Jürgen Ströbel
CSU
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Frage von Ernst Strauß an Jürgen Ströbel bezüglich Land- und Forstwirtschaft

Guten Tag, sehr verehrter H. Ströbel,

die Zahl der Milchviehbauern nimmt bekanntlich stetig ab, die Erzeugerpreise sind teils nicht mehr kostendeckend.
Die Futter- sowie die Milchqualität wird sicher nicht dauerhaft haltbar bleiben
bei ...
fortdauernder Ausbringung von z.B. Glyphosat, Pestizide und Fungizide,
stetig hoher Nitratbelastung des Wasser (Kunstdünger!).

Was tut die CSU, um diese Entwicklung aufzuhalten?

Von: Ernst Strauß

Antwort von Jürgen Ströbel (CSU)

Sehr geehrter Herr Strauß,

vielen herzlichen Dank für Ihre Frage bezüglich der Situation der Milchbauern in Bayern.

Ich freue mich, wenn sich Menschen wie Sie mit den Belangen unserer Landwirtschaft beschäftigen.

Wie Sie vielleicht wissen, bin ich selbst seit Kindesbeinen Milchviehhalter und Milcherzeuger und bin mir daher der Herausforderungen unserer Branche bewusst.

Die CSU ist schon immer für die bäuerliche Landwirtschaft eingetreten und tut dies auch heute. Nicht zufällig haben ein Drittel der landwirtschaftlichen Einzelbetriebe ihre Heimat in Bayern.

Bayerische Lebensmittel sind sicher, hochwertig und bezahlbar. Trotzdem stehen sie zunehmend im kritischen Fokus der Öffentlichkeit. Sinkendes Vertrauen in die Art und Weise der Lebensmittelerzeugung schafft ein Spannungsfeld, das von Konflikten, Widersprüchen und Verunsicherung geprägt ist. Es gilt die aktuelle gesellschaftliche Diskussion als Chance zu begreifen, dass Lebensmittel in Deutschland wieder eine größere Wertschätzung erfahren. Die CSU steht deshalb für eine Weiterentwicklung der Landwirtschaft in Deutschland, die sich an den Erwartungen der Bevölkerung ebenso orientiert wie an den ökonomischen Gegebenheiten der Betriebe. Wir setzen auf Dialog und Zusammenarbeit statt Konfrontation und Ideologie. Unser Ziel ist eine zukunftsgerichtete Agrarpolitik für eine moderne Lebensmittelerzeugung in Bayern.

Das sieht man auch in unserer Politik. Sie sprechen zum Beispiel die finanzielle Problematik bei der Erzeugung von Milch an. Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag sah die Entwicklung auf dem Milchmarkt immer mit großer Sorge. Gottseidank sind die Erzeugermilchpreise in den letzten Monaten gestiegen. Wir liegen momentan bei ca. 36-37 Cent. Dieser Preis ist auch unbedingt notwendig, um die Milchviehhaltung auch in Bayern zu halten.

Sie sprechen auch die Bodenbelastung mit landwirtschaftsnotwendigen Stoffen an. Die CSU-Fraktion hat sich bereits im Sommer 2015 mit dem Thema Glyphosat befasst und die Staatsregierung mit Landtagsbeschluss aufgefordert, nach Vorliegen der Ergebnisse der Neubewertung von Glyphosat auf EU-Ebene über Maßnahmen zu berichten, die aus Sicht der Staatsregierung nötig und in eigener Kompetenz umsetzbar sind. Nach nun genauerer Kenntnis über die Wirkung des Pflanzenschutzmittels auf Mensch und Tier gehört es zu einer verantwortungsvollen Politik und entspricht der rechtsstaatlichen Vorgehensweise die Expertise der offiziell hierfür zuständigen Stellen zu berücksichtigen. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, die Zulassung von Glyphosat um zehn Jahre zu verlängern. Zu entscheiden hat dies allerdings die Bundesebene. Als eine Ursache für die hohen Nitratwerte bei uns sind u.a. die in unserer Region im Verhältnis wenigen Niederschläge verantwortlich, sodass kein Verdünnungseffekt auftreten kann. Nitrat ist für das Pflanzenwachstum aber von entscheidender Bedeutung.

Sehr geehrter Herr Strauß, ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten.

Freundliche Grüße

Jürgen Ströbel, MdL