Ingeborg Holst
Tierschutzpartei
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Frage von Fnoevan Uvaforetre an Ingeborg Holst bezüglich Umwelt

# Umwelt 05. Juni. 2009 - 20:47

Sehr geehrte Frau Holst,
da ich es für unrealistisch halte, in Deutschland und der EU die meisten Menschen von einem Dasein als Vegetarier zu überzeugen, sollte man über Alternativen nachdenken. Es gibt sicher viele Verbraucher, die auf Fleisch und andere tierische Produkte umsteigen würden, die nicht aus Massentierhaltung bzw. allgemein aus artgerechter Haltung stammen.

Welche Vorschläge zum umweltbewussten bzw. tiergerechten Verhalten macht die Tierschutzpartei dem "Durchschnittsverbraucher"?

Wie gehen Sie politisch vor, um auch in anderen Parteien die Wichtigkeit Ihrer Belange klar zu machen bzw. um dort auch Verständnis und Einsicht zu generieren?

Ich denke extreme Leitsprüche stoßen im Allgemeinen oft erst mal gegen Ablehnung. Daher sollte man eher an den gesunden Menschenverstand appelieren und mit gemäßigten, realistischen Forderungen Schritt für Schritt dem Ziel näher kommen.

Wie sehen Sie das?

Von: Fnoevan Uvaforetre

Antwort von Ingeborg Holst (Tierschutzpartei) 06. Juni. 2009 - 14:55
Dauer bis zur Antwort: 18 Stunden 8 Minuten

Sehr geehrte Frau Hinsberger,

Sie möchten von uns Vorschläge für den "Durchschnittsverbraucher" zum umweltbewussten bzw. tiergerechten Verhalten haben? Ich vermute, dass dies nur Vorschläge etwa nach dem Motto "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" sein dürfen. Denn der Wahrheit entsprechende, ehrliche Aussagen werden - wie Sie es nennen - als "extreme Leitsprüche" bezeichnet, die erst mal gegen Ablehnung stoßen. Aber leider kann ich nicht reinen Gewissens verkünden: Würste und Schnitzel wachsen auf Bäumen! Der viel zu hohe Fleischkonsum hat nun mal einen sehr hohen Preis .... und zwar in jeder Hinsicht! Lesen Sie bitte die Warnungen des weltweit geschätzten Klimaexperten Mojib Latif oder das kritische Buch von J.H. Reichholf (Der Tanz um das goldene Kalb) oder... oder ... , es gibt sehr viele Ausarbeitungen, Berechnungen und auch Studien zu diesem Thema. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir - unsere Partei - will niemanden zu etwas zwingen. Wir hoffen auf Erkenntnis und wir müssen sehr - fast unerträglich lange - geduldig sein. Die Sensibilisierung des Bewusstseins hat eben bei allen Menschen eine unterschiedliche Laufgeschwindigkeit. Was wir wollen und können ist: aufklärend tätig sein. Eine Tätigkeit, die von den regierenden Parteien sträflich vernachlässigt wird! Warum betreibt die Regierung keine Aufklärung über die Gesamt-Zusammenhänge des rasant fortschreitenden Klimawandels und warum werden diese existenziell wichtigen Fragen nicht in den Lehrplänen der Schulen verankert? Haben die Politiker ihre Fürsorgepflicht für das Volk vergessen, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind, nach der Pfeife der Lobbyisten zu tanzen? Oder haben sie einfach nur Angst, nicht wiedergewählt zu werden, wenn sie etwas mehr Verantwortungsbewusstsein und ein wenig Verzicht von den BürgerInnen fordern? Und da wären wir auch wieder bei den WählerInnen. Darf man die Wahrheit sagen oder darf man es nicht, um nicht als Buhmann dazustehen? Fragen über Fragen, die hier in der Kürze nicht beantwortet werden können, aber vielleicht zum Nachdenken anregen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingeborg Holst