Günter Gloser
SPD
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Frage von Znepry Urvqraoretre an Günter Gloser bezüglich Wirtschaft

# Wirtschaft 17. Mär. 2009 - 18:46

Sehr geehrter Herr Gloser,

im Rahmen des Konjunkturpakets wurde beschlossen, den Breitbandinternetzugang kurzfristig auszubauen.

Realisiert werden sollen diese Zugänge allerdings per Funk im UHF – Bereich.
Nun ist es so, daß als Sekundärnutzer die Veranstaltungstechnik die Frequenzen des UHF – Bereichs ebenfalls benötigt, um z.B. Drahtlosmikrofone zu betreiben.

Nach den derzeit gültigen Verträgen sollte dies noch bis mindestens Ende 2015 möglich sein. Die kurzfristigen Entscheidungen der letzten Tage stellen diese Nutzung in Frage, da nach derzeitigem Stand der Technik kein betriebssicheres Ausweichen auf andere Übertragungsverfahren oder Frequenzen möglich ist.

Betroffen davon sind vor allem Nutzer drahloser Mikrofon-Anlagen: Rundfunkanstalten, Journalisten, Musiker und Musikveranstaltungen, Vortragende bei Messen. Auch viele andere Bühnen, Fernsehsender und auch Sie als Politiker nutzen bei Ihren Reden oft kabellose Mikrophone.
Dies wäre nach den aktuellen Beschlüssen weder möglich noch zulässig.

Neben erheblichen Einschränkungen, in einer seit den 60er Jahren gängigen Arbeitsweise, stellt sich weiter das Problem, dass tausende, für viel Geld gekaufte Geräte einfach unbrauchbar werden.
Noch gibt es selbst von Herstellerseite dieser Geräte keine Ausweichmöglichkeiten!

Natürlich ist ein schneller Internetzugang zur heutigen Zeit wichtig, wie soll aber die eher unsichtbare Anwendung der Veranstaltungstechnik, von der Sie als redender Politiker, ich als Veranstaltungstechniker und alle anderen Mitbürger bei Theaterauftritten, Konzerten etc. profitieren, in Zukunft realisiert werden?

Um Ihnen eine Übersicht in das Thema zu geben, folgende Links:

* Erklärung des Bundeswirtschaftsministers zur Breitbandinitiative
www.zukunft-breitband.de

* Text der Breitbandinitiative
www.zukunft-breitband.de rwb=true.pdf

* Informationen des Nutzerverbandes der UHF – Technik
www.apwpt.org

Über Ihre Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Marcel Heidenberger

Von: Znepry Urvqraoretre

Antwort von Günter Gloser (SPD) 18. Mär. 2009 - 14:49
Dauer zur eingetroffenen Antwort: 20 Stunden 3 Minuten

Sehr geehrter Herr Heidenberger,

danke für Ihre E-Mail. Das Thema Breitbandverbindungen gewinnt in unserer Informations- und Kommunikationsgesellschaft immer mehr an Bedeutung. Im Rahmen der Breitbandinitiative reagiert die Bundesregierung daher auf den gestiegenen Frequenzbedarf mit dem Konzept der „Digitalen Dividende“. Dabei sollen vor allem ländliche Regionen in Deutschland mit Breitbandverbindungen versorgt werden. Dies schafft weitere Kapazitäten für Frequenzbereiche, die bisher dem Rundfunkdienst zugewiesen waren und durch die Digitalisierung des terrestrischen Fernsehens in Deutschland nun anderen Funkdiensten zugeteilt werden können.

Wahr ist, dass auf das Teilfrequenzband (790 - 814 MHz) künftig nicht mehr zurückgegriffen werden kann. Trotz dieser Tatsache sehen die Länder, die für Rundfunkangelegenheiten zuständig sind, keine Gefährdung für die Programmaufträge des Fernsehens. Zudem stehen in Deutschland die Frequenzteilbereiche 790 - 814 MHz sowie 838 - 862 MHz befristet bis zum 31.12.2015 im Rahmen einer Allgemeinzuteilung für Anwendungen der drahtlosen Produktionstechnik (Professional Wireless Microphone Systems (PWMS)) weiterhin zur Verfügung. Die Allgemeinzuteilung sorgt dafür, dass auch weiterhin Frequenzbedarfe der PWMS-Systeme uneingeschränkt anerkannt werden. Dennoch ist eine Verlagerung in alternative Frequenzbereiche unumgänglich.

Diesbezüglich hat die deutsche Frequenzverwaltung bereits gezielte Initiativen auf deutscher und europäischer Ebene eingeleitet, um schnellstmöglich neue Frequenzen für PWMS-Systeme bereitzustellen. Im Übrigen ist Bund und Ländern dabei durchaus bewusst, dass notwendige Umstellungen für die bisherigen Drahtlosnutzer mit Investitionskosten in neue technische Geräte verbunden sein können. Es wird derzeit geprüft, ob man künftigen Frequenznutzern anteilige Unterstützungsmaßnahmen für entstandene Umstellungskosten gewähren kann.

Deshalb gehe ich davon aus, dass auch für die drahtlose Veranstaltungstechnik zukünftig genügend Kapazitäten im Spektrum der PWMS-Systeme zur Verfügung stehen werden!

Mit freundlichen Grüßen
Günter Gloser