohe Verantwortung und eine hohe Vertrauensstellung gegenüber den Menschen, die sich auf sie verlassen müssen.
Dies sehe ich bei Ketten nur schwer oder gar nicht gegeben. Hier wird nach rein betriebswirtschaftlichen Kriterien agiert, wobei die Verpflichtung dem Allgemeinwohl gegenüber möglicherweise in den Hintergrund rückt.

Was halten sie von Arzneimittelabgabestellen („Pick up-Stellen“), z.B. in Drogeriemärkten, aber auch in anderen Gewerbebetrieben, außerhalb von Apotheken?

Davon halte ich ebenfalls nicht sehr viel. Meiner Auffassung nach ist es richtig, dass die Hürden zum Betrieb einer Apotheke und die Anforderungen an die Ausbildung des Fachpersonals, wie auch die Approbation als Apotheker relativ hoch sind. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Menschen die Arzneimittel benötigen auch qualifiziert beraten und adäquat versorgt werden können. Diese qualifizierte Beratung, gerade bei Produkten wie Arzneimitteln, die bei falscher Anwendung teilweise hohe Risiken bergen, ist in meinen Augen unabdingbar. Auch wird durch die Abgabe in Apotheken der sorglose Kauf und Umgang mit Medikamenten deutlich eingeschränkt. Daher gehört für mich die Abgabe von Medikamenten weiterhin in Apotheken.

Für welche grundsätzlichen Regelungen werden Sie sich im Bundesrat bei der anstehenden Novellierung der Apothekenbetriebsordnung einsetzen?

Für mich ist das wichtigste eine flächendeckende, wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Dies ist bisher gewährleistet und soll auch so bleiben. Daher werde ich mich allen Bestrebungen, „Light-Apotheken“ einzuführen, entgegenstellen. Ich halte nichts davon, zu erlauben, einzelne Aufgaben die bisher jede Apotheke erfüllen muss, auslagern zu dürfen. Jede Apotheke muss weiterhin in der Lage sein die Versorgung, auch die Notversorgung, wie bisher sicherzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Altpeter