Ines Strehlau
DIE GRÜNEN
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Frage von Crgre Uryzf an Ines Strehlau

30. Juni. 2019 - 11:39

Warum haben sich die Grünen in S.-H. nicht genügend für den Wasserstoff Triebwagen eingesetzt. Jetzt 30 Jahre mit Batterietechnik in S.-H. wäre einfalsches Signal. Gibt es noch Möglichkeiten diese ungleiche Ausschreibungsverfahren zu korrigieren. Crgre Uryzf

Von: Crgre Uryzf

Antwort von Ines Strehlau (DIE GRÜNEN) 31. Juli. 2019 - 11:17

Sehr geehrter Herr Helms,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Die technologieoffene Ausschreibung der Triebwagen, die ohne Oberleitung elektrisch fahren können wurde in der Küstenkoalition begonnen und nun in der Jamaika-Koalition erfolgreich abgeschlossen. Wir Grüne haben uns intensiv mit der Ausschreibung befasst und hätten uns sehr gefreut, wenn sich Hersteller von wasserstoffelektrischen Triebwagen (hydrail) beteiligt hätten. Stattdessen zogen es die Hersteller vor, entweder nur Akkutriebwagen anzubieten oder nicht mehr teilzunehmen. Die Korrektheit der vergleichenden Parameter in der Ausschreibung wurde vom Oberlandesgericht Schleswig bestätigt, so dass die Anschaffung dieser Fahrzeuge nun anlaufen wird. 26.000 t/a weniger CO2 sind ein positives Signal für den Klimaschutz. Zudem beschleunigen diese Fahrzeuge deutlich besser und können so unter Beibehaltung der Reisezeit mehr Halte bedienen. Das führt zu weiteren Reduktionserfolgen bei den Treibhausgasen, da dann für noch mehr Menschen eine Alternative zum Autoverkehr bestehen wird.

Wir Grüne haben in den Koalitionsvertrag für Jamaika mit hineinverhandelt, dass wir eine Strategie eines vollständig emissionsfreien Schienenverkehrs verfolgen. Dazu werden noch weitere Oberleitungen gehören und auch noch weitere Triebwagen, die ohne Oberleitung elektrisch fahren. Wir haben die Landesregierung beauftragt, das gesamte Netz auf seine strategische Entwicklung hin zu untersuchen. Diese Untersuchung wird den weiteren Bedarf an Fahrzeugen aufzeigen. Von daher sehe ich die derzeitige Anschaffung nur als ersten Schritt. Weitere werden folgen, da die Klimarettung nicht ohne Verkehrswende gelingen kann. Dazu brauchen wir einen starken Umweltverbund, dessen Rückgrat nur eine weitaus stärkere Bahn sein kann, als heute. Wir werden also wahrscheinlich noch weitere Fahrzeuge benötigen. Ich bin überzeugt, dass Wasserstoff dabei insbesondere in den Regionen, in denen die nächsten existierenden Oberleitungen weit entfernt sind bzw. die Strecken ohne lange Ladeaufenthalte seine Chance bekommen kann. Insofern hoffe ich, Sie als Unterstützer für die emissionsfreie Fahrt auf den Schienen an unserer Seite zählen zu dürfen

Mit freundlichen Grüßen
Ines Strehlau