Dr. Günter Krings
CDU
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Frage von Senax Ynatrasryq an Dr. Günter Krings bezüglich Bürgerrechte

# Bürgerrechte 13. Aug. 2005 - 10:45

Sehr geehrter Herr Dr. Krings,

die Gleichberechtigung der Frau kann als weitgehend verwirklicht angesehen werden. Woran es jedoch völlig mangelt und was daher in den nächsten Jahren an Bedeutung immens zunehmen wird, ist die Gleichberechtigung des Mannes. Die ist dringend notwendig, denn Männer werden heutzutage in vielen Bereichen benachteiligt:

- schon im Schulbereich konzentriert sich die Förderung weitgehend auf Mädchen, hier vor allem auf die Fächer Mathematik/Naturwissenschaften. Obwohl Jungen in ihren Schulleistungen immer mehr hinter den Mädchen zurückfallen und schon daher einer verstärkten Förderung bedürften, wird für sie kaum etwas getan. Maßnahmen der Politik zur Behebung der personellen Schieflage im Primarbereich (kaum männliche Erzieher und Grundschullehrer) lassen bislang auf sich warten.

- nur Männer müssen zum Wehr-/Zivildienst, Frauen dürfen zur Bundeswehr. Obwohl die Wehrpflicht im Prinzip gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes verstößt, wird sie nach wie vor nicht abgeschafft.

- das geltende Scheidungs-, Unterhalts- und Familienrecht benachteiligt Männer, vor allem Väter, in eklatanter Weise. Schon mehrfach ist die Bundesrepublik vom Europäischen Gerichtshof verklagt worden, weil dieser die Menschenrechte der betroffenen Männer verletzt sah. Geschehen ist bislang nichts, diesem Zustand abzuhelfen.

- es gibt zwar einen Frauen-, aber keinen Männer-Gesundheitsbericht, und das, obwohl Männer im Schnitt sechs Jahre früher sterben als Frauen. Die Forschungsausgaben für Brustkrebs liegen um ein Vielfaches über denjenigen für Prostata- und Hodenkrebs; in den Genuss einer Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung kommen Frauen 15 Jahre eher als Männer.

- obwohl eine Vielzahl von wissenschaftlichen Dunkelfeld-Untersuchungen ergeben hat, dass Frauen genau so häufig häusliche Gewalt ausüben wie Männer, verbreitet die Politik nach wie vor die Falschaussage, es seien vor allem (oder gar fast ausschließlich) die Männer, die hier als Täter in Erscheinung träten. Von staatlicher Seite her werden Männer somit zu Unrecht als häusliche Gewalttäter diffamiert.

Dies sind nur einige Beispiele, die aufzeigen, wie sehr es not tut, dass die Politik mehr für Männer unternimmt. Wie weit ist das Bewusstsein für die Probleme von Männern bei Ihnen? Was gedenken Sie, was gedenkt Ihre Partei konkret zu unternehmen, um die oben genannten Missstände zu beheben?

Von: Senax Ynatrasryq

Antwort von Günter Krings (CDU) 23. Aug. 2005 - 11:43
Dauer bis zur Antwort: 1 Woche 3 Tage

Sehr geehrter Herr Langenfeld,

vielen Dank für Ihre Email zum Thema Gleichberechtigung.

Gleichberechtigung sollte in der Tat wörtlich genommen werden. Männer und Frauen sollen die gleichen Rechte und Pflichten haben. Es geht dabei nicht darum, ein bestimmtes Geschlecht zu übervorteilen. Es darf aber auch nicht vergessen werden, daß die Frauen in unserer Gesellschaft hart für ihre Rechte kämpfen mußten. Allerdings hat sich in letzter Zeit einiges für die Frauen geändert und sich zum Positiven gewendet, auch wenn an der einen oder anderen Stelle vielleicht der Bogen überspannt wurde.

Die häufig besseren Noten von Mädchen in der Schule rühren aus meiner Sicht weniger von der besseren Förderung durch die Lehrer her, sondern liegen eher in der Arbeitsaufassung begründet. Die von Ihnen angesprochene Schieflage im Bereich der Grundschule ist wohl darauf zurückzuführen, daß es kaum männliche Bewerber für derartige Stellen gibt. Dieser Mangel kann aber nicht durch staatliche Intervention behoben werden.

Sicherlich stellt der Wehrdienst bzw. Zivildienst einen zeitlichen Verlust für einen Mann dar, der der Frau erspart bleibt. Aber es darf auch nicht vergessen werden, daß eine Auszeit für die Kindererziehung immer noch meistens von der Frau genommen wird. Von daher glaube ich, daß sich über das ganze Berufsleben hinweg ein Ausgleich zwischen Mann und Frau ergibt.

Im Familienrecht ist die Stellung der Väter aus meiner Sicht verbesserungsfähig. Sofern die Mutter keinen Kontakt der Kinder zum Vater will, ist es für ihn schwierig diesen tatsächlich zu realisieren. Daher sollten hier die Rechte der Väter gestärkt werden.

Mir persönlich ist eine derartige wissenschaftliche Untersuchung über die häusliche Gewalt nicht bekannt. Falls Sie Informationen dazu haben, können Sie sie mir gerne zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günter Krings