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Frage von Michael M. •

Frage an Friedrich Jeschke von Michael M. bezüglich Wirtschaft

Ihr wollt eine Vereinfachung von Firmengründungen. So weit so gut. Leider ist aber (gerade in Deutschland) das Problem, dass sehr viele Leute Angst vor dem Scheitern haben. Denn hierzulande gelten "Gescheiterte" leider oft als "Looser". Das hält viele davon ab, eine eigene Firma zu gründen!

Wie wollt Ihr es schaffen, dass diesbezüglich ein Umdenken stattfindet?

Und ist das Ziel, dass eine Firmengründung europaweit einheitlich sein soll?

Ist die gesetzlich überhaupt möglich?

Viele haben ja bisher z.B. eine Ltd gegründet...

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Antwort von
Volt

Vielen Dank für deine Frage Michael.

Sie greift gleich mehrere Punkte auf, die wir anpacken wollen.

Unser Ziel zunächst ist eine Vereinfachung und Standardisierung einer Unternehmensgründung. Idealerweise ist diese Gründung online und innerhalb der gesamten EU möglich. Gesetzlich ist dies bereits heute möglich – mit zu vielen Fallstricken und Besonderheiten – die wir ja ändern wollen.
Übrigens: Mit nur 18 Minuten hält Estland den offiziellen Weltrekord für die schnellste Gründung. Dazu gehört neben der staatlichen Gebühr in Höhe von 190,- Euro auch eine Gebühr in Höhe von 25,- Euro für die Eintragung ins Handelsregister. Es fallen keine weiteren Kosten an.
Das Mindeststammkapital von 2.500 € kann, muss aber nicht sofort eingezahlt werden. Das sieht nicht in jedem EU-Land so aus.

Eine Firma zu gründen sollte gesellschaftlich anerkannt und akzeptiert werden. Dazu bedarf es sicher auch eines Perspektivwechsels in Deutschland. Scheitern gehört übrigens dazu und wenn man sich erfolgreiche Gründer*innen anschaut. So haben diese auch schon mal eine Firma in den Sand gesetzt. Wichtig ist die Begleitung der Gründung, z.B. durch Gründungszentren wie es sie in Deutschland – allerdings mit unterschiedlicher Qualität - gibt.
Unser Programm sieht zudem vor, dass mehr Gelder in Forschung und Entwicklung fließen, so dass Gründungen in Europa dadurch ein solides Fundament erhalten.

Volt setzt sich auch deshalb auf europäischer Ebene ein, dass es einheitliche Möglichkeiten gibt überhaupt eine Firma zu gründen, um die Arbeitslosigkeit zu senken. In Italien (33%), Spanien (32,6 %) und insbesondere Griechenland (39,1 %) ist die Jugendarbeitslosigkeit – Stand April 2019 – weiterhin sehr hoch. Hier müssen bürokratische Hürden abgebaut werden und das Gründen generell vereinfacht werden. Mikrodarlehen können bei der Finanzierung helfen. Nicht jedes StartUp muss ein HighTech-Unternehmen sein oder Software programmieren. In Südeuropa können dies Unternehmen im Tourismus und Gesundheitswesen sein.

Herzliche Grüße
Friedrich