DIE GRÜNEN

Frage an Jürgen Trittin von Revp-Qvrgre Ynatr bezüglich Land- und Forstwirtschaft

17. Dezember 2012 - 22:53

Lieber Hr.Trittin,

das „Dezernat Zukunftsanalyse“ d.Deutschen Bundeswehr rechnet mit dem Einsetzen gesellschaftlicher Folgen durch den Peak-Oil ab 2025. Viele Öl-unabhängige Institute erwarten 2020-2030 die beschleunigte Kostenzunahme.
Ist das tatsächlich schon in 8, vielmehr 7 Jahren?

Bereiche die jeden Bundesbürger in ihren Kosten betreffen, werden Heizstoff, Kraftstoff, Werkstoff (Plastik) sein.

Sollen dann alle PKWs auf Gas umgestellt werden? Elektroauto und doch ein Festhalten an Atomkraft? Was ist mit ALLEN Güterkosten die Kraftstoffkosten beinhalten?
Wie teuer werden alle Plastik-enthaltenden Waren - werd ich auf mein neues Smartphone, den neuen Laptop verzichten müssen? Polyester in der Kleidung, Verpackungen, Lichtschalter ... Können Ersatzstoffe dies in 8 Jahren ersetzen? Wird eine Weltwirtschaft, die durch Spekulationsblasen ins wanken geriet, nicht vor viel größeren Herausforderungen stehen?

Eine „Energiewende“ benannt zu haben ist der Verdienst Fr.Merkels, eine tatsächliche Dringlichkeit herauszustellen bleibt wohl grüner Polititk vorbehalten.

Lieber Jürgen Trittin, das Prädikat Wasserstoff´Gläubiger´wird wohl auf Herrn Tetzlaff angewandt und dessen Entwicklung eines Konzepts „wärmegeführter Wasserstoff-Wirtschaft“, das ich damit jedoch nicht einfach abtun würde. Im Verbund mit Erneuerbaren soll es Strom, Heiz- und(!) Kraftstoff emmissionsarm liefern können.
Um brauchbare Daten zu erhalten bedürfte es eines großflächigen Versuchsfeldes, eines Pilotprojekts in einer Region. Es unterscheidet sich -grundsätzlich- v. üblichen Wasserstoff-Forschungsprojekten.

Wäre dies nicht eine angemessene Antwort grüner Politik auf die „Energiewende“?
Visionen wagen, angesichts e.möglichen Erfolgs, Öl-Unabhängigkeit?
(Flächkonkurrenz wird Aufgabe)

Das Deutschland der falsche Ort für Revolutionen ist, ist klar, wenn wir jedoch 2020 mit gewagten Projekten anfangen, ist das wohlmöglich zu spät.
Wohlstand retten? Ja, bitte! Emmissionsfrei, ja, gerne!
V.Dank.

Frage von Revp-Qvrgre Ynatr
Antwort von Jürgen Trittin
15. Januar 2013 - 14:06
Zeit bis zur Antwort: 4 Wochen

Sehr geehrter Herr Lange,

die Wissenschaft streitet sich da schon länger drüber. Einerseits führen neue Fördertechniken wie Fracking zur Erhöhung der möglichen Vorkommen. Dies wird aber auch mit hohen Umweltrisiken erkauft. Anderseits gibt es eine Reihe von Wissenschaftlern, die die These vertreten, dass der Peak-Oil bereits hinter uns liegt oder in den nächsten Jahren erreicht wird.

Klar ist die Rohstoffe werden immer teurer und immer knapper. Daher haben wir schon lange Alternativen angeschoben. Daher wollen wir auch die Energieversorgung bis 2030 zu 100% Erneuerbar decken und Wärme und Mobilität bis 2040. Dies wird den Rohstoffverbrauch deutlich reduzieren, was in den letzten Jahren ja auch schon eingetreten ist. Dies kann man auch am sinkenden CO2-Ausstoß erkennen.

Daneben ist es erforderlich, dass wir sowohl bei der Nutzung von Rohstoffen effizienter werden wie auch Alternativen suchen. Wir haben daher auch die stoffliche Nutzung von Biomasse gefördert. Ob als Dämmstoff oder als "Plastik"-Ersatz. Die meisten Kunststoffprodukte kann man schon heute aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen. Leider verdirbt heute der Einsatz von Gentechnologie (Genmais) die positive Entwicklung die es hier heute schon gibt.

Grundsätzlich ist es aber durchaus möglich unser Wirtschaft umzustellen. Darüber hinaus bedeutet eine Abkehr von der Erdöl-basierten Wirtschaftsweise ja nicht, dass man bestimmte Mengen Erdöl noch einige Zeit nutzen können wird.

Wir müssen uns aber rechtzeitig auf diese Zeit einstellen -- vor allem aber aus Klimaschutzgründen. Schon heute ist eine Erwärmung der Erde um 2 Grad ein kaum noch zu erreichendes Ziel.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Trittin