Evelyne Gebhardt
SPD
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Frage von Oehab Xöuyre an Evelyne Gebhardt bezüglich Bildung, Kultur, Forschung und Technologie

Sehr geehrte Frau Gebhardt,

ich bin seit 10 Jahren im Bereich Jungenförderung engagiert. Deshalb aus diesem Bereich meine Fragen an Sie:

1. Jungen haben heute schlechtere Bildungserfolge und schlechtere Zukunftsperspektiven als Mädchen. Trotzdem wird dieser Thematik in der politischen Praxis noch zu wenig Bedeutung beigemessen. Ist Ihrer Meinung nach die gezielte Förderung von Jungen im Bildungswesen für Europa ein wichtiges Thema und wenn ja, wie werden Sie sich dafür einsetzen?

2. In fast allen europäischen Staaten wurden die Pflichtdienste für Männer (Wehrpflicht, Zivildienst) ausgesetzt oder abgeschafft. In Deutschland ist man dazu noch nicht bereit. Sind Sie für den Beibehalt oder für die Abschaffung dieser Pflichtdienste?

3. Soll in Deutschland - so wie europaweit Standard - das gemeinsame Sorgerecht auch für nicht miteinander verheiratete Eltern ab Geburt ihres Kindes bzw. ab Vaterschaftsanerkennung eingeführt werden und sollten Kinder ein grundgesetzlich verankertes Recht auf Erziehung durch ihre beiden Eltern erhalten?

Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bruno Köhler

Von: Oehab Xöuyre

Antwort von Evelyne Gebhardt (SPD)

Sehr geehrter Herr Dr. Köhler,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Bildungspolitik ist alleinige Sache der Mitgliedstaaten, dafür haben wir in der Europäischen Union keinerlei Kompetenzen. In Deutschland liegt diese Kompetenz bei den Bundesländern, deshalb empfehle ich ihnen sich in dieser Frage an ihren Landtagsabgeordneten zu richten.

Auch über die Frage der Wehrpflicht wird in Berlin und nicht in Straßburg entschieden. Da ich grundsätzlich gegen eine Berufsarmee bin, setze ich mich weiterhin für die Beibehaltung der Bundeswehrpflicht ein, in dem Sinne der im Grundgesetz festgehalten, dass Soldaten "Bürger in Uniform" sind. Gäbe es eine Möglichkeit Armeen ganz abzuschaffen, wäre ich dafür.

Auch über Fragen der Sorgerechtsregelungen entscheiden die Mitgleidstaaten, nicht die EU. Ich setze mich in meiner politischen Arbeit aber für eine konsequente Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Dazu gehören auch gleiche Rechte für Frauen und Männer, die nicht miteinander verheiratet sind. Ledige Mütter und Väter sollten deshalb ein gemeinsames Sorgerecht bekommen.

Mit freundlichen Grüßen,
Evelyne Gebhardt

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