Egbert v. Frankenberg
CDU
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Frage von Arryr Tenhonhz an Egbert v. Frankenberg bezüglich Arbeit

# Arbeit 10. Feb. 2011 - 13:36

Sehr geehrter Herr von Frankenberg,

Ihrem Profil konnte ich entnehmen, dass Sie seit einigen Jahren Landesvorsitzender der sogenannten Christlich-Demokratischen-Arbeitnehmerschaft (CDA) sind. Diese war mir bisher kein Begriff. Deswegen frage ich Sie, worum handelt es sich dabei und in welcher Verbindung steht diese Gruppierung zur CDU?

Vielen Dank für die Information

Neele Graubaum

Von: Arryr Tenhonhz

Antwort von Egbert v. Frankenberg (CDU)

Sehr geehrte Frau Graubaum,

ich danke Ihren für Ihre Frage.

Die Christlich-Demokratische-Arbeitnehmerschaft, kurz CDA, ist eine Vereinigung der Arbeitnehmer in der CDU und ist auch unter dem Namen „CDU-Sozialausschüsse“ bekannt. Wir arbeiten mit Betrieben, Gewerkschaften, in sozialen Verbänden sowie in den Kreis- und Landesorganisationen der CDU. So waren es z.B. die „Sozialen“ in der CDU, die seit 1949 fast alle wichtigen Sozialgesetze konzipierten und politisch durchsetzten. Die CDA ist die Brücke der CDU zu den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Ich selbst bin 1991 in die CDA eingetreten, fungierte von 1993-2003 als stellvertretender Landesvorsitzender und sitze dem Landesverband Hamburg seit 2003 vor.

Das Leitbild der CDA stellt die Würde des Menschen in den Mittelpunkt allen Wirkens. Diese ist unantastbar. Der Mensch ist demnach wichtiger als die Sache und Arbeit hat Vorrang vor dem Kapital. Das ist das Fundament der Politik der CDA.

Die CDA gestaltet Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes, der katholischen Soziallehre und der evangelischen Sozialethik.

Sie steht für Soziale Marktwirtschaft und Sozialpartnerschaft. Klassenkampf und Kollektivismus erteilt sie ebenso eine Absage wie ungezügeltem Kapitalismus und schrankenlosem Individualismus. Die CDA beschreibt ihre Positionen in ihrem Grundsatzprogramm von 2001, in den „Hannoveraner

Leitsätzen“ von 2008 und in einer Reihe von konkreten Beschlüssen zu einzelnen Themen. Die CDA schreibt die angewandte christliche Sozialethik fort, indem sie ausgehend von ihren Grundwerten Antworten auf jeweils neue politische Fragen gibt.

Die CDA ist Teil der CDU. Sie vertritt innerhalb der Partei Arbeitnehmerinteressen. Arbeitsrecht, Mitbestimmung, Tarifautonomie und gerechte soziale Sicherungssysteme sind die Kernanliegen der CDA. Aber sie ist mehr als eine Lobbyorganisation für abhängig Beschäftigte. Auf christlich-sozialer Grundlage hat sie zugleich einen allgemeinpolitischen Anspruch. Gerechtigkeit für Kinder und Familien, für Rentner und für Menschen mit Behinderungen gehören ebenso zu ihren Zielen wie Menschenrechte und menschenwürdige Arbeitsbedingungen weltweit.

Die CDA nimmt Einfluss auf die Willensbildung der CDU – in den Gremien der Partei und im Dialog mit ihren Entscheidungsträgern. Die der CDA angehörenden kommunalen Mandatsträger und Abgeordneten, Amtsträger und Minister wirken an den Entscheidungen der Fraktionen und Parlamente – vom Gemeinderat bis zum Europäischen Parlament -, an

der kommunalen Selbstverwaltung, an der Gesetzgebung und am Regierungshandeln mit. In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in der EVP-Fraktion des Europaparlaments und in vielen CDU-Landtagsfraktionen haben sich die christlich-sozial orientierten Abgeordneten dazu zu Arbeitnehmergruppen zusammengeschlossen.

Die CDA ist in den Gewerkschaften verankert. Als Zusammenschluss der christlichen Gewerkschafter der Weimarer Republik ist sie 1945 entstanden. Sie hat die Einheitsgewerkschaften mitbegründet. Christlich-Soziale wirken als ehren- und hauptamtliche Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in den Einheitsgewerkschaften mit, weil sie vor dem Hintergrund der historischen Erfahrung wissen: Gute Arbeitsbedingungen lassen sich am besten durchsetzen, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über Grenzen der Weltanschauung hinweg gemeinsam für sie streiten. Zugleich verschließt sich die CDA nicht den Mitgliedern der weltanschaulich ausgerichteten Gewerkschaften. Auch sie haben in der CDA ihre politische Heimat.

Die CDA ist in den Betrieben verankert. Gute Politik entsteht nicht allein am grünen Tisch. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen kann nur schaffen, wer die Arbeitswelt kennt. Deshalb lebt die CDA vom Engagement ihrer Betriebsgruppen, ihrer Betriebs- und Personalräte, ihrer Vertrauensleute, ihrer Mitglieder in Mitarbeiter- sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen. Sie wissen, wo die Kolleginnen und Kollegen vor Ort der Schuh drückt, bringen das in die Arbeit von CDA und CDU ein – und zugleich informieren sie die Kolleginnen und Kollegen über die Politik der Union.

Die CDA wirkt in die Gesellschaft hinein - mit Kampagnen und Aktionen. Sie leistet politische Bildungs- und Aufklärungsarbeit; sie wirbt in der Öffentlichkeit für ihre Anliegen und schafft Bewusstsein für menschenwürdige Arbeit und Gerechtigkeit, für Solidarität und Nachhaltigkeit.

Die CDA ist das politische Netzwerk der Christlich-Sozialen. Je mehr Menschen sich in der CDA engagieren, desto besser lassen sich christlich-soziale Positionen in der CDU und in den Fraktionen, in Parlamenten und Regierungen, in Gewerkschaften und in der Gesellschaft insgesamt durchsetzen. Die Mitglieder sind die Basis der CDA. Jeder Mensch, der die Grundsätze der CDA teilt, kann beitreten. Eine Zugehörigkeit zur CDU ist keine Voraussetzung für eine CDA-Mitgliedschaft. Auch die zeitlich befristete Mitarbeit bei einzelnen Aktionen, in Betriebsgruppen oder Arbeitsgemeinschaften ist in der CDA willkommen. Die CDA bietet die Möglichkeit, auf politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen und sich mit Entscheidungsträgern aus Politik, Gewerkschaften und Betrieben auszutauschen und sich zu vernetzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen Klarheit über die Fragen verschaffen, was die CDA ist, wo sie herkommt und wofür sie steht.

Mit freundlichen Grüßen

Egbert von Frankenberg