Dr. Dorothee Schlegel
SPD
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Frage von Inyragvan Ertra an Dr. Dorothee Schlegel bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 14. Juli. 2015 - 23:17

Guten Tag Frau Dr. Schlegel,

es wird in der BRD wohl demnächst die neue Tabakrichtlinie der EU umgesetzt werden und als e-Dampferin, die erfolgreich der Tabaksucht entronnen ist frage ich mich, wie die unsinnigen Vorgaben, die in der TPD2 gemacht wurden, in Deutschland umgesetzt werden sollen. Es gibt sehr viele positive Studien [1], die der e-Zigarette einen großen Erfolg beim Ausstieg aus der Tabaksucht und vor allem eine wesentlich weniger schädliche Alternative bescheinigen, was bisher dank WHO, DKFZ und BfR nicht in diesem Ausmaß erkannt werden kann, da von dort nur Konjunktiv-Aussagen weitergegeben werden, aus welchen pharmaindustrie-belasteten Gründen auch immer.

Können Sie mir als Bürgerin meine Sorge dahingehend nehmen, daß die Chance der e-Zigarette für künftige Umsteigewillige durch die neue Tabakrichtlinie vertan wird?
Sollte es der Politik um die Gesundheit der Bürger gehen, wäre momentan die e-Zigarette die einzige Chance, Rauchern aus der Tabaksucht zu helfen und ein weniger schädliches Leben zu ermöglichen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Antwort.

[1] http://www.biomedcentral.com/1741-7015/12/225 und auch http://blog.rursus.de/2015/07/liste-der-studien-zum-thema-e-zigarette-st...

Von: Inyragvan Ertra

Antwort von Dorothee Schlegel (SPD)

Sehr geehrte Frau Regen,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Tabakrichtlinie. Gerne antworte ich Ihnen.

Zunächst freue ich mich, wenn es Menschen gelingt, zu einer rauchfreien und damit gesünderen Lebensweise zu kommen. Denn Rauchen schadet der Gesundheit – ob nun Tabak, E-Zigaretten oder anderes geraucht wird. Ein Umstieg von Tabak auf E-Zigarette bedeutet dabei nicht automatisch einen Ausstieg aus der Nikotinsucht. Denn auch E-Zigaretten enthalten Nikotin.

Neben dem Nikotin enthalten die sogenannten „Liquids“, mit denen die E-Zigaretten befüllt werden, neue chemische Verbindungen, die noch nicht ausreichend erforscht sind. Die Zusammensetzung dieser „Liquids“ wird zudem immer wieder verändert. Erkenntnisse über den Konsum von E-Zigaretten, über einen langen Zeitraum, gibt es daher nicht bzw. zu wenig.

In der SPD-Bundestagsfraktion sind wir noch in der Meinungsfindung. Das Thema wird noch diskutiert, wobei ein komplettes Verbot der E-Zigarette momentan nicht zur Debatte steht. Die EU-Richtlinie schreibt dieses auch nicht vor. Die Vorgaben der EU sind Ihnen sicherlich bekannt, auf der von Ihnen verlinkten Seite wird die Richtlinie ja ausführlich dargestellt.

Sehr geehrte Frau Regen, als Bundestagsabgeordnete bekomme ich zahlreiche Zuschriften, in denen ich aufgefordert werde, dafür zu Sorge zu tragen, dass Standards für Lebensmittel und Gesundheitsprodukte in Deutschland möglichst hoch gehalten werden. Forderungen, bei einem Produkt, das der Gesundheit schadet, nicht so genau hinzuschauen, bekomme ich ausgesprochen selten und halte ich für falsch. Gerade wenn es um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger geht, sollten wir in der Politik doch ganz besonders genau hinschauen. Das halte ich nicht für „unsinnig“ sondern für notwendig und verantwortungsbewusst.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dorothee Schlegel, MdB

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