Elisabeth Jeggle
CDU
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Frage von Pnefgra One an Elisabeth Jeggle bezüglich Land- und Forstwirtschaft

# Land- und Forstwirtschaft 24. Apr. 2013 - 13:24

Sehr geehrte Frau Jeggle,

mit Besorgnis habe ich einen Bericht gelesen, in dem davon die Rede ist, dass die EU Landwirten und Gärtnern in Zukunft die Nutzung von Einheits-Saatgut vorschreiben will.
Link zum Artikel:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/23/eu-will-anbau-von-...

Derart starke Eingriffe in die Biodiversität halte ich für kursichtig und für Ergebnisse der Arbeit zu mächtiger Lobbyisten.
Der erweiterte Eingriff in den privaten Bereich ist, meiner Meinung nach, eine Machterweiterung von Konzernen, wie Monsanto, die mich nicht nur beim Einkauf im Supermarkt oder dem Wochenmarkt einschränkt, sondern mich zu einem Kriminellen machen würde, wenn ich auf meinem eigenen Grund und Boden mein eigenes Gemüse züchten würden.

Meine Fragen dazu:
1.) Wie ist der Stand dieser Entwicklung?

2.) Wie stehen Sie zu dem Thema?

3.) Wer ist ggf. der richtige Ansprechpartner für dieses Thema und wo kann man konkret etwas zu den Plänen der EU-Komission dazu finden?

Mit freundlichen Grüßen,

Carsten Bar

Von: Pnefgra One

Antwort von Elisabeth Jeggle (CDU)

Sehr geehrter Herr Bar,

vielen Dank für Ihre Nachricht bezüglich des geplanten Verordnungsvorschlags der Europäischen Kommission zum EU-Saatgutrecht, der am 6. Mai 2013 vorgestellt werden wird. Die Verordnung hat zum Ziel die verschiedenen bestehenden Regelungen zusammenzufassen und zu vereinfachen.

Verschiedene interessierte Gruppen spielen mit den Ängsten der Menschen und verbreiten schon jetzt aus der Luft gegriffene Gerüchte, dass der Vorschlag den Anbau von alten und seltenen Sorten unmöglich machen würde und somit negative Auswirkungen auf die Vielfalt habe. Aufgrund der zahlreichen Zuschriften und Meldungen hat die Europäische Kommission eine Klarstellung herausgegeben und lässt verlauten, "Privatgärtner können auch in Zukunft ihr Saatgut wie bisher verwenden". Alte Sorten sollen zwar aus Transparenzgründen erfasst werden, der Aufwand für Kleinstunternehmen würde nach dem jetzigen Vorschlag jedoch minimal ausfallen.

Auch in einer Erklärung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz heißt es, dass es einen einfachen Marktzugang für alte Sorten und Nischensorten geben soll.

Ich werde mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht an den Spekulationen über den möglichen Inhalt und die Auswirkungen des Kommissionsvorschlags beteiligen. Wir werden den Verordnungsvorschlag im Landwirtschaftsausschuss, dem auch ich angehöre, sehr genau prüfen und entsprechende Änderungen einbringen.

Angesichts der Komplexität des Themas rechne ich nicht mit einer schnellen Einigung. Das Europäische Parlament wird ausreichend Zeit haben, um sich intensiv mit dem Vorschlag der Europäischen Kommission auseinanderzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Jeggle

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