Hans-Christian Ströbele
DIE GRÜNEN
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Frage von Znwn Qbegvt an Hans-Christian Ströbele bezüglich Integration

# Integration 09. Sep. 2005 - 13:01

Sehr geehrte Herr Ströbele,

meine Tochter geht in einen Kindergarten, in dem mittlerweile deutsch nur noch Zweitsprache ist, türkisch dominiert.
Meine Tochter hat innerhalb weniger Wochen verlernt, richtiges deutsch zu sprechen.

Ich lebe in einem Mehrfamilienhaus, in dem mir, völlig grundlos, augenscheinlich nur, weil ich deutsch bin, offener Hass entgegenstößt, abends beherrschen hier türkische Jugendgangs das Straßenbild.

Ich bin bestimmt nicht ausländerfeindlich, aber ist das alles noch normal?
Warum wird dagegen nichts unternommen?

Ich bin auch für Minderheitenschutz, aber wer schützt eigentlich die Mehrheit?

Ich bin völlig verzweifelt, komme mir in meinem eigenen Land wie ein fremdes Element vor, das als eher störend betrachtet wird.

Mit freundlichem Gruß....

Von: Znwn Qbegvt

Antwort von Hans-Christian Ströbele (GRÜNE) 12. Sep. 2005 - 21:09
Dauer bis zur Antwort: 3 Tage 8 Stunden

Sehr geehrte Frau Dortig,

vielen Dank für Ihre Anfrage an Herrn Ströbele; er hat mich gebeten, Ihnen
zu antworten.

Was Sie schildern, sind sehr ernst zu nehmende Probleme; sowohl was die Entwicklung in den Schulen angeht, insbesondere die Entwicklung der Sprachkompetenzen, als auch die Probleme im sozialen Zusammenhang. Ich glaube, niemand, der in der Politik oder speziell im Bezirk Verantwortung trägt, wird leugnen, dass es erhebliche Probleme gibt.
Leider geht aus Ihrer Mail nicht hervor, wo Sie genau wohnen und in welchen Kindergarten Ihre Tochter geht, aber wenn die Missstände so sind, wie von Ihnen angedeutet, muss man dringend aktiv werden - gemeinsam mit dem Kindergarten, gemeinsam mit den Schulen in Ihrer Umgebung, ihren Lehrern und auch gemeinsam mit dem evtl. vorhandenen Quartiersmanagement und den verantwortlichen Stadträten des Bezirkes. Dies gilt selbstverständlich völlig unabhängig von der jetzigen Wahlkampfzeit. Es ist keineswegs so, dass in Hinblick auf die zweifelsohne vorhandenen sozialen Probleme gar nichts getan wird, aber es reicht tatsächlich längst nicht aus. Die Erfolgsaussichten werden allerdings größer, wenn alle Beteiligten, Bürger, Kitas, Schulen, Bezirk und Behörden zusammenwirken. Wenn Sie uns einen genauen Hinweis geben, werden wir gerne in der genannten Richtung aktiv.

Mit freundlichen Grüssen

Dietmar Lingemann

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Kurt-Dietmar Lingemann
Wiss. Mitarbeiter MdB Ströbele