Dr. Ludwig Spaenle
CSU
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Frage von Znegvan Crhxrf an Dr. Ludwig Spaenle bezüglich Schulen

# Schulen 18. Juli. 2012 - 10:45

Sehr geehrter Herr Spaenle!

An unserer Schule scheinen wir in ein Desaster zu geraten.
Seit c.a drei Jahren versucht man uns davon zu Überzeugen in der Ersten und zweiten Klasse Jahrgangs Kombinierte Klassen einzuführen.
Wir die Eltern hatten den Vorschlag bereits vor 2 Jahren unterbreitet wenn mit einer kleinen Ersten Klasse zu starten, und diese im Jahr darauf mit neuen Erstklässlern aufzufüllen, dieses wurde kommentarlos unbeachtet ignoriert.
Nun will man unsere Aktuellen Erstklässler auseinander Reissen, um eine Kombiklasse einzuführen.
Wir wollen keine Kombiklasse auf diesem weg, wir fühlen uns mit unseren Ängsten allein gelassen, konstruktive Ansätze die wir als Eltern Einbringen um die Situation zu Entschärfen werden ignoriert.
Es kann und darf doch nicht sein das Wir auf Kosten unserer Kinder und deren Bildung Sparen.
Uns wurde mitgeteilt dies wäre Notwendig damit unsere Schule Wirtschaftlich wäre!
Kinder benötigen gerade in der Schul eingangs Situation Verlässliche Ansprechpartner und somit Klassenlehrer über einen längeren Zeitraum, und kein Lehrkräfte Hobbing damit Geld vom Schulamt und Ministerium Gespart wird. Ein realistische Einschätzung eines Lehrers zur Leistung der Schüler, sowie vorhanden Potenzial und Lernbedarf kann nur über einen Längeren Zeitraum geschehen.
Ich hoffe das Sie sich unserer Sache annehmen, es geht uns nicht darum generell eine Jahrgangs Kombinierte klasse zu unterbinden, nur das Wie Empfinden wir als einen Schlag ins Gesicht, auch die Lehrkraft die Sich dazu "Bereit" Erklärt hat, ist sehr Jung, und somit Unerfahren, hatte bisher keine Kombinierte klasse Unterrichtet, demnach widerspricht dieses Ihren Aussagen auf Ihrer Seite.
Wir wollen unserer Kinder nicht als Versuchs Kaninchen hergeben, oder würden Sie dieses Ihren Kinder zumuten?

Von: Znegvan Crhxrf

Antwort von Ludwig Spaenle (CSU) 29. Aug. 2012 - 14:56
Dauer bis zur Antwort: 1 Monat 1 Woche

Sehr geehrte Frau Peukes,

vielen Dank für Ihre E-Mail in der Sie sich gegen die geplante Klassenbildung an der Grundschule Büchenbach aussprechen. Zu Ihrem Anliegen kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Nach Auskunft des Staatlichen Schulamts im Landkreis Roth-Schwabach werden an der Grundschule Büchenbach im kommenden Schuljahr 37 Schüler die Jahrgangsstufe 1 und 34 Schüler die Jahrgangsstufe 2 besuchen.
Die Planungen des für die Klassenbildung zuständigen Staatlichen Schulamtes sehen für die Grundschule Büchenbach im Schuljahr 2012/13 die Bildung von einer jahrgangskombinierten Klasse in der Kombination 1/2 mit 21 Schülern neben jeweils zwei jahrgangsreinen Klassen in den Jahrgangsstufen 1 und 2 mit jeweils 25 Schülern vor. In den Jahrgangsstufen 3 und 4 werden je zwei jahrgangsreine Klassen mit 14 bis 16 Schülern errichtet. Damit liegt die durchschnittliche Schülerzahl an der Grundschule Büchenbach bei 18,7 und somit deutlich unter dem bayernweiten Durchschnitt von 21,5.
Diese Planung wurde auf der Grundlage der vom Staatsministerium erlassenen Richtlinien zur Klassenbildung vorgenommen. Artikel 32 Absatz 2 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) trifft zur Errichtung jahrgangskombinierter Klassen folgende Aussage: „An Grundschulen können Jahrgangsklassen gebildet oder zwei Jahrgangsstufen in einer Klasse zusammengefasst werden.“ Die Richtlinien zur Klassenbildung sehen die Möglichkeit vor, jahrgangskombinierte Klassen neben jahrgangsreinen Klassen zu bilden.

Das Staatliche Schulamt trägt die Gesamtverantwortung für die Klassenbildung im Landkreis Roth-Schwabach und hat die Aufgabe, Extreme im Bereich der Klassenschülerzahlen an den einzelnen Schulen zu vermeiden. Die Errichtung der von den Eltern gewünschten Kleinstklassen in den Jahrgangsstufen 1 und 2 an der Grundschule in Büchenbach würde zwangsläufig zu Lasten der großen, mehrzügigen Schulen im Landkreis gehen.
Die Errichtung von acht Klassen bei insgesamt 131 Schülern in den Jahrgangsstufen 1 bis 4 ist im Kontext der Gesamtversorgung aller Schulen im Landkreis nicht leistbar.

Zusätzlich werden für die kombinierte Klasse insgesamt 5 Unterrichtsstunden vom Staatlichen Schulamt bereitgestellt, so dass ergänzend in Kleingruppen differenziert unterrichtet werden kann.

Für die Übernahme der Klassenleitung ist eine engagierte, erfahrene Lehrkraft vorgesehen. Ein umfangreiches Fortbildungsangebot auf regionaler, lokaler und schulhausinterner Ebene gewährleistet darüber hinaus, dass die Fortbildung der Lehrkräfte auch künftig sichergestellt ist. Ergänzend stehen Experten für jahrgangsübergreifendes Unterrichten beratend und unterstützend zur Verfügung.

Die Planungen für die Klassenbildung an der Grundschule Büchenbach wurden nach Auskunft des Staatlichen Schulamts frühzeitig mit der Schulleitung, dem Elternbeirat sowie dem Bürgermeister besprochen. Im Schuljahr 2010/11 wurde ebenfalls bereits in einem Elternabend über das Konzept jahrgangskombinierten Unterrichtens informiert.

Das Staatsministerium weist daraufhin, dass sich das pädagogische Konzept der jahrgangskombinierten Klassen in der Vergangenheit bewährt hat. Sie stellen im Vergleich zu jahrgangsreinen Klassen eine gleichwertige Form der Unterrichtsorganisation dar, aus der Schülerinnen und Schüler in mehrfacher Hinsicht profitieren können. Diese Bewertung basiert auf den Ergebnissen eines mehrjährigen Schulversuchs und den seit vielen Jahren bestehenden jahrgangskombinierten Klassen. Im laufenden Schuljahr existieren 850 Jahrgangskombinationen und es werden in der weit überwiegenden Zahl der Fälle sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Im Schuljahr 2012/13 zeichnet sich eine weitere erhebliche Steigerung ab.

Altersgemischtes Lernen ermöglicht den Schülerinnen und Schülern wertvolle Erfahrungen im Bereich des Mit- und Voneinander-Lernens und fördert in verstärktem Maße soziale Lernprozesse. Die Tatsache, dass Schüler in diesen Klassen verstärkt kooperativen Lernformen begegnen und im sozialen Bereich in hohem Maße ganzheitlich gefordert und gefördert werden, unterstützt deren Persönlichkeitsentwicklung und vermittelt die Fähigkeit zu selbstständigem, eigenverantwortlichem und teamorientiertem Handeln. Jahrgangskombinierte Klassen stellen demnach ein hochmodernes pädagogisches Element einer zeitgemäßen Grundschulerziehung dar.
Der im Schuljahr 2010/11 an 20 Standorten neu begonnene und zum Schuljahr 2012/13 auf 80 ausgeweitete Modellversuch „Flexible Grundschule“ setzt aus wissenschaftlichen Gründen sogar ausschließlich auf Kombinationsklassen.

Wie sich die Schülerzahlen im darauffolgenden Jahr darstellen, kann derzeit noch nicht bewertet und daher auch nicht bei der Klassenbildung berücksichtigt werden. Nach Auskunft des zuständigen Staatlichen Schulamts wird jedoch eine Fortführung der Kombination 1/2 im kommenden Schuljahr im Sinne einer Kontinuität in der Organisationsform nach Möglichkeit angestrebt.

Sehr geehrte Frau Peukes, das Staatsministerium bittet um Verständnis, dass die Bildung von jeweils zwei jahrgangsreinen ersten und zweiten Klassen bei der gegebenen Schülerzahl nicht möglich ist, und ist zuversichtlich, dass ein erfolgreiches Unterrichten in der jahrgangskombinierten Klasse 1/2 gewährleistet werden kann.

Herr Bürgermeister Bauz und Herr Rabe erhalten ein inhaltsgleiches Schreiben.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Hell, Ltd. Regierungsschuldirektor