Dr. Nina Scheer
SPD
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Frage von Fgrssra Jrtare an Dr. Nina Scheer bezüglich Familie

# Familie 13. Sep. 2017 - 21:34

Sehr geehrte Frau Scheer,

Wenn ich das Wahlprogramm richtig gelesen habe, soll ein Familientarif das alte Ehegattensplitting ergänzen und auf die Förderung von Kindern ausgerichtet sein. Die CDU hatte das Thema ähnlich noch vor der aktuellen Legislaturperiode erkannt und Anpassungspläne. Warum wurde hier nicht schon gehandelt, wenn doch beide Parteien hier Bedarf sehen ?

Soll der Familientarif dann auch für unverheiratete Paare mit Kindern gelten ?

Vielen Dank

Freundliche Grüße
S.Jrtare

Von: Fgrssra Jrtare

Antwort von Nina Scheer (SPD) 19. Sep. 2017 - 12:11
Dauer zur eingetroffenen Antwort: 5 Tage 14 Stunden

Sehr geehrter Herr Jrtare,

das heutige Ehegattensplitting erweist sich als sozial unausgewogen; so bietet es unter bestimmten Voraussetzungen Fehlanreize, keiner Erwerbstätigkeit nachzugehen, was mit Blick auf gesellschaftliche Teilhabe, Fragen der Altersvorsorge, aber auch den steigenden Fachkräftemangel nicht verantwortbar ist. Häufig erweisen sich Frauen unter den genannten Aspekten als Benachteiligte. Vom derzeitigen System aus Kindergeld und Kinderfreibeträgen profitieren vor allem Familien mit höheren Einkommen. Das ist ungerecht.

Nach den Vorstellungen der SPD soll ein neuer Familientarif mit Kinderbonus das alte Ehegattensplitting ersetzen und auf die Förderung von Kindern ausgerichtet sein. Von dem Kinderbonus des Familientarifs profitieren verheiratete und unverheiratete Eltern mit Kindern, wie auch Alleinerziehende. Jedes Elternteil soll künftig 150 Euro pro Kind von seiner Steuerlast abziehen können.

Im Familientarif können Ehepartner Einkommensanteile von höchstens 20.000 Euro untereinander übertragen. Bestehende Ehen können zwischen dem bisherigen System des Ehegattensplittings und unserem neuen Familientarif mit Kinderbonus frei wählen.

Die Union hatte in Ihrem Wahlprogramm 2013 zwar auch den Begriff des ergänzenden Familiensplittings verwendet, eine Konkretisierung über die Ausgestaltung fehlte jedoch und führte in den Koalitionsverhandlungen zu keiner Einigung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Nina Scheer