Hilde Mattheis
SPD
Profil öffnen

Frage von Thqeha Wbua an Hilde Mattheis bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 14. Apr. 2019 - 12:50

Sehr geehrte Frau Mattheis,
ich bin seit Jahren innerhalb der Selbsthilfe engagiert und habe ein paar Fragen.
Warum gibt es Bundesgesundheitsausschuss keine-n Beauftragte-n für die Kindergesundheit?
Warum schließen immer mehr Kinderkliniken?
Warum haben wir den Ärztemangel besonders in der Pädiatrie?
Warum verdienen Ärzte-Kliniken nur an Folgeschäden und nicht an Gesundheits-Prävention?
Warum kriegen Typ 2 Diabetiker erst BLZ Testtreifen oder den Libre (BLZ Scannen) zur Selbstkontrolle wenn Sie Insulinpflichtig werden und nicht sofort nach der Diagnose?
Warum kriegen Krankenkassen über den Risikostrukturausgleich noch mal extra Geld sobald Typ 2 Diabetiker Insulinpflichtig werden?

Selbstkontrolle stärkt die Eigenverantwortung und nur durch Gewichtsreduktion könnte man die Insulintherapie bei Typ 2 Diabetikern vermeiden und Folgeschäden verhindern!

Mit früher Diabetes-Prävention und Rehabilitation könnte man Im Gesundheitswesen Milliarden einsparen!
Meine Vorschläge zur Diabetes-Prävention und Rehabilitation finden Sie auf unserer Internetseite!
https://www.shg-hilfe-zur-selbsthilfe.de/diabetes-pr%C3%A4vention-und-re...

Würde mich freuen wenn Sie meine Vorschläge „als nur Betroffene und Fachfrau in eigener Sache“ in Ihre Arbeit mit einfließen lassen?

Was gibt es wichtigeres als die Bildung und Gesundheit unserer Kinder?
Überall wo es am wichtigsten ist fehlt das Personal z.B: Erzieher, Pädagogen, Sozialarbeiter, Streetworker, Ärzte, med. Fach und Pflegepersonal.

Gesunde Kinder gesunde Zukunft!

Würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen

Thqeha Wbua

Von: Thqeha Wbua

Antwort von Hilde Mattheis (SPD) 08. Mai. 2019 - 14:40
Dauer bis zur Antwort: 3 Wochen 3 Tage

Sehr geehrte Frau Wbua,

vielen Dank für Ihre Fragen.

Das Thema Kindergesundheit wird regelmäßig im Gesundheitsausschuss thematisiert. In der SPD-Fraktion gibt es für dieses Thema eine Berichterstatterin. Ob es darüber hinaus eine*n Kinderbeauftragte*n des Ausschusses geben sollte, hat der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages beraten und am Ende verneint (Petition 57180). Allerdings existiert seit 1988 die Kinderkommission des Deutschen Bundestages, die beim Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angesiedelt ist. Sie arbeitet politikfeldübergreifend und ist auch für gesundheitspolitische Fragestellungen ansprechbar bzw. greift diese auf. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich darüber hinaus für eine Stärkung von Kinderrechten ein, bspw. wollen wir Kinderrechte im Grundgesetz verankern.

Es ist richtig, dass es einen Fachkräftemangel im ärztlichen und nichtärztlichen Bereich in der Pädiatrie gibt, der in der Vergangenheit auch schon zur (zeitweißen) Schließung von pädiatrischen Einrichtungen geführt hat. Dies ist allerdings kein Phänomen, das nur die Kinder- und Jugendmedizin betrifft, wir beobachten einen Fachkräftemangel in allen medizinischen Fachrichtungen. Deshalb arbeiten wir fortlaufend daran, die Rahmenbedingungen für die Vergütung und die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Attraktivität der unterschiedlichen Berufe zu steigern. Ich nenne hier beispielhaft das verabschiedete Pflegepersonalstärkungsgesetz, das den Mangel an Pflegekräften in den stationären Einrichtungen abmildern soll. Die SPD-Bundestagsfraktion hätte sich hier weitergehende Maßnahmen vorstellen können und wird weiterhin versuchen, diese durchzusetzen.

Ich stimme mit Ihnen überein, dass wir in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention besser werden müssen, damit die Entstehung oder Verschlimmerung von chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, die durch den Lebensstil beeinflussbar sind, vermieden werden kann. Die Stärkung der Selbsthilfe und die Förderung von Präventionsanstrengungen der Krankenkassen sind hierbei wichtige Aspekte. Eine Reform des Risikostrukturausgleichs steht nun demnächst an. Das Bundesgesundheitsministerium hat dazu bereits erste Eckpunkte vorgelegt. Ich halte es für sinnvoll, im Zuge dieser Reform Präventionsaspekte innerhalb des Kassenausgleichs zu stärken, damit die Kassen mehr Anreiz als bisher haben, Gesundheitsprävention zu fördern und somit chronische Krankheiten zu verhindern.

Mit freundlichen Grüßen
Hilde Mattheis, MdB