Gustav Herzog
SPD
Profil öffnen

Frage von Zvpunry iba Yüggjvgm an Gustav Herzog bezüglich Umwelt

# Umwelt 21. Juli. 2019 - 12:12

Die SPD setzt sich für die Elektromobilität ein. Neben fahrtechnischen Nachteilen gegenüber dem Verbrennungsmotor werden in anderen Ländern die Landschaft und das Grundwasser für den Abbau von Batterierohstoffen nachhaltig zerstört. Zudem verlieren die dort ansässigen Menschen auch noch ihre Lebensgrundlage. Das wird im ARD-Beitrag „Kann das Elektroauto die Umwelt retten“ vom 3. Juni 2019 (in der Mediathek anschau- und herunterladbar) mehr als deutlich und zeigt in drastischen Bildern die ökologische und soziale Katastrophe, die für einen Klimahype mit E-Mobilität in Deutschland, der global gesehen gar nichts bringt und obendrein einen falschen Ansatz hat (https://www.express.de/koeln/-klima-wahnsinn--koelner-konrad-adenauer-we...), in Kauf genommen. Wie rechtfertigen Sie die Umweltzerstörung der Landschaft und die Vernichtung des Grundwasserspiegels (allein die Lithiumgewinnung für eine Batterie verbraucht 80000 l Wasser – siehe erwähnter ARD-Beitrag) sowie die Zerstörung der Lebensgrundlage der in den Abbauregionen ansässigen Menschen? Zudem herrschen in Afrika menschenentwürdigende Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit bei der Batterierohstoffgewinnung. Wie passen dieser Missbrauch von menschlicher Arbeitskraft und die Verletzung der Menschenrechte für die Batterierohstoffgewinnung (https://www.dw.com/de/kinderarbeit-für-elektro-autos/a-40151803-0) in Ihr Menschenbild?
Ferner wird bei sofortigem Verzicht von jeglichem Gramm CO2 in Deutschland, laut Prof. Rahmstorf vom Potsdamer Klimainstitut, das Klima um 0,05 Grad Celsius verringert (https://www.youtube.com/watch?v=pxLx_Y6xkPQ&t=27s), wobei Deutschland mit diesem Beitrag weltweit, aber selbst auch national gar nichts bewirken würde. Wie rechtfertigen Sie für eine derartige minimale, unbedeutende Temperaturabsenkung die staatlichen Milliardenbeträge, die vor allem der Steuerzahler tragen muss?

Von: Zvpunry iba Yüggjvgm

Antwort von Gustav Herzog (SPD)

Sehr geehrter Herr iba Yüggjvgm,

die SPD steht für eine nachhaltige Verkehrspolitik. Dazu gehört die Stärkung des öffentlichen Verkehrs und ein umweltschonenderer Individualverkehr. Hier spielt neben der Ressourcenschonung durch Digitalisierung auch eine intelligentere Antriebstechnik, wie sie die Elektromobilität ist und sein kann, ein wichtige Rolle.

Fahrtechnische Nachteile sind mir außer der überwindbaren Reichweitenproblematik keine bekannt.

Ich begrüße, dass Sie umweltzerstörerische und menschenverachtende Rohstoffgewinnung anprangern. Dabei ist es aber angebracht, über den Tellerrand einer TV-Sendung hinaus zu schauen. Denken Sie also auch an das Tankerunglück der Amoco Valdez? Oder die Bohrlochkatastrophe der Deepwater Horizon?

Lassen Sie uns alle Produktzyklen genau anschauen. Auch für die seltenen Erden in Ihrem Smartphone/Computer müssen Sie Kinderarbeit im Kongo verantworten!

Sollte der Professor aus Potsdam mit seiner These richtig liegen, so wird bei einem Temperaturanstieg von 2 Grad der deutsche Anteil mit 0,05 Grad etwas 2,5% betragen. Da wir nur 1 % der Weltbevölkerung stellen, sind wir zweieinhalbfach so verantwortlich wie der Durchschnittsweltbürger. Dieser besonderen Verantwortung sollten wir gerecht werden. Auch im eigenen Interesse. Warum? Wenn wir als eine der hochtechnisiertesten Volkswirtschaften den Nachweis erbringen, dass wir durch Forschung, Entwicklung, Produktion und dem Einsatz im eigenen Land unseren hohen Standard - auch beim materiellen Wohlstand - umweltgerecht/CO2-neutral erhalten können - sind wir gerüstet für den weltweiten Wettbewerb.

Mit freundlichen Grüßen

Gustav Herzog