Ingo C. Runge
SPD
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Frage von Jreare Snhfg an Ingo C. Runge bezüglich Verkehr und Infrastruktur

# Verkehr und Infrastruktur 14. Juli. 2019 - 13:14

Wie wollen Sie den Radverkehr in Landkreis Leipzig fördern?
Wie setzten Sie sich dafür ein, dass die Radfahrer Vorfahrt vor Autos haben?
Finden Sie es richtig, dass an Kreuzungen und Einmündungen Radfahrer ihre Felgen und Reifen wegen Bordsteinkanten ruinieren müssen?
Finden Sie es richtig, dass Radfahrer und Fußgänger als Benutzer eines Kreisverkehres dem Auto die Vorfahrt gewähren müssen? Sollte es nicht so sein, dass ALLE Benutzer eines Kreisverkehrs Vorfahrt haben?

Über die Beantwortung meiner Fragen würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Jreare Snhfg

Von: Jreare Snhfg

Antwort von Ingo C. Runge (SPD)

Hallo Herr Snhfg, vielen Dank für Ihre Anfrage

Wie wollen Sie den Radverkehr in Landkreis Leipzig fördern?

Ich setze mich dafür ein, dass zum einen die Investitionen, die bisher in den touristischen Radverkehr fließen, fortgesetzt werden. Das Erlebnis von Land und Landschaft auf dem Rad ist eines, was immer mehr Menschen begeistert, gerade auch bei uns zwischen Muldental und Neuseenland. Daneben sollten wir aber auch stärker ein Auge auf den Alltagsradverkehr haben, der bisher zu wenig betrachtet wurde. Hierbei sind natürlich für den innnerstädtischen Bereich vor allem die Kommunen in der Verantwortung, den Radverkehr schon bei der Planung mit zu berücksichtigen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es darüber hinaus keine Baumaßnahmen gibt (die in der Verantwortung des Landes liegen) für die nicht auch ein straßenbegleitender Radweg geplant wird. Ganz konkret werde ich in Grimma noch im Juli zu einem runden Tisch Radverkehr einladen, bei dem die Ergebnisse des ADFC Fahrradklimatests für Grimma analysiert werden und der Stadt entsprechende Hinweise für das beauftragte Verkehrskonzept gegeben werden sollen.
Grundsätzlich sollten wir für alle zukünftigen Bauprojekte schon eine konkrete Vorstellung haben, wie der Radverkehr deutlich besser als bisher Berücksichtigung findet, wo immer möglich durch getrennte Radspuren. Das Land ist dann in der Pflicht bei Fördermitteln für den kommunalen Straßenbau immer auch den Radweg mitzufördern.
Auch die Entwicklung von Radstationen (mit Ladesäulen für E-Bikes) und guten Fahrradabstellmöglichkeiten an Verknüpfungspunkten zum ÖPNV sind ein wichtiger Punkt für eine gute Radinfrastruktur in Sachsen.

Wie setzten Sie sich dafür ein, dass die Radfahrer Vorfahrt vor Autos haben?

Wir sollten nicht ein Verkehrsmittel bevorzugen und ein anderes benachteiligen. Die Menschen entscheiden sich für das Rad, wenn Radfahren einfach und sicher ist und nicht zu letzt Spaß macht. In den letzten Jahrzehnten haben wir unsere Städte und Dörfer konsequent für den Autoverkehr optimiert, jetzt gilt es für die Zukunft allen wieder gleichberechtigt Platz zu schaffen, das sind Radfahrer, wie Autofahrer, aber natürlich auch Fußgänger und der ÖPNV. Wenn das Radfahren einfacher möglich ist, wird es auch mehr Menschen überzeugen das Rad auf kurzen Wegen zu nutzen.

Finden Sie es richtig, dass an Kreuzungen und Einmündungen Radfahrer ihre Felgen und Reifen wegen Bordsteinkanten ruinieren müssen?

Nein, natürlich lässt sich auch an solchen Punkten durch eine gute Planung und eine gleichberechtigte Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmer ein besseres Ergebnis erreichen, dies hilft dann im übrigen nicht nur Radfahrern, sondern auch Kinderwagen, Rollatoren oder RollstuhlfahrerInnen.

Finden Sie es richtig, dass Radfahrer und Fußgänger als Benutzer eines Kreisverkehres dem Auto die Vorfahrt gewähren müssen? Sollte es nicht so sein, dass ALLE Benutzer eines Kreisverkehrs Vorfahrt haben?

Dies ist schon jetzt entsprechend der Fall, es sei denn, die Beschilderung regelt etwas anderes. Was geschärft werden muss ist an vielen Stellen das Bewusstsein, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt unterwegs sind.

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